|
THEATER
IN DER ORGELFABRIK |
|
|||
|
|
||||
|
|
||||
|
|
|
Die Katze in der StraßenbahnTeufel auch: Michail Bulgakows „Der Meister und Margarita" in der Orgelfabrik in Karlsruhe-DurlachVon Ute Bauermeister „Ich ging mit der Verstorbenen Berlioz" - halt, dämmert es da dem Dichter Iwan, so kann er seinen Roman nicht beginnen, denn mit einer Toten kann er nirgendwo hingehen. Aber er braucht einen fesselnden Anfang, um die Leser sofort ins Geschehen hinein zu ziehen. So könnte er lauten: „Die Katze stieg in die Straßenbahn und wollte ihren Fahrschein lösen." Ja, es geschehen merkwürdige Dinge in Moskau an diesem Sommertag. Schwarze Magie treibt die Leute in den Wahnsinn. Wer sagt, „hol mich der Teufel", dem erscheint Satan sogleich. Wenn sich die Theaterleute Gabriele Michel und Franco Rosa einem literarischen Stoff widmen, kann man eigentlich von vorneherein sagen, dabei kommt ein ganz besonderes Theaterstück heraus. Diesen Sommer haben sie für die Orgelfabrik den Roman von Michail Bulgakow ,43er Meister und Margarita" in einer gut zweistündigen Adaption auf die Bühne gebracht. Der Satiriker und studierte Mediziner Bulgakow, 1891 in Kiew geboren, 1940 in Moskau gestorben, litt zeitlebens unter der stalinistischen Zensur. Seine Dramen durften nicht aufgeführt werden, vieles konnte erst nach seinem Tod veröffentlicht werden. „Der Meister und Margarita" entstand bereits zwischen 1929 und 1939, wurde aber erst 1966 veröffentlicht. Magie des Theaters komplett ausgeschöpft Die Uraufführung am Samstag in der Durlacher Orgelfabrik wurde bejubelt Franco Rosa inszeniert ein magisches Theater mit Filmsequenzen, Projektionen, Licht und Musik. Leichte Gazestreifen hängen von der hohen Decke der immensen Orgelfabrik. Margarita huscht über die Empore im zweiten Stock und bringt die Stoffe in Schwingung, so dass man den Eindruck gewinnt, sie fliege schwerelos dahin, wie es ihr der Teufel befohlen hat. Ein wenig erinnert die Story natürlich auch an Goethes Faust, zumal der satanische Voland den Mephisto zitiert als „Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft," was wiederum die Truppe aufnimmt um zu raunen: „Oh Goethe, ich brauche jetzt eine Pause, Sie sicher auch, es gibt bestimmt eine Menge zu Besprechen." Und so war es auch: Mancher Zuschauer fragte sich, was diese merkwürdigen Vorfälle sollten und ob Berlioz dafür bestraft wurde, dass sie Atheistin war. Vielleicht geht es jedoch eher um den schmalen Grat zwischen Wahnsinn und Genie? Denn der Dichter Iwan ist inzwischen in einer Klinik gelandet, und wenn er von den mysteriösen Vorfällen erzählt, klingt das mal verrückt, mal ganz und gar glaubwürdig. Sven Fechner hält diese Balance in seinem Pyjama und Filzpantoffeln auf dem Krankenbett ganz grandios. Die Augen mal aufgerissen, mal verengt, konzentriert, tippt er wie ein Wahnsinniger in die Tasten, umklammert seine Schreibmaschine und versucht die Frau Professor auf seine Seite zu ziehen. Martina Eckrich hat wie einige andere Ensemblemitglieder eine Doppelrolle: Sie ist mal die strenge Professorin, die freundlich nachhakt, mal die langhaarige Assistentin des Teufels Voland. Gemeinsam mit der herausragenden Gabriele Michel und der ebenfalls toll aufspielenden Ulrike Schmitt ist das ein unglaubliches Trio: Allein die Kostüme der drei Teufelsgehilfinnen sind schon sehenswert, dann aber erst ihre Lust an den Tricks und der teuflischen Magie, das macht richtig Spaß. Jack Recknitz hat als Voland alles im Griff. Pointierte Betonung, der Wechsel zwischen laut und leise genügen ihm für kurze klare Anweisungen. In jeder Stadt trifft er auf dieselben Laster. „Die Menschheit", weiß der Teufel, „liebt das Geld, das war ja schon immer so." Umso erstaunlicher, dass er am Ende die junge Margarita (Katrin Wünschel, die auch als Kellnerin überzeugt) verschont und ihr gar einen Herzenswunsch erfüllt. Dafür muss sie jedoch ein außerordentlich makabres Gruselkabinett über sich ergehen lassen, bevor sie ihren Meister (von Franco Rosa eindrücklich dargestellt) wieder sehen darf. Die ganze