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Über das Kunstwerk, das liebevoll Denkleiter genannt
wird:
Ist es eine Spirale, eine Schlange, ein Riesenwurm, ein Molekül
oder gar ein verschlüsseltes Rätsel? Gegenstandsbeschreibung,
was eignet sich da besser zum Assoziieren, als die "Struktura
Fridericiana".
Seit 1995 schwebt die 33 Meter lange Installation des Künstlers
Leonardo Mosso über dem Treppenaufgang des neobarocken Gebäudes.
Was chaotisch aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als
geordnete Struktur:
rote, gelbe, blaue und naturbelassene Holzstäbe sind rasterartig
an ihren Enden mit Gummibändern verbunden. So entstehen Quadrate,
mal neben- mal übereinander, oder Rauten, wenn die Abstände
zwischen den Gelenken verkürzt sind, was dem Konstrukt eine
eigene Dynamik verleiht.
"In Ergänzung zur historischen Architektur wirken meine
Strukturen am besten"; lautete die Beschreibung des Profis.
Der Neobarockbau mit seinen 2 700 Quadratmetern Gesamtfläche
sei "eine der schönsten Fassaden Karlsruhes", sagte
Dragmanli, Amtsleiter des Hochbauamtes. Die Kunst am Bau kröne
die Generalsanierung der Friedrich Realschule, meinte Kulturreferent
Dr. Michael Heck. Dass die Verjüngungskur gelungen ist, darüber
waren sich alle einig. Zur Erneuerung des denkmalgeschützten,
1838 errichteten Gebäudes wurde die Sandsteinfassade herausgeputzt,
der Innenanstrich aufgefrischt und das Schieferdach neu gedeckt.
Die Klassenzimmer wurden mit Holzvertäfelungen ausgekleidet
und die Beleuchtung erneuert.
Wundersam verwandelten sich die stillen Örtchen im zweiten
Stock während der Renovierungsarbeiten in eine prächtige
Aula, die zeitweise auch als Kunstraum genutzt wird. Denn: Über
der abgehängten Decke der Toiletten kamen kunstvolle Kapitelle,
Stuckornamente sowie Zierleisten zum Vorschein. Ein Restaurator
nahm sich der alten Deckenmalereien sowie der Eingangshalle an.
Bild- und Textnachweis: Leonardo Mosso
"Die Transparente Stadt", Kathrin Heckner
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