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Kultur in Karlsruhe

Pressemitteilungen für die Zeit Oktober und November 2001

Theater

Trenner Veranstalter

Badisches Staatstheater

Baumeisterstraße 11, 76137 Karlsruhe
Telefon: 07 21/35 57-2 32, Fax: 07 21/37 32 23, Anna-Renate Sörgel
E-Mail: Pressestelle@BStaatstheater.de

Ernani
Oper in vier Akten von Giuseppe Verdi
Text von Francesco Maria Piave
- in italienischer Sprache, mit deutscher Übertitelung -

Musikalische Leitung: Uwe Sandner
Inszenierung: Glado von May
Bühnenbild: Heinz Balthes
Kostüme: Doris Hersmann
Choreinstudierung: Carl Robert Helg

Premiere A:    Samstag, 6. Oktober 2001, 19.30 Uhr, Großes Haus
Premiere B:    Mittwoch, 10. Oktober 2001, 20 Uhr Großes Haus

Victor Hugos skandalträchtiges Drama "Hernani" ist die Vorlage zu einer Oper, die aus Verdis Frühwerk als melodienreichster Höhepunkt herausragt. Kaum noch einmal breitete der junge Verdi eine solch verschwenderische Fülle von wunderbaren Kantilenen, zündenden Cabaletten, großartigen Chören und wundervollen Ensembles aus. Alles orientiert sich noch am Belcanto-Stil Bellinis und Donizettis und hat diesen "verdianisch" weitergeführt. Die Dramaturgie des Stückes - eine Frau steht zwischen drei Männern - stand einer Verbreitung des Werks in nördlicheren Gefilden offenbar im Wege. In Italien dagegen ist "Ernani" gerade wegen seiner deutlichen Bezügen zum italienischen Freiheitskampf ("Si ridest`il leon die Castiglia") schon immer besonders geschätzt geworden. Darüber hinaus hat Verdi mit der Figur des alten, starrköpfigen de Silva bereits eine jener Gestalten gefunden, die sein spätes Œuvre auszeichnen. Ähnliches gilt für das "Schwur-Horn-Motiv", das die dramaturgische Funktion von Monterones Fluch in der Oper "Rigoletto" vorausahnen lässt.
Das besondere Augenmerk des Badischen Staatstheaters Karlsruhe gilt auch im Gedenkjahr 2001 dem jungen Verdi, weshalb der vorausgegangenen Produktion "Attila" nunmehr "Ernani" an die Seite gestellt wird. Premiere A ist am 6. Oktober, Premiere B am 10. Oktober.
Es singen: Ignacio Encinas/Harrie van der Plas/Denk Feng Zhao (Ernani), Ivan Dimitrov/Wladimir Stoyanov (Don Carlos), Konstantin Gorny/Guide Jentjens/Orlin Anastassov (Don Ruy Gomez de Silva), Gabriella Morigi/Wessela Zlateva (Elvira), Sonja

van Voorst/Elena Korenzwit (Giovanna), Doru Cepreaga/Peter Herrmann (Don Riccardo), Dae-Hee Shin/Hyun-Ki Kim (Jago).

L'inganno felice (Der geglückte Betrug)
Oper in einem Akt von Gioacchino Rossini
Libretto von Giuseppe Foppa

- in italienischer Sprache mit deutschen Rezitativen von Nina Birkner und Benjamin Künzel

Musikalische Leitung: Wolfgang Heinzel
Inszenierung: Carl Philip van Maldeghem
Bühnenbild: Heinz Balthes
Kostüme: Andrea Fisseler

Il campanello (Die Nachtglocke)
Komische Oper in einem Akt von Gaetano Donizetti
Libretto von Gaetano Donizetti, Deutsch von Rosanna Paumgartner

Musikalische Leitung: Wolfgang Heinzel
Inszenierung: Andreas Geier
Bühnenbild: Heinz Balthes
Kostüme: Andrea Fisseler
Choreinstudierung: Michael Vogel

Premiere A:    20. Oktober, 2001, 19.30 Uhr, Kleines Haus
Premiere B:    27. Oktober 2001, 19.30 Uhr, Kleines Haus

Von den insgesamt fünf Farcen des jungen Rossini nimmt "L'inganno felice" eine Sonderstellung ein, legte dieses kleine Werk doch den Grundstein zu dem kometenhaften Aufstieg des damals zwanzigjährigen Komponisten. Dies mag neben der Musik, die zwischen gefühlvollen und spritzigen Elementen pendelt, auch an der Handlung selbst liegen, die nicht - wie sonst in einer Farce üblich - von durchweg buffoneskem Charakter ist, sondern auch Anklänge an das Rührstück aufweist. Dies manifestiert sich vor allem in dem Figurenpaar Isabella und Bertrando, das nach einer Intrige des Gegenspielers Ormondo mit Hilfe des Bergwerksführers Tarabotto nach zehn Jahren endlich wieder zueinander findet. Die darum kreisenden Verwirrungen und Spielchen der handelnden Personen verleihen dem Stück seine "Wohltemperierte" Komik.

