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Richtlinien
Kunstkommission
Dokumentation
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"Voraussetzung für
die Entfaltung des Menschen in der Stadt ist die Schaffung einer Umgebung,
die schöpferisches Denken und Handeln anregt, Begegnungen fördert
und es dem Bürger ermöglicht, sich mit seiner Stadt zu identifizieren.
Dies erfordert, dass nicht nur Funktionsgerechtigkeit, sondern auch
künstlerische Intention als Element in die Stadtgestaltung eingeht.
Diese Aufgabe erfüllt die Stadt Karlsruhe durch Beteiligung Bildender
Künstler an Baumaßnahmen (Kunst im öffentlichen Raum
im engeren Sinne = Kunst am Bau) und der Gestaltung des öffentlichen
Raumes (Kunst im öffentlichen Raum im weiteren Sinne)."
So lautet Ziffer 1 der "Richtlinien der Stadt Karlsruhe für
die Beteiligung Bildender Künstler an Bauvorhaben und an der
Gestaltung des öffentlichen Raumes", die vom Gemeinderat
der Stadt Karlsruhe im Jahre 1983 verabschiedet worden sind und die
seither Grundlage für alle Entscheidungen der Stadt Karlsruhe
über Maßnahmen der Kunst am Bau und die Gestaltung des
öffentlichen Raumes sind.
Nach den Richtlinien sind bei allen baulichen Investitionen der Stadt
1% der reinen Baukosten für Kunst am Bau zu veranschlagen und
in der Kostenermittlung zur Projektgenehmigung aufzuführen. Besonders
betont wird dies für Bauvorhaben im Hochbaubereich, die der Versammlung
und Begegnung dienen, sowie im Bereich des Verkehrs und des Tiefbaus
für Einzelobjekte von besonderer städtebaulicher Bedeutung.
  
Bei der Stadt Karlsruhe wurde auf Grund der Richtlinien ein Ausschuss
(Kunstkommission) gebildet. Er soll den Gemeinderat und die Verwaltung
bei Kunst am Bau beraten, und zwar insbesondere in Fragen des vorgeschlagenen
künstlerischen Gesamtkonzepts, bei der Auswahl der einzuladenden
Künstler, wenn die Auftragssumme 10.000 DM (5.000 €) übersteigt,
sowie bei der Auswahl des zu verwirklichenden künstlerischen
Entwurfes, sofern kein offener Wettbewerb durchgeführt wird.
Der Kunstkommission, die vom Kulturdezernenten geleitet wird, gehören
je ein Vertreter/eine Vertreterin jeder Gemeinderatsfraktion sowie
als sachkundige Einwohner je ein Vertreter der Staatlichen Akademie
der Bildenden Künste Karlsruhe, des Bezirksverbandes Bildender
Künstlerinnen und Künstler Karlsruhe e.V. und der Architektenkammer
Baden-Württemberg an.
Die Verwaltung wirkt in der Kunstkommission über die Baudezernentin,
einen Vertreter des Stadtplanungsamtes und im Einzelfall des Hochbau-
und des Gartenbauamtes mit. Die Geschäftsführung der Kunstkommission
liegt in den Händen des Kulturamtes.
Die Entscheidungen der Kunstkommission über Maßnahmen der
Kunst am Bau werden von Kulturamt und Hochbauamt gemeinsam vorbereitet.
Bei Baumaßnahmen mit einem Kunst-am-Bau-Budget von weniger als
10.000 € wird in der Regel nur eine Künstlerin/ein Künstler
für die Gestaltung vorgeschlagen. Bei Maßnahmen zwischen
10.000 und 40.000 € werden in der Regel beschränkte Wettbewerbe
durchgeführt, wobei das Künstler-Vorschlagsrecht von den
planenden Architekten, dem Hochbauamt, dem Kulturamt und der Kunstkommission
wahrgenommen wird. Selten sind Baumaßnahmen mit einem Finanzvolumen
ausgestattet, das einen offenen Künstlerwettbewerb erlaubt.
Seit Bestehen der Kunstkommission wurden die Richtlinien zur Beteiligung
Bildender Künstler an Bauvorhaben der Stadt Karlsruhe konsequent
angewendet. Die vorliegende Dokumentation, die über alle von
der Kunstkommission entschiedenen Maßnahmen der Kunst am Bau
informieren will, ist Ergebnis eines Projektes im Rahmen einer Fortbildung
zum Multimedia-Entwickler bei der macromedia GmbH Akademie für
neue Medien Karlsruhe. Die Beteiligten haben sich auf Grund der
zeitlichen Befristung des Projektes in Absprache mit Hochbauamt
und Kulturamt auf eine Begrenzung der zu dokumentierenden Bau- und
Kunstmaßnahmen verständigt. So wurden zunächst nur
die künstlerischen Arbeiten aufgenommen, die in den Jahren
1992 bis 2002 realisiert wurden. Eine Ergänzung um weiter zurück
liegende Maßnahmen und die Fortführung um aktuelle Projekte
ist geplant.
Die Dokumentation wurde erarbeitet von Guido Reinking, Dominique van
Eickels, Achim Gohla, Kathrin Heckner, Claudia Splitthoff-Drescher
und Karl-Heinz Herb.
Die Stadt Karlsruhe dankt ihnen und der macromedia Akademie für
die Erstellung der Dokumentation.

Bild-und Textnachweis:
Dirk Altenkirch; Kathrin Heckner (2x); Gautel; Stefanie Lampert; Kathrin
Heckner; Dirk Altenkirch; Stefanie Lampert; Dirk Altenkirch;
Text: Claus Temps
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