Geschichte reicht zurück bis Pontius Pilatus, den der wandlungsfähige Oliver Grimm majestätisch gibt, bevor er als korrumpierbarer Hausmeister mit piepsiger Stimme Bekanntschaft mit dem Teufel macht. Ramayya Kumar gibt den plappernden Conferencier, dessen Kopf auf dem Spiel steht. Unter Verwendung von raffinierten Kostümen, Lichteffekten, Projektionen, Ausnutzung der gesamten Halle, ihrer kleinen Nischen und fensterlosen Hohlräume entsteht eine fantastische Kulisse für diese merkwürdige Geschichte. Michel und Rosa finden Bilder, die im Gedächtnis bleiben: Was kann es Schöneres geben, als die Magie des Theaters komplett auszuschöpfen? Ein großartiger Theaterabend, viel Beifall für alle Beteiligten. (Badisches Tagblatt / 15.8.2011) Vielschichtiges satirisches SpektakelAlles beginnt bei einem lauwarmen Aprikosensaft: „Der Meister und Margarita" in der Durlacher Orgelfabrik„Sprechen Sie nie mit Unbekannten. Glauben Sie mir, ich weiß, wovon ich rede. So fing alles an ..." Hinter dem blassblauen Vorhang zeichnet sich der Schatten eines Mannes ab. Er sitzt auf einem Bett. Einem Bett in einer Klinik für Geistesgestörte. So beginnt „Der Meister und Margarita" am Theater in der Orgelfabrik. Das Klinikbett fungiert in dem Stück, das Gabriele Michel und Franco Rosa nach dem gleichnamigen Roman von Michail Bulgakow verfasst haben, als Fixpunkt, an dem die verschiedenen Handlungsstränge zusammenlaufen: Der Satan wirbelt das Leben in dem von rigider Bürokratie und staatlich verordnetem Atheismus geprägten stalinistischen Moskau durcheinander. Ein Schriftsteller, der sich „der Meister" nennt, ist mit seinem Roman gescheitert und dem Wahnsinn verfallen. Einzig seine Geliebte Margarita glaubt noch an ihn. Der römische Statthalter in Judäa Pontius Pilatus verhört Jesus und bestätigt das Todesurteil gegen diesen. Und so fängt in der Orgelfabrik alles an: Der Dichter Iwan Besdomny (Sven Fechner) und Berlioz, Chefredakteurin einer Literaturzeitschrift (Gabriele Michel), sitzen in einem heruntergekommenen Café und trinken lauwarmen Aprikosensaft (etwas anderes gibt es nicht). Während sie darüber sprechen, dass Jesus nie existiert habe, mischt sich ein alter Mann (Jack Recknitz) ein: Er sei dabei gewesen, als Pilatus Jesus zum Tode verurteilt habe. Auch will er einmal mit dem Philosophen Kant gefrühstückt haben. Damit nicht genug, sagt er Berlioz ihren Tod voraus: Ihr werde der Kopf abgeschnitten - von einer Frau. Kurz darauf läuft die Chefredakteurin über die Straße, rutscht aus, fällt auf die Straßenbahnschienen, die Fahrerin der herankommenden Straßenbahn kann nicht mehr rechtzeitig anhalten quietschende Bremsen, entsetzte Schreie, heulende Sirenen. Gleich neben dem Cafe liegt die Anstalt, in die Iwan eingewiesen wird, weil er mit seinem Bericht über den Fremden, der den Tod seiner Chefredakteurin vorausgesagt hat, für verrückt gehalten wird. Das Bühnenbild in der alten Orgelhalle vereint die verschiedenen Schauplätze nebeneinander, hintereinander und übereinander: eine von Peter Schmitt raffiniert ausgeleuchtete komplexe Szenerie für ein vielschichtiges satirisches Spektakel. Die Ärztin, Frau Professorin Strawinsky (Martina Eckrich), die Iwan „absolute Ruhe", Sauerstoff und Bäder verordnet, wirkt in der Inszenierung von Franco Rosa ebenso schablonenhaft wie alle Bewohner der Stadt, wie der Hausmeister, der Bestechungsgelder annimmt, wie die Sekretärin des Bankdirektors und die Beamten der Finanzbehörde. Sie alle sind geschickt auf ihre Funktionen reduziert, was sie zu idealen Zielscheiben für die Umtriebe des Teufels macht. Auch der Meister (Franco Rosa), der als Patient in der Anstalt seinen Zimmernachbarn Iwan darüber aufklärt, dass er Satan höchstpersönlich getroffen habe, und seine Geliebte Margarita (Katrin Wünschel) sind gezielt klischeehaft dargestellt. Dies wird vor allem in der rückblickenden Szene deutlich, in welcher der Meister seinen geschmähten Roman über Pontius Pilatus im Ofen verbrennt, bevor Margarita kommt und das Manuskript vergeblich zu retten versucht: Sie ist als