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Kaiser-Wilhelm I.-Denkmal

Installation 1998


In einem Informationsblatt veröffentlichen die Schüler des Markgrafen-Gymnasiums folgende Beschreibung ihrer Installation:

"FREIHEITSKÄMPFER STEHEN AUF

Das Haus der Geschichte Baden-Württemberg und die projektübergreifende Geschäftsstelle Revolution 1848/49 führen einen landesweiten Schülerwettbewerb zur Erinnerung an die Revolution 1848/49 durch. Schülerinnen und Schülern wird die Möglichkeit geboten, sich in kreativer und aktiver Weise mit den Ideen und Ereignissen vor 150 Jahren auseinander zu setzen.

Bewertet werden die Arbeiten nach der Originalität und Kreativität einerseits bei der Gestaltung, andererseits auch bei der Dokumentation über die öffentliche Resonanz. Außerdem wird die öffentliche Wirkung der Aktion selbst (bei Passanten, in Zeitungen, Rundfunk usw.) berücksichtigt.

Am Markgrafen-Gymnasium Karlsruhe-Durlach haben sich auf Initiative von Herrn Siegele die beiden Grundkurse und der Leistungskurs Bildende Kunst der Jahrgangsstufe 13 unter der Leitung von Herrn Weber und Herrn Huwer damit befasst, dass 1849 unter dem Oberkommando Wilhelms von Preußen die demokratische Revolution in Baden und in der Pfalz niedergeschlagen wurde. 27 Freiheitskämpfer wurden standrechtlich erschossen.

Auf dem Kaiserplatz beim Mühlburger Tor, wo die Bürger der Stadt Karlsruhe 1897 dem Unterdrücker der badischen Demokratie ein pompöses Denkmal errichteten, fand am Mittwoch, 4. März 1998, die Aktion FREIHEITSKÄMPFER STEHEN AUF statt. Eine Barrikade mit 27 Brettern, welche die Namen der erschossenen Demokraten tragen, steht nun Ross und Reiter im Weg. Außerdem sind 27 Totenköpfe aus Pappmaché an Seiten aufgehängt

Der Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe hat der Umgestaltung des Denkmals für vier Wochen zugestimmt. Im Rahmen des Wettbewerbs wird die öffentliche Resonanz der Arbeit von der Klasse OIIIb unter Leitung von Herrn Siebach beobachtet und dokumentiert.

Wir danken für tatkräftige Unterstützung Herrn Langer vom Gartenbauamt Durlach und seinem Team sowie der Karlsruher Feuerwehr, die beim Aufhängen der Totenköpfe behilflich war."

(Quelle:
Informationsblatt der Schüler des Markgrafen-Gymnasiums, 1998)

>> Meinungsumfrage der Schüler des Markgrafen-Gymnasiums


DENKMÄLER SIND ZEUGNISSE IHRER ZEIT

Der Blick auf die Denkmäler der Vergangenheit verändert sich. Die Schöpfer der Denkmäler können nicht auf alle Zeiten festlegen, wie ihre Werke wahrgenommen werden. Nicht zuletzt deshalb gilt es, die Wirkungsgeschichte der ausgewählten Denkmäler bis zum heutigen Tag mitzubetrachten. Insofern ist die Auseinandersetzung mit über hundert Jahre alten Denkmälern auch heute noch politisch.

Hinzu kommt: jede Zeit feiert sich in den Denkmälern, die sie errichtet, auch selbst. So ist die Reichsgründung von 1871, als 1890 nach dem Tod von Kaiser Wilhelm I. Denkmäler errichtet wurden, als sehr außerordentlich empfunden worden. Der Ehrentitel "Kaiser Wilhelm der Große" hat sich jedoch nicht durchgesetzt, auch wenn überlebensgroße Reiterdenkmäler seiner Person wie am "Deutschen Eck" in Koblenz in diese Richtung zu wirken gesucht haben. Während des Kaiserreichs wurde Kaiser Wilhelm I. von den Zeitgenossen als Verkörperung des obrigkeitsstaatlichen konservativen Militarismus teils gefeiert, teils kritisiert. Heinrich Mann hat in seinem 1918 erschienenen Roman "Der Untertan" den servilen obrigkeitsstaatlichen Kaiserkult gegeißelt und mit satirischen Mitteln den Denkmalskult verspottet.

(Quelle: Politik & Unterricht, Heft 4/2002, 4.Quartal, 28.Jahrgang,
Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg)

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Installation der Schüler des
Markgrafen-Gymnasiums (Foto:
Bildstelle, R. Fränkle, 1998)
Handskizze der Installation des
Markgrafen-Gymnasiums
Installation der Schüler des
Markgrafen-Gymnasiums (Foto:
Bildstelle, R. Fränkle, 1998)
 
 


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