Logo der Stadt Karlsruhe  Stadt Karlsruhe
URL: http://www1.karlsruhe.de/Aktuell/Stadtzeitung07/sz0303.htm
Zuletzt geändert: 18.01.07

 

Dieses Dokument versenden:  Sie können maximal 5 Empfänger angeben. Diese bitte durch Kommas oder Leerzeichen trennen.
E-Mail-Adresse(n) Empfänger
E-Mail-Adresse des Absenders

Name des Absenders (optional)

Zusatztext
Die E-Mail-Adressen werden ausschließlich zu Übertragungszwecken verwendet (um den Adressaten über den Absender zu informieren, oder im Fall eines Übertragungsfehlers eine Benachrichtigung zu übermitteln.)
Klinikum: Auftakt der Feierlichkeiten zum 100. Jubiläum
-------------------------------------------------------

Patient im Mittelpunkt

(erg) "Der Patient muss im Mittelpunkt der Arbeit stehen",
beschwor der Chef der Drogeriekette dm, Götz W. Werner, das
Verantwortungsbewusstsein aller in dem Krankenhaus
Beschäftigten. Werner war Festredner bei der
Eröffnungsveranstaltung zu den Jubiläumsfeierlichkeiten des
Klinikums.

Seit genau 100 Jahren werden an der Moltkestraße Kranke und
Verletzte behandelt. Warum aber feiere man überhaupt runde
Jubiläen, fragte der Redner, um gleich selbst die Antwort zu
geben: Weil Zukunft Herkunft brauche.

Dabei solle man aber darauf achten, dass das Gewordene nicht
nur gefeiert werde. Es müsse auch konstruktive
Unzufriedenheit erzeugen und so zu Innovationen führen. Das
Hervorbringen von Leistungen, so Werner weiter, sei sinnlos,
wenn dabei nicht an die Bedürfnisse der Kunden gedacht werde.
Das gelte im Übrigen für Krankenhauspersonal ebenso wie etwa
für Beschäftigte im Einzelhandel.

Werner kritisierte die weit verbreitete Haltung, erst einmal
zu fragen "Was zahlt die Kasse?" und sich dann für
entsprechende Heilbehandlungen zu entscheiden. "Die
Gesundheit ist doch, wie immer zu hören, unser höchstes Gut."
Da dürfe es keine entscheidende Rolle spielen, was die Kasse
trage.

Er zog den Vergleich mit der Autoversicherung. Dort könne man
sich entscheiden, ob man nur eine Haftpflicht-, eine
Teilkasko-, eine Vollkasko- oder sogar eine
Reifenversicherung wolle.

Was früher gut gewesen sei, könne heute eine innovative
Entwicklung hemmen. Vor 100 Jahren seien die Städte gewaltig
gewachsen, wie auch OB Heinz Fenrich bei seiner Begrüßung
bemerkte. Die Menschen hätten nicht mehr in der Obhut der
bäuerlichen Großfamilie gelebt, wo sie auch Pflege bei
Krankheit erfuhren.

Nun waren entsprechende "Krankenanstalten" notwendig, für
deren Finanzierung die Bismarckschen Sozialgesetze sorgten.
Heute aber brauche es dringend eine Reform des Sozialstaates.
Dabei merkte der Festredner an, dass Leistungen in einem
Krankenhaus nicht nach Produktivität gemessen werden könnten.
Die in der Wirtschaft üblichen Beurteilungskriterien taugten
hier nur wenig.

Dennoch, so der Aufsichtsratsvorsitzende, Bürgermeister
Ullrich Eidenmüller, müsse ein Klinikum in Zukunft auch
Sanierungskosten, wie etwa bei zugigen Fenstern, selbst
erwirtschaften. Der ärztliche Direktor, Prof. Dr. Dieter
Daub, erteilte Gedanken zu Zusammenschlüssen abermals eine
Absage und hob hervor, dass das Klinikum mit seiner
Versorgung wie eine Uniklinik wirtschaftlich arbeite. Und
das, so OB Fenrich, ohne die Landeszuschüsse einer
Universität. Fenrich: "Unser Klinikum bleibt städtisch."

URL dieses Dokuments:
   http://www1.karlsruhe.de/Aktuell/Stadtzeitung07/sz0303.htm

 

Zurück        Stadt Karlsruhe 2007