Schwarz-Weiß-Film im Stil eines Liebesmelodrams der 1930er Jahre realisiert. Demgegenüber wirkt Pontius Pilatus (Oliver Grimm) als zentrale Figur im Roman des Meisters geradezu plastisch und individuell. Leider kommt dieser Handlungsstrang in der Orgelfabrik etwas zu kurz. Deutlich herausgearbeitet sind dagegen die Aktionen des Satans, der sich Voland nennt, seiner zynischen Gehilfinnen (Ulrike Schmitt, Martina Eckrich und Gabriele Michel) und auch des Conferenciers (Ramayya Kumar), dem wahrend Volands Varietévorstellung der Kopf abgetrennt und wieder aufgesetzt wird. Das weitere satanische Wirken, das damit endet, dass die Stadt in Flammen aufgeht, ist in den Aufzeichnungen von Iwan vorweggenommen, der auf seinem Klinikbett hektisch auf eine Schreibmaschine einhämmert. So bleibt letztlich offen, ob die Ereignisse nicht doch auf Wahnvorstellungen des Dichters zurückgehen. Diese Auslegung ist legitim. Leider gerät dadurch der zweite Teil des Stücks allzu pittoresk - die stufenweise steigende Surrealität des ersten Teils wirkt weit überzeugender. Sibylle Orgeldinger (BNN / 15.8.2011) Verheiratet mit Norman BatesTheater in der Orgelfabrik lässt in „Blaubart" Märchenraotive auf Hitchcock-Tnriller treffen„Es war einmal ein Mann, der lebte in einem herrlichen Schloss" - mit diesem Satz, ins Dunkel gesprochen von einer raunenden Märchenonkelstimme, beginnt die jüngste Produktion des Theaters in der Orgelfabrik Durlach. Der Märchentonfall scheint zu passen, schließlich beruht das neue Stück „Blaubart"' auf einem ebensolchen. Allerdings einem der wohl grausamsten Märchen überhaupt, dreht es sich in diesem über 300 Jahre alten, auf den Franzosen Charles Perrault zurückgehenden Stoff doch um einen reichen Mann, der immer wieder neu heiratet, um seine Frauen dann bald nach der Hochzeit umzubringen. Dass Blaubarts Reich kein Traumschloss ist, legt die gewohnt bildstarke Inszenierung von Franco Rosa gleich zu Beginn offen: Da sitzen sich Blaubart (Sven Fechner) und seine neu angetraute Frau Marie (Gabriele Michel) an einem langen Tisch in absurder Entfernung gegenüber - und auf dem Tisch liegen zwei verrenkte Frauenkörper, die raunende Warnungen ausstoßen. Freilich vergeblich: Marie hört nichts davon, sondern versucht ihrerseits vergeblich, mit ihrem schweigsamen Mann und dessen noch schweigsameren (genauer gesagt: stummen) Diener Rufus zu plaudern. Beispielhaft zeigt sich hier die Methode dieser besonderen Sommertheater-Truppe, die im nunmehr 23. Jahr das malerische Orgelfabrik-Gebäude zur Bühne macht: Eindrucksvolle, leicht surreale Bilder etablieren eine Situation, die dann im Dialog auf die Spitze getrieben wird. Das gilt auch in den komischen Momenten des Abends, etwa wenn ein Mann (Oliver Grimm) und.eine Frau (Martina Eckkrich) ins Schloss gelangen wollen, um ihre seit der Heirat mit Blaubart vermissten Schwestern zu suchen. Aus der Diskussion darüber, mit welcher Ausrede sie sich nun Einlass verschaffen sollen, wird in dem Dialog-Ping-Pong der gut aufgelegten Schauspieler ein Kabinettstückchen der Nicht-Kommunikation. Ein Schelm, wer bei dieser Szene an die unverwüstlichen Missverständnisse zwischen Mann und Frau denkt? Wohl kaum, denn der Konflikt der Geschlechter ist gewissermaßen der Grundton des Abends. Gabriele Michel und Franco Rosa haben als Stückautoren dem Frauenmörder Blaubart ein Motiv untergeschoben: Sein Gebot, seine Frau dürfe sich in seiner Abwesenheit alle Zimmer im Schloss außer einer ganz bestimmten Kammer (deren Schlüssel er ihr überdeutlich zeigt), ist kein sadistischer Vorwand für einen Mord, sondern eine ernstgemeinte Prüfung- er sucht eine Frau, die sich ihm so gehorsam zeigt, dass sie vor dem strengen Urteil seiner Mutter bestehen kann. Dass diese Mutter längst tot ist und er wie weiland Norman Bates in Hitchcocks Klassiker ,Psycho‘ mit sich selbst spricht, erhöht die Chancen für die jeweiligen Angetrauten allerdings nicht gerade… Zugegeben: Richtig subtile Psychologie sieht anders aus, und daher stünde der ganze Abend auf wackligen Füßen, wenn nicht