Es singen: Susanne Cornelius/Soojin Moon/Larissa Krochina (Isabella), N. N./Alexander Pfitzenmeiner (Bertrando), Christof Fischesser/Luiz Molz (Tarabotto), Dae-Hee Shin/Christian Dahm =Ormondo), Christian Rieger (Batone).

Die Geschichte um einen Apotheker, der vom ehemaligen Liebhaber seiner Braut in der Hochzeitsnacht mit allen Mitteln um den Vollzug der Ehe gebracht wird, schrieb Donizetti in einer der dunkelsten Zeiten seines Lebens. So musste er im Jahre 1836 sowohl den Tod der Eltern als auch der Tochter hinnehmen. In "Il campanello" jedoch ist davon nichts zu merken, denn das zur finanziellen Sanierung eines kleinen neapolitanischen Theaters geschriebene Werk sprüht in seinen Verkleidungsszenerien vor Situationskomik. "Alles ist Leben, alles ist Gesang" - und tatsächlich zeigt sich hier Donizettis Begabung für komische Stoffe auf besonders schöne Weise, ist darin doch die "hieterste Musik in der Welt" zu hören, die den Vergleich mit den großen Opernschwestern "Don Pasquale" oder "L'elisir d'amore" nicht scheuen muss.
Es singen: Christof Fischesser/Luiz Molz (Don Annibale), Edward Gauntt/Tero Hannula (Enrico), Rosemara Ribeiro (Madama Rosa), Jolanta Kuznik/Tiny Peters (Serafina), Günter Nowak/Hans-Jörg Weinschenk (Spiridione).

Beide Kurzopern haben am 20. und am 27. Oktober in einer jeweils gemeinsamen Aufführung Premiere.

Salome
Musikdrama in einem Aufzug von Richard Strauss
nach Oscar Wildes gleichnamiger Dichtung

Musikalische Leitung: Kazushi Ono
Inszenierung: Thomas Schulte-Michels
Ausstattung: Wolf Münzer

Premiere A: Samstag, 24. November 2001, 19.30 Uhr, Großes Haus
Premiere B: Mittwoch, 28. November 2001, 20 Uhr, Großes Haus

Das große Aufsehen, welches das Wildesche Stück "Salome" erregte, ist durch die gleichnamige Oper von Richard Strauss noch einmal überboten worden. Der sensationelle Erfolg des 1905 in Dresden uraufgeführten Musikdramas setzte sich trotz des Zetergeschreis der Philister und der Prüderie mancher Hoftheater-Zensur-Stellen in einem beispiellosen Siegeslauf fort, der eigentlich bis heute andauert. Wie kaum ein anderer Stoff ist die Geschichte um die herodianische Prinzessin und den Propheten Jochanaan zum Ausdruck einer Kunstepoche geworden - Wilde, Beardsley, Strauss -, deren ansprechende Ästhetik immer wieder eine neue Renaissance zu erfahren scheint. Das Musikdrama hat am 24. November in der Inszenierung von Thomas Schulte-Michels am Badischen Staatstheater Karlsruhe Premiere.
Es spielen: Herodes: Mario Muraro/John Pickering; Herodias: Wilja Ernst-Mosuraitis/Cornelia Wulkopf; Salome: Barbara Heimann/Ursula Prem; Jochanaan: Peteris Eglitis/Claudio Otelli;

Narraboth: Klaus Schneider/Stuart Skelton; Page: (Rosemara Ribeiro)/Ewa Wolak; 1. Jude: Hans-Jörg Weinschenk; 2. Jude: Günter Nowak; 3. Jude: Johannes Eidloth; 4. Jude: Thomas Krause; 5. Jude: Guido Jentjens; 1. Soldat: Christof Fischesser/(Guido Jentjens); 2. Soldat: Luiz Molz, 1. Nazarener: Gregory Frank; 2. Nazarener: N. N.; Ein Kappadozieer: Christian Dahm/Wolfram Kron; Ein Sklave: Sae Jin Oh.

