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InnerOrts - Veranstaltungen in den Karlsruher Lieferhöfen


Schon mal im Zirkelhof gewesen? Oder im Karlshof gespeist? Kennen Sie den Nördlichen Ritterhof? Der eine oder andere Karlsruher war sicher schon im Hirschhof oder im Passagehof etwas essen oder trinken. Wem aber ist z.B. beim Verlassen des Karstadt-Parkhauses bewusst, dass er sich gerade im "Bankhof" befindet? Wie vielen Karlsruhern sind Erbprinzen-, Handels- oder Südlicher Herrenhof ein Begriff?

Die Karlsruher Lieferhöfe fristen ein überwiegend trauriges Dasein im Schatten der Kaiserstraße. Nach dem Krieg als Anlieferstraßen und -höfe zu beiden Rückseiten der Kaiserstraße angelegt, hatten die zwölf Höfe und Gassen ursprünglich den Zweck, Karlsruhes Haupteinkaufsstraße vom Lieferverkehr zu entlasten. Heute werden die meisten Geschäfte von der Vorderseite beliefert, so dass die Lieferhöfe ihre Funktion weitgehend verloren haben und über die Jahrzehnte zu Müllabstell- und Parkplätzen verkommen sind.

Dabei bietet dieser Teil des Stadtraumes viele Potentiale. Neben ihrer interessanten Lage mitten in der Innenstadt, zwanzig Meter entfernt von der Kaiserstraße, ihren spannenden unterschiedlichen räumlichen Proportionen, die z.T. auf dem strahlenförmigen Stadtgrundriss beruhen, z.T. aus dem Verlauf des Landgrabens resultieren, zeichnen sich die Höfe durch Kleinteiligkeit und eine gewisse Intimität aus, die mit etwas Fantasie an mittelalterliche Stadtkerne erinnern kann. Alle Höfe tragen wie öffentliche Plätze eigene Namen, die auf ihre jeweilige Lage in der Stadt verweisen, z.B. liegt der Erbprinzenhof an der Erbprinzenstraße. Sie bilden z.T. ein zusammenhängendes Wegenetz parallel und quer zur Kaiserstraße, das zum Flanieren einladen und ein Baustein in den Bestrebungen hin zu einer Erweiterung der Innenstadt nach Norden und Süden sein könnte.

Um auf diese Potentiale hinzuweisen und die Existenz dieses Teils der Stadt der Bevölkerung und den Anliegern ins Bewusstsein zu bringen, hat Miriam Kühnel, Architekturstudentin und Organisatorin von Kunst in der Küche (Mai 2000) und tanke 55 (Oktober 2001), die Veranstaltungsreihe InnerOrts initiiert, die von Hof zu wandern und so zur schrittweisen Entdeckung der Höfe einladen soll. Die "Benutzung" der Höfe als Veranstaltungsorte und ihre Inszenierung soll den langfristigen Weg zur Aufwertung ebnen.

Geplant sind zwölf unterschiedliche Veranstaltungen, die z.T. abends und z.T. tagsüber stattfinden werden. Ob Kurzfilme bei Cocktail im Waldhof, Kriminacht mit Lesung und akustischen Effekten oder Theaterszenen im Douglashof, Beach Party im Hirschhof, Kinder- und Sportfest im Zentralhof oder Open Air Tango im Erbprinzenhof, ob Skater-Tag mit Spray-Wettbewerb oder italienische Nacht mit Fellini-Film, Weinprobe, kulinarischen Spezialitäten und authentischer Musik im Karlshof - es wird bei jeder Veranstaltung versucht, an die Potentiale und die bereits bestehende Infrastruktur des jeweiligen Hofes und seines Umfeldes anzuknüpfen. Temporäre Fassadenbeleuchtung, Projektionen auf Häuserwände, Licht- und Ton-Installationen sollen helfen, Charakteristiken der Örtlichkeit hervorzuheben, und die Anlieger zu motivieren, die Gebäude zu den Höfen hin zu öffnen.

In Kooperation mit dem Stadtplanungsamt, das seit längerem bemüht ist, die Situation der Höfe zu verbessern, und den zuständigen städtischen Stellen sowie mit zahlreichen kulturellen Akteuren arbeiten Miriam Kühnel und Barbara Rettenmaier derzeit an der Umsetzung des Projekts. Startschuss für InnerOrts ist pünktlich zum Sommeranfang ein Kurzfilm-Abend mit Cocktail-Bar und Musik im Waldhof am 21. Juni, Beginn 21:00 Uhr.

InnerOrts: Waldhof
 



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