Sven Fechner auch glaubhaft vermitteln wurde, dass von Blaubart durchaus Anziehungskraft ausgeht. In den schweigsamen Szenen strahlt er eine in sich ruhende Kraft aus, die sich freilich in den Schizophrenie-Monologen als dünne Decke über einer bigotten Brutalität erweist. Starke Akzente setzen neben den Genannten zudem Ramayya Kumar als absurd gut gelaunter Bestattungsunternehmer (der zudem auch seine Schwester sucht) und der 79-Jährige Altmeister Jack Recknitz, der den Diener Rufus dank seiner imposanten Präsenz bis zuletzt undurchschaubar bedrohlich wirken lässt, Johannes Kerl, Wilfried Spiegel, Hester Holzschuh und Marion Schlotzer runden das einmal mehr von Peter Schmitt atmosphärisch beleuchtete Spiel ab. Andreas Jüttner (BNN / 16.8.2010) Schaurige Geschichte im verfallenen GemäuerTheater in der Karlsruher Orgelfabrik: „Blaubart" verbindet Tiefgang mit Witz / Bis 16. Oktober im ProgrammVon Ute Bauermeister „Ihr Frauen geht unbesorgt nach Hause. Es gibt keine so schrecklichen Gatten mehr", versichert eine beruhigende Stimme am Ende Die letzte Ehefrau hat ihn nämlich überlebt, den mordenden Gatten Doch gezittert hat sie ganz schön zwischendurch und mit ihr das gespannte Publikum in der Karlsruher Orgelfabrik. Dieser „Blaubart" hat von allem etwas. Gabriele Michel und Franco Rosa haben als Basis für ihr Theaterstück die Vorlage von Charles Perrault „La Barbe Bleue" aus dem Jahre 1697 leicht verändert, um Hitchcock-Elemente erweitert und drei Personen hinzugedichtet, die jeweils ihre Schwester suchen. „Blaubart“ kommt als fein abgestufte psychologische Studie, gruseliges Märchen und witzige Groteske daher. Und: das Stück bietet beste Unterhaltung über gut anderthalb kurzweilige Stunden, da es Tiefgang mit Schauer und Witz paart. Uraufführung mit glänzenden Darstellern Wieder ist der Ort ein wichtiges Element, denn in den verfallenen Gemäuern der Orgelfabrik kann sich diese Geschichte in schaurig schönen Bildern entfalten. Ein Gang führt gewissermaßen in die Unterwelt alte Stoffe, ein Kronleuchter und die geheimnisvoll verschlossene Tür beschwören ein gruseliges Ambiente, das durch geschickten Einsatz von Licht verstärkt wird. Franco Rosa inszeniert, den „Blaubart“ als faszinierendes Spiel um Neugier, Vertrauen und Wahnsinn. Dabei kann er wieder ganz und gar auf seine spielstarke Truppe vertrauen, die alle Nuancen beherrscht. Gabriele Michel spielt die siebte Frau des Blaubart zu Beginn gänzlich sorglos und unbekümmert. Doch die Zuschauer sehen schon in der ersten Szene das Grauen: die anderen sechs Frauen liegen als Leichen verstreut herum (zwei sogar auf der Festtafel) und flüstern beschwörend, was ihnen geschah. Vergeblich versuchen die Opfer die frisch gebackene Braut Marie zu warnen. Ihr Echo verhallt ungehört. Marie konzentriert sich auf den stummen Butler Rufus, der von Jack Recknitz mit brillianter Mimik versehen wird. Sven Fechner verleiht dem Blaubart ein im Laufe des Stückes immer härteres Machogehabe mit Messerspielen, Muskelzucken, lautstarken Befehlen und irren Blicken. Sobald Blaubart in seine verschlossene Kammer tritt, deren Zutritt allen Frauen verboten ist, öffnet sich hier eine mit Puppen, Nussknackern, Spieldosen nostalgisch eingerichtete Stube, in der er seinen Mutter- Fantasien nachhängt. Glänzend und humorvoll gelingt der Einschub unerwarteter Gäste im Schloss: Eine Frau und ein Mann, beide haben ihre Schwestern hier verloren, wollen wissen, was geschah. Oliver Grimm und Martina Eckrich liefern sich herrliche Rededuelle, indem sie nach Ausflüchten und Erklärungen suchen, wie sie sich im Schloss vorstellen sollen, ob als Missionare, Pilger, Schauspieler oder Tierschützer. Auch Ramyya Kumar spielt einen Fremden, der seine Schwester sucht, er hat die Rolle des Bestatters gewählt und präsentiert mit ironischem Unterton eine Reihe von Sargmodellen. Als alle drei vom Hausherren ertappt werden, fliegen sie hochkant wieder raus. Auch Marie wird schließlich auf die Probe gestellt, erhält alle Schlüssel mit der Auflage, die Kammer nicht zu betreten, während