Ballett

Zirkus Fellini
Tanzstück von Pierre Wyss
Nach Motiven aus Filmen von Frederico Fellini

Choreographie und Inszenierung: Pierre Wyss
Musik: Nino Rota
Ausstattung: Johannes Conen

Uraufführung: Sonntag, 4. November 2001, 19.30 Uhr

Dieser Ballettabend ist inspiriert von der Poesie der Filme des großen italienischen Regisseurs Federico Fellini, von seinen - zum Teil überzeichneten - Figuren, von deren Menschlichkeit, aber auch von deren Verlorenheit. Der Abend ist ein Bekenntnis zum Theater und zum Zirkusmilieu. Das jüngste Werk des neuen Karlsruher Ballettdirektors Pierre Wyss ist am 4. November im Badischen Staatstheater erstmals als Uraufführung zu erleben.
Aber auch Luigi Pirandellos Theaterstück "Die Riesen vom Berge", in dessen Mittelpunkt eine Theatergruppe steht, und das von der Poetisierung der Alltagsrealität handelt, hat seine Spuren hinterlassen. In der Inszenierung von Pierre Wyss entstehen Situationen, in denen die Tänzer ihre Rollen zur eigenen Identität machen. Aus der Begegnung einzelner Personen, von denen jede in ihrer eigenen Traumwelt gefangen ist, entsteht ein buntes getanztes Fest. Erinnerungen an Erlebnisse wie die erste Liebe, die Hochzeit, an Schick salsschläge wie den Tod werden wach und den Zuschauern im großen "Zirkus des Lebens" sinnlich vor Augen geführt. Zum Tragen kommen daher fragmentarisch angelegte Filmcharaktere und autobiografische Momente. Diese Hommage an den Regisseur, von dem gesagt wird, "er sei das Kino!", steht durch ihre Botschaft von Poesie und Träumen im Gegensatz zu unserer technologisierten und schnelllebigen Welt.
Fellini selbst sagte hierzu: "Das Leben ist eine Mischung aus Pasta und Magie, aus Fantasie und Realität. Filme sind Magie (...) Niemand ist realistischer als derjenige, der Traum visionen hat, denn er intensiviert die tiefreichendste aller Realitäten - seine Realität."
Es tanzt das Ballettensemble des Badischen Staatstheater. Als Gäste wirken mit: Randy Diamond (Musicaldarsteller), Martina Roth (Schauspielerin und Alexandra Kunz (Schauspielerin/Tänzerin).

Schauspiel

Die Dreigroschenoper
von Bertolt Brecht und Kurt Weill

Inszenierung: Peter Hatházy
Musikalische Leitung: Uli Kofler
Ausstattung: Günter Hellweg

Premiere: Freitag, 19. Oktober 2001, 20 Uhr, Großes Haus

Im Mittelpunkt der Handlung steht der Gentleman-Gangster Mackie Messer, stets umgeben von seinen zahlreichen Geliebten und schweren Jungs. Er bringt die "bürgerliche Allianz aus organisiertem Verbrecher- und Unternehmertum durcheinander" (Hans Jürgen Pullem), genießt die wechselhafte Solidarität des Polizeichefs und würde schließlich doch am Galgen enden, wenn - ja da bedient sich Brecht eines alten Theatertricks - ihn nicht ein Deus ex machina noch retten würde.
Die Uraufführung der "Dreigroschenoper" ging als legendärer Erfolg der Zwanziger Jahre in die Theatergeschichte ein. In Berlin lief sie über ein Jahr lang en suite, doch auch andere Städte in Europa wurden vom 'Dreigroschenfieber' gepackt. Bis zum Jahr 1933 fanden insgesamt mehr als 10 000 Aufführungen statt. Die zupackende Spielhandlung, der aggressive Witz, die hinreißend frech komponierten, zündenden Songs von Kurt Weill haben auf Dauer einen Nimbus geschaffen, wie ihn nur wenige Stücke der klassischen Moderne für sich reklamieren können. Das Publikum bekannte und bekennt sich in komplizenhaftem Einverständnis zu der These "erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral" und ebenso augenzwinkernd zur Maxime "Nur wer im Wohlstand lebt, lebt angenehm."
Die Dreigroschenoper hat in der Inszenierung von Peter Hatházy am 19. Oktober im Badischen Staatstheater Premiere.
Es spielen: Thomas Gerber (Macheath), Peter Zimmermann (Jonathan Jeremiah), Birgit Bücker (Celia Peachum), Anja Lechle (Polly Peachum), Andreas Klaue (Brown), Nikola Nor gauer (Lucy), Marion Martienzen (Die Spelunken-Jenny), Oliver Jaksch (smith/Ede), Norbert Aberle (Pastor Kimball),JaronLöwenberg (Filch/Jakob), Rolf Germeroth (Matthias), Melchior Morger (Walter), Raik Singer (Robert), Hanns-Hendrik Trost (Jimmy), Solveig August, Susanne Schellin, N. N. (Huren).
Musiker: Uli Kofler (Klavier), Reiner Möhringer (Saxophon, Klarinette), Roman Rothen (Bass), Michael Rüber (Gitarre), Gernot Trittler (Schlagzeug), Pirmin Ullrich (Saxophon, Kla rinette).

