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Kaiser-Wilhelm I.-Denkmal
Kaiser Wilhelm I
Er war längst nicht mehr im klassischen Prinzenalter, als Wilhelm
1849 die politische Bühne betrat. Der 52jährige wurde
an die Spitze jener Bundestruppen gestellt, die den aufrührerischen
Südwesten in "geordnete" Bahnen zurückwerfen
sollten.
Wilhelm wurde nach der Niederschlagung der Revolution Gouverneur
im Rheinland und in Westfalen. In den 50er Jahren machte sich der
Einfluss seiner Frau, Augusta von Sachsen-Weimar, bemerkbar. Ihre
liberalen Anschauungen scheinen Wilhelm mehr und mehr überzeugt
zu haben. Als er 1859 an Stelle seines geisteskranken Bruders König
in Preußen wurde, entließ er als erstes das konservative
Ministerium und leitete die Politik der "Neuen Ära"
ein. Eine kurze Ära freilich, denn Wilhelm berief bald Otto
von Bismarck zum Ministerpräsidenten. Das ungleiche Duo sollte
über 30 Jahre lang die Geschicke Mitteleuropas steuern.
1871 wurde Wilhelm im Spiegelsaal zu Versailles zum ersten deutschen
Kaiser ausgerufen. Das Amt verschaffte dem greisen Monarchen bald
hohes Ansehen. Er legte den Grundstock zu jenem Kaiserreich, in
dem Adel und Militär voller Einfluss waren, soziale Verbesserungen
aber nur langsam durchgesetzt werden konnten. Ein Kaiserreich aber
auch, das die Wünsche vieler nach einem geeinten, starken Deutschland
erfüllt hatte. Deshalb trugen auch viele Badener Trauer, als
Wilhelm, der zum Kaiser avancierte ,
am 9. März 1888 kurz vor seinem 92. Geburtstag in Berlin starb.
Anmerkung:
Eine Kartätsche ist ein Artilleriegeschoss, das mit vielen
kleinen Kugeln gefüllt ist. Das martialische Handwerkszeug
der Militärs hat jenem Mann seinen Namen verliehen, der 1849
der bestgehasste in Baden war: Kronprinz Wilhelm von Preußen,
der "Kartätschenprinz".
(Quelle: BNN 26.3.99
Der Aufstand der badischen Demokraten (64) von Klaus Gaßner)
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