Blaubart verreist ist. Wird sie das respektieren? Erst der Besuch ihrer Geschwister lässt Zweifel bei ihr keimen. Ulrike Schmitt als Schwester weiß nämlich Symbole zu deuten... Tosender Applaus belohnt diese durch musikalische Einspielungen und großartige Darsteller atmosphärisch dichte Uraufführung. Wer weiß, ob nicht doch noch ein paar Blaubarts in irgendwelchen Ecken schlummern. (Badisches Tagblatt / 19.8.2010) Kritiken zu „Molière“ Zauberkiste voller Kontraste„Warten auf Molière“ in der Durlacher Orgelfabrik uraufgeführt,,Warten auf Moliere" heißt die jüngste Produktion des ebenso erfindungsreichen wie spielbegeisterten Duos Gabriele Michel! und Franco Rosa. Seit über 20 Jahren bieten die beiden während der spektakelarmen Sommerferienzeit „ Theater in der Orgelfabrik", und das heißt bei Michel, Rosa und Co.: Sie durchschreiten den Bühnenkosmos vom grandiosen Bilderzauber bis zum intimen, bitteren Kammerspiel, vom tragisch unterfütterten Monolog bis zur munter überbordenden Burleske. Gabriele Michel und Franco Rosa schlagen mit ihrem Stück, das eigentlich eine Abfolge punktueller Stationen ist, einen Bogen von den frühen Erfolgen Molières bis zu seinem Zusammenbruch auf offener Bühne am 17. Februar 1673 - als der ebenso oft umjubelte, wie angefeindete Künstler ausgerechnet den ,,Eingebildeten Kranken", eine seiner bekanntesten Bühnenfiguren gibt. Zum letzten Mal. Kurz darauf, rund einen Monat nach seinem 51. Geburtstag, stirbt Jean-Baptiste Moliere, die die Belastungen seiner letzten Jahre offenbar nicht mehr verkraftet hat. Sven Fechner hat diese Rolle übernommen und er stattet sie mit einer nachgerade barocken Fülle an Spielfacetten aus, dass es eine wahre Freude ist. Er lispelt oder röchelt, tänzelt, turtelt oder sinniert, gerade so wie es sich für ein Leben zwischen allen Hohen und Tiefen gehört. Die Zauberkiste des „Theaters in der Orgelfabrik" wird auch bei dieser Produktion weit geöffnet, und doch wird vor lauter Lust an Farbenpracht und Schabernak der Ernst, der hinter den historischen Fakten steckt, nicht aus dem Blick verloren. Michel und Rosa haben ihr Stück mit einigen Kostproben der Komödienkunst Molières durchmischt. Und noch eines: Das Stück macht Appetit auf mehr Moliere. Michael Hübl (BNN / 17.8. 2009) Neues Stück über Molieres Leben in Karlsruhe: Das Lustspiel als moralische InstanzVON UTE BAUERMEISTER13 Jahre zog Jean Baptiste Poquelin mit einer Wandertruppe durch Frankreich, nahm den Namen Moliere an, bevor er 1658 an den Hof zurückkehrte und unter der Obhut des Sonnenkönigs erfolgreich Komödien verfasste. Es war ein prall gefülltes, anstrengendes Leben, ganz dem Theater gewidmet, wie die Aufführung von ,,Warten auf Moliere" verdeutlicht. Gabriele Michel und Franco Rosa verweben in ihrem Theaterstück geschickt Leben und Werk des großen französischen Dichters. In bezaubernd anrührenden Bildern lassen sie die Welt des 17. Jahrhunderts im Karlsruher Theater in der Orgelfabrik zu neuem Leben erwachen. Es gibt immer zwei Zuschauerpartien: die ,,echten Zuschauer" und gegenüber eine Art hochgehängter Guckkasten. Vor der ansonsten schwarz verhängten Wand thront in dieser mit goldroten Stoffen herrschaftlich ausstaffierte Loge der König nebst Marquis und Chevalier, um dem Schauspiel beizuwohnen. Dazwischen, auf einer einfachen Bretterbühne, hinter der ein mit Handkurbel betriebener Vor-hang geöffnet und geschlossen werden kann, spielt sich die Truppe um Kopf und Kragen. In Rückblenden, Ausschnitten und Erzählungen inszeniert Franco Rosa, das von ihm und seiner Frau Gabriele Michel geschriebene Stuck als atmosphärisch dichte, packende Lebensgeschichte eines großen Theatermannes. Man lauscht fasziniert dem hysterisch, überkandidelten Gelachter, dem beißenden Spott, den menschlichen Sorgen und sieht vor der Pause alles im Chaos, Streit und Theaterdonner versinken. ,,Schauspielerei sei sowieso nichts anderes, als der Versuch eine große Menge von Menschen vom Husten abzuhalten", meint Moliere einmal frustriert. Dennoch kann er nicht davon lassen, schreibt