MRI Max-Reger-Institut - Elsa-Reger-Stiftung

Reger-Werk-Verzeichnis/Reger-Briefe-Verzeichnis

Von 1. Mai 2001 bis 30. Juni 2009 wurde im MRI mit Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) das Doppelprojekt Reger-Werk-Verzeichnis/Reger-Briefe-Verzeichnis erarbeitet. Im Zentrum der Arbeit stand das neue Verzeichnis sämtlicher Werke Max Regers, da das im Jahre 1953 durch Fritz Stein herausgegebene »Thematische Verzeichnis der im Druck erschienenen Werke von Max Reger« inzwischen in vielen Punkten revisions- und ergänzungsbedürftig (und zudem vergriffen) ist. Das neue Reger-Werk-Verzeichnis informiert über jedes einzelne derzeit nachweisbare Werk Regers – gedruckt oder ungedruckt, vollendet oder fragmentarisch – mit Angaben zu Titel, Opuszahl oder Kennziffer, Widmung, Besetzung, Dauer, Autograph (Standort und Kurzbeschreibung), Uraufführung, Edition sowie zur relevanten Literatur, die namentlich in den letzten zehn Jahren einen deutlichen Aufschwung genommen hat. Besonderer Informationsbedarf besteht hinsichtlich der ungedruckten, fragmentarischen und verschollenen Werke sowie der Kompositionspläne. Im Kommentarteil jedes einzelnen Werks nimmt die Quellenbeschreibung (Standorterfassung, verschiedene Fassungen und verworfene Teile eines Werkes u.a.), die bislang für Regers Werke noch nicht geleistet wurde, einen besonderen Rang ein; eine ebenfalls neu zu leistende Dokumentation des Entstehungsprozesses der Einzelwerke durch zahlreiche Stufen von Verlaufsskizzen, Reinschriften und Korrekturabzügen bis zum Erstdruck steht vor der Situation, dass viele Skizzen absichtsvoll vernichtet wurden und Korrekturabzüge nur in Ausnahmefällen erhalten blieben; zur Rekonstruktion wurden die vorliegenden Briefausgaben, aber auch die unveröffentlichten Briefe für Hinweise zur Werkentstehung einbezogen. Das neue Reger-Werk-Verzeichnis gibt den gegenwärtigen Stand der Regerforschung wieder und ist ein umfassendes Kompendium zu Regers äußerst zahlreichen Werken – dabei werden nicht nur Regers eigene Kompositionen berücksichtigt, sondern auch die zahlreichen Bearbeitungen Regers von Werken anderer.

Verzeichnis der Werke Max Regers und ihrer Quellen – Reger-Werk-Verzeichnis (RWV).
Im Auftrag des Max-Reger-Instituts hrsg. von Susanne Popp in Zusammenarbeit mit Alexander Becker, Christopher Grafschmidt, Jürgen Schaarwächter und Stefanie Steiner, München: G. Henle, 2010. 2 Bde., zus. civ, 1616 S. (ISBN 978-3-87328-123-3) 429,00 €.

Das Chronologische Verzeichnis der Briefe von Max Reger – Reger-Briefe-Verzeichnis (RBV) wurde seit Beginn des Förderzeitraums zunächst als Hilfsmittel für die interne Nutzung für das Reger-Werk-Verzeichnis erarbeitet, seit Januar 2008 jedoch vorrangig, mit den hauptamtlichen wissenschaftlichen Mitarbeitern Dr. des. Stefan König und Dr. Agnes Michalak. Es wird in digitaler Form erscheinen.

Angesichts der Masse der Briefe, die Max Reger als unermüdlicher Promotor in eigener Sache schrieb, aber auch angesichts ihrer mehr impulsiven als literarischen Form ist vorläufig an eine Gesamtausgabe seiner Briefe nicht zu denken. Die sorgfältige Herausgabe ausgewählter ergiebiger Korrespondenzsammlungen, insbesondere der Verlegerkorrespondenz durch das MRI (siehe Veröffentlichungen), war daher in den vergangenen Jahren eine vom Fach begrüßte Kompromisslösung, die auch in Zukunft fortgeführt werden soll. Wichtig für die Forschung ist allerdings eine Gesamterfassung aller Briefe, die den Alltag eines Komponisten dokumentieren, woraus Erkenntnisse über Leben, schöpferischen Prozess, Gelingen und Scheitern von Plänen, über Werkkorrekturen, Aufführungen und Interpretationen gewonnen und in einzelnen Fällen auch ästhetische Einsichten entschlüsselt werden können. Eine Auswertung der Briefe hinsichtlich der Werkentstehung war wichtige Voraussetzung für das Reger-Werk-Verzeichnis. Darüber hinaus gibt eine Erfassung aller heute nachweisbaren Dokumente mit Datum, Adressaten und auf Stichworte reduziertem, erläutertem Inhalt, ergänzt durch Quellennachweise, Reger-Forschern die Möglichkeit, bestimmten für ihr Forschungsvorhaben relevanten Themenkomplexen und Personenkonstellationen gezielt nachzugehen.

Der Verbleib vieler Autographen Regers, sowohl von Noten als auch von Poststücken, ist heute unbekannt. Da in den letzten zehn Jahren verschiedene als verschollen geltende Manuskripte in Auktionen wieder auftauchten, besteht begründete Hoffnung, dass viele der fehlenden Autographen noch existieren. Auch die autographen Briefe Regers sind weit verstreut. Das regelmäßige Auftauchen bisher unbekannter Schriftstücke auf dem Autographenmarkt zeigt, dass sich noch viele wertvolle Zeugnisse, anhand deren sich häufig eine lückenlose Chronologie der Entstehung seiner einzelnen Werke erstellen lässt, in unbekanntem Privatbesitz befinden. Jede Mitteilung bezüglich des Fundortes von Reger-Autographen – sowohl von Noten- als auch von Briefhandschriften – wird dankbar entgegengenommen. Nachrichten bitte an unsere Postanschrift oder an mri@uni-karlsruhe.de.

 
 
 

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