Ritter, Dene, Voss

Komödie von Thomas Bernhard

Inszenierung: István Bödy
Bühnenbild: Eberhard Matthies
Kostüme: Renate Schmitzer

Premiere: Donnerstag, 8. November 2001, Kleines Haus

Eine Herrschaftsvilla in Döbling: Zwei Schwestern, Töchter des reichen Fabrikanten Worringer und beide Schauspielerinnen (wenn auch selten praktizierend), warten auf ihren Bruder; der nimmt noch ein heißes Bad, ein zu heißes Bad vor dem Mittagessen. Für die beiden Mädchen hat der Herr Papa Anteile vom Josefstädter Theater gekauft, damit sie spielen können, was sie wollen. Der Sohn, einst Mutters Liebling und jetzt der der Schwestern, ist Philosoph, ein Querdenker, und lebt dort, wo allein ein Geistesmensch noch leben kann, in der Irrenanstalt, in Steinhof bei Wien. Die Schwestern haben ihn dort herausgeholt, ihn heimgeholt ins elterliche Haus. So treffen sich Bernhards drei Geschwister dort, wohin sich Tschechows "Drei Schwestern" nur träumen können: am Ort ihrer Kindheit. Aber ihr "Moskau" heißt Wien und ist demgemäß nichts als ein Alptraum.
Thomas Bernhards "Ritter, Dene, Voss" ist für die Schauspieler Ritter, Dene und Voss geschrieben worden; das Stück handelt aber nicht von ihnen. Es ist ein Stück über die berühmt-berüchtigte Familie Wittgenstein; und Voss wiederum ist eine Kombination aus Ludwig Wittgenstein, dem Philosophen, und Paul Wittgenstein, dem Verrückten, dem Bern hard schon in seiner Erzählung "Wittgensteins Neffe" gehuldigt hat. Es ist aber auch - wie immer bei Bernhard - eine Weltekel- und Menschenüberdrusskomödie, eine Wort-Etude, in Moll diesmal. Das Thema ist Bernhards eigene, durch seine Kunst universell gewordene Außenseiterexistenz.
Die Komödie hat, inszeniert von István Bödy, am 8. November im Badischen Staatstheater Karlsruhe Premiere.
Die Darsteller: Voss, ist Ludwig: Michael Rademacher; Dene, seine ältere Schwester: Heidelore Kress; Ritter, seine jüngere Schwester: Lydia Kreibohm.

Meisterdetektiv Kalle Blomquist
Ein Kinderstück von Asrid Lindgren
Bühnenbearbeitung: Eberhard Möbius

Inszenierung: Felix Köhler
Bühnenbild: Leonie Mohr
Kostüme: Christine Hauer

Premiere: Dienstag, 27. November 2001, 18 Uhr

In dem schwedischen Ort Kleinköping geht alles noch recht gemütlich zu, aber die Ge schichte spielt auch zu einer Zeit, da zum Beispiel die Pferde im Vergleich zu den Autos noch in der Überzahl sind. Gerade habendie Sommerferien begonnen, und endlich kann Kalle Blomquist wieder seiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen. Als Meisterdetektiv mit Lupe und Pfeife ausgerüstet, ist er im Ort schon ziemlich berühmt.
Nun sollte man meinen, dass es in diesem kleinen "Nest" mit dem komischen Namen nicht viel zu entdecken gibt