weiter, nimmt immer wieder Arzte auf die Schippe, prangert Heuchler, Geizkragen und Betrüger an und stirbt mit 51 Jahren auf der Bühne, während er seinen ,,Eingebildeten Kranken" spielt. Diese Schlussszene in der Orgelfabrik geht zu Herzen. Wie Sven Fechner unter den Augen sowohl des Adels als auch der Zuschauer gewissermaßen doppelt eingepfercht sein Husten und Leiden zu bezwingen sucht, bevor er zusammenbricht, das berührt tief und ist symbolisch für die Uraufführung: großes Theater. (Badisches Tagblatt / 17.8.2009) Kritiken zu Kafkas Proceß"Der Proceß" hatte im Durlacher Theater in der Orgelfabrik PremiereMan kann eine Reise ins Auge fassen, kann sie planen und doch immer wieder verwerfen aus Sorge, ein Unglück könnte geschehen: schlechte Kost, Diebstahl, Beinbruch. Also bleibt man zu Hause, hat sein Risiko reduziert, aber wahrscheinlich auch ein Stück Leben verpasst. Man kann auch seine tagtäglichen Verhältnisse minutiös organisieren, kann seine beruflichen Obliegenheiten in regelmäßige Abläufe einteilen, die wie ein Uhrwerk funktionieren. Selbst den sozialen Umgang, ja sogar die Liebesbeziehungen lassen sich so gestalten, dass alles recht ordentlich in einen Plan passt. So jedenfalls verfuhr Herr K., in gehobener Stellung bei einem angesehen Bankhaus tätig: Einmal pro Woche ging er ?zu einem Mädchen namens Elsa, die während der Nacht bis in den späten Morgen als Kellnerin in einer Weinstube bediente und während des Tages nur vom Bett aus Besuche empfing", schrieb Franz Kafka in seinem Roman "Der Proceß", der jetzt in einer Bühnenbearbeitung von Gabriele Michel und Franco Rosa beim Theater in der Orgelfabrik Premiere hatte. Kafka begann mit der Niederschrift des Werks im Sommer 1914, bald nachdem er - von Bindungsängsten gebeutelt - seine Verlobung mit Felice Bauer gelöst hatte. Die emotionalen Krisen jener Zeit sind in die Geschichte um den Angestellten K., der in die Mühlen einer schwer zu definierenden Rechtsmaschinerie gerät, ebenso eingeflossen wie seine Erfahrungen als leitender Angestellter der "Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt für das Königreich Böhmen in Prag". Kafka kannte den Rationalisierungsdruck und die Anonymisierung der industrialisierten Moderne aus seiner (ungeliebten) Arbeitspraxis. Diese Eindrücke sind nicht zuletzt im "Proceß" bis zur Unheimlichkeit verdichtet. Zugleich sieht es - besonders in der beklemmenden Eingangsszene - so aus, als habe der Sohn jüdischer Eltern, der 1924 knapp 41-jährig in einem Lungensanatorium starb, die systematische Verfolgung und Vernichtung der Juden durch die Nationalsozialisten und ihre Gesinnungsgenossen vorausgesehen: "Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet", lautet der erste Satz des Romans. Die nie fertig gestellte Geschichte kreist allerdings immer auch um Fragen des nicht gewagten, nicht gelebten Lebens. Die berühmte Parabel "Vor dem Gesetz", die Kafka aus dem Roman herausnahm, bringt dieses verpasste Dasein auf den Punkt. Die Inszenierung von Franco Rosa stellt gerade diese Aspekte des Kafka-Textes heraus. Nicht zuletzt die unterschwellige Sexualität, die Josef K. eher streift als lebt, prägt das Geschehen. Andere vergnügen sich ungeniert in einer Ecke oder unter einem Tisch, während der in allem überaus korrekte Prokurist K. nach Erklärungen sucht, Gründen und Begründungen nachspürt, und immer mehr in einen fast wahnhaften Strudel des Entsetzens gerät. Sven Fechner spielt diesen Josef K. mit großer Eindringlichkeit, ohne dabei die darstellerische Ökonomie aus dem Auge zu verlieren: Anfangs zeigt er noch kräftige Momente von Selbstbewusstsein, um mehr und mehr in Verzweiflung zu geraten; Fechner gelingt es, diese schleichende, zehrende Verwandlung überzeugend zu vermitteln. Metamorphosen anderer Art haben die übrigen Darsteller zu bestehen: der überaus suggestive Jack Recknitz beispielsweise, der zunächst einen sanftmütigen, nachgerade leutseligen Aufseher, später mit ruppiger Kauzigkeit Josef K.s zwielichtigen Advokaten darstellt. Oder Gabriele Michel: Erst gibt sie sich als Wächter dumpf und abgebrüht, später als Zimmerwirtin Frau Grubach verschämt-unverschämt, dann präsentiert sie sich als Gerichtsmaler mit Einfluss. Mit Ulrike Schmitt, Oliver Grimm, Ramayy; Kumar und Franco Rosa sind die weiteren Rollen stimmig besetzt, die ihre Wirkung umso besser entfalten, als Rosa eine Regiearbeit voller überraschender Bilder und spannender Momente gelungen ist, bei der nicht zuletzt die Musikeinspielungen einen wichtigen Part haben. Wie beziehungsreich da vieles ist, zeigt eine Leiter, die sich plötzlich von der Decke her entrollt: Die Himmelsleiter verweist auf Jakobs Traum, jenes Jakob, nach dessen Namen Israel sich das Volk der Ahnen Kafkas nennt. Michael Hübl (BNN / 20.08.2007) "Der Proceß" in Karlsruhe: Gabriele Michel und Franco Rosa setzen eigene Adaption von Kafkas berühmtem Roman in Szene Vor den Gesetzen ist der Mensch machtlosVON UTE BAUERMEISTERNein, man möchte wirklich nicht in der Haut dieses Mannes stecken: Eines Morgens wacht er auf und an seinem Bett sitzen zwei Fremde, die ihm mitteilen, er sei verhaftet. Vergeblich versucht Josef K. den Grund zu ermitteln. Nachbarn beobachten das Geschehen. Man tuschelt. Bis zum Verhör darf K. zwar weiter als Prokurist in der Bank arbeiten. Doch seine Situation wird immer vertrackter. Verwirrt bemüht er sich, vor anonymen Organisationen seine Unschuld zu beweisen. 1914 schrieb der 31-jährige Franz Kafka seinen Roman "Der Proceß". Veröffentlicht wurde das Manuskript erst 1925, ein Jahr nach seinem Tod. Der in Prag geborene deutschsprachige Schriftsteller war promovierter Jurist. Auch in vielen Erzählungen thematisierte er die Wehrlosigkeit der Menschen vor den Gesetzen. Daher haben Gabriele Michel und Franco Rosa bei ihrer Bühnenbearbeitung des Romans auch die kurze Parabel "Vor dem Gesetz" mit eingeflochten. Diesmal beseelt das Künstlerpaar die Orgelfabrik in Karlsruhe-Durlach, eine morbide leere Halle, nicht mit italienischem Flair wie im Vorjahr bei ihrer Inszenierung des Klassikers "Tod in Venedig", vielmehr entführen sie die Betrachter in eine alte Pension mit beschlagenen Fenstern, durch die ständig jemand hineingafft. Erneut nutzen sie geschickt die unterschiedlichen Spielebenen. Eine seitliche Treppe wurde verlängert, die beiden oberen Ebenen dienen zum einen K. als Arbeitsplatz, zum anderen als Beobachtungsposten neugieriger Maskenträger. Immer verhängnisvoller ziehen sich die Schlingen um K. zusammen. Eine Strickleiter saust wie ein Henkersbeil aus der Dachluke, Rauch steigt hinab. Einspielungen klassischer Musikstücke unterstreichen die beängstigende Atmosphäre. Der Lichtkreis einer Taschenlampe erleuchtet punktuell gespenstische Szenarien. Ein sinnloses Verfahren nimmt seinen Lauf. Großartig ist auch in diesem Jahr wieder die Besetzung. Sven Fechner spielt den Josef K. zu Beginn aufgeregt hastig, aber noch auf ein Missverständnis beziehungsweise eine Lösung hoffend. Im Verlauf der 90 Minuten weicht seine anfängliche perplexe Verdatterung einem irren, verängstigten Blick, der auf alles gefasst scheint. Franco Rosa mimt den Prediger, die übrigen Ensemblemitglieder bewältigen souverän mehrere Rollen. Gabriele Michel gibt mal den unnachgiebigen Wächter, dann eine entrüstet horchende Pensionswirtin; erläutert schließlich als Gerichtsmaler Titorelli mit hinreißender Süffisanz dem armen K. die drei Möglichkeiten einer wirklichen oder scheinbaren Freisprechung sowie der Verschleppung des Prozessausgangs. Auch Ulrike Schmitt zeigt sich wandlungsfähig: mal als kühles Fräulein Bürstner mal als verführerische Leni. Mit sparsamen Gesten und stark veränderter Stimme schlüpft Oliver Grimm in die Rolle des funktionstüchtigen Gerichtsdieners, während er als Kaufmann Block untertänig dem Advokaten (Jack Recknitz) die Hände küsst. Stoisch würfelt dagegen der Türhüter (Ramayya Kumar) mit dem alternden Mann vom Land um dessen Wunsch, Eingang ins Gesetz zu finden. Die beiden Theatermacher Gabriele Michel und Franco Rosa verzichten auf banale Aktualisierungen, die sich bei allen innenpolitischen Tendenzen durchaus angeboten hätten. Gerade dadurch erreichen sie eine reale Darstellung der zeitlosen Problematik. Bereits Kafka wusste: "Gesetze halten sich ja nicht dadurch, dass sie gerecht sind, sondern weil es Gesetze sind. Gesetze werden von Menschen geschaffen, deren Schöpfung eitel und unklar ist." Wenn K. zu Beginn schüchtern einwirft, wie um sich selbst zu ermuntern: aber wir leben doch in einem' Rechtsstaat, klingt das angesichts des schrecklichen Endes wie blanker Hohn. Das Premierenpublikum spendete dieser intensiven, rundum beeindruckenden Inszenierung anhaltenden Beifall. (Badisches Tagblatt / 21.8.2007) Kritiken aus den letzten Jahren: "Die Begeisterung war echt, der Applaus anhaltend- oder wie soll man die Reaktion des Publikums nach der Premiere von "Tod in Venedig" in der Durlacher Orgelfabrik beschreiben? War es fasziniert? War es ergriffen? Überwältigt? Auf jeden Fall war zu spüren, dass die Inszenierung, die Franco Rosa herausgebracht hatte, ungewöhnlich beeindruckend wirkte, dass die Menschen wie gebannt saßen und das Geschehen auf der Bühne verfolgten." (Michael Hübl BNN 14.8.2006) Das Wagnis
hat sich gelohnt. Manche Produktionen waren viel beachtete Erfolge, und wer
beispielsweise erlebt hat, mit wieviel Pfiff und Einfallsreichtum sich das
kleine Ensemble des "Titanic"-Themas annahm, der weiß, welchen
künstlerischen Stellenwert sich das Theater in der Orgelfabrik inzwischen
erarbeitet hat. Am Ende
gab es vom Premierenpublikum in der überfüllten Orgelfabrik begeisterten
Beifall, der anzeigt, daß dieses Ensemble, das seit 1987 während der
Sommer-Monate in Karlsruhe tätig ist, sich in den Jahren seiner
bemerkenswerten Arbeit einen festen Stamm von treuen Anhängern erworben hat.
Der Erfolg, den die Reiter der Apokalypse jetzt feiern durften, sollte den
Akteuren eine Ermutigung sein, auf ihrem Weg zu einem unverwechselbaren Stil
fortzufahren... Noch ist
es fast ein Geheimtip: das Theater in der Orgelfabrik, die zu einer Art
kulturellem Zentrum von Karlsruhe zu werden verspricht. Da hat sich (vor mehr
als einem Jahr) eine Gruppe von engagierten Schauspielern zusammengetan,
denen die Stadt das vom Abriß bedrohte, inzwischen gekaufte Gebäude kostenlos
zur Verfügung stellt. Eine nicht nur großzügige, sondern auch kluge
Entscheidung des zuständigen Kulturreferats, denn dadurch wird eine junge,
unkonventionelle Theatergruppe unterstützt, die zu schönen Hoffnungen
berechtigt und deren Arbeit in den vergangenen Monaten zunehmende Anerkennung
gefunden hat. Wenn die
regulären Theater den Spielbetrieb einstellen, finden sich allenthalben freie
Gruppen zusammen, um die kulturlose Zeit mit ungewöhnlichen
Bühnen-Produktionen zu überbrücken - auch in Karlsruhe. Im Stadtteil Durlach
hat sich in einer ehemaligen, malerisch heruntergekommenen Orgelfabrik für
die magere Urlaubssaison seit Jahren ein ebenso engagiertes wie
phantasievolles Ensemble etabliert, das durch seine Produktionen mittlerweile
zu einer Art Theater-tip in der Region geworden ist. Auftakt
der Titanic-Trilogie war das Stück die Katastrophe. Der Abend, von Gabriele
Michel und Franco Rosa in glücklicher Kombination von Autorenschaft und Regie
gestaltet, wurde zu einem glänzenden, unbedingt empfehlenswerten Ereignis,
dessen Besuch auch die Anreise von weit her rechtfertigt und der die beiden
folgenden Teile gespannt erwarten läßt. Mit dem
Fall E.A.Poe eröffnete das Theaterduo Gabriele Michel und Franco Rosa jetzt
die nunmehr zwölfte Spielzeit in einer charmant-ruinösen Stätte inmitten des
idyllischen Karlsruhe-Durlach. Einst von der Abrißbirne bedroht, hat sich die
alte Fabrikruine inzwischen zu einem erfolgreichen Kultur-Treffpunkt
entwickelt. Ein Beispiel dafür, wie Theater funktionieren kann, wenn im
Sommer die meisten Bühnen ihre Türen schließen. Noch dazu sind die
"Provinzler" ihrer Zeit stets voraus: jeweils ein Jahr bevor der
Stoff erfolgreich in die Kinos einzog, widmeten sich die Durlacher
Theatermacher Caspar Hauser ebenso, wie dem Untergang der Titanic.
|
||
|
|
||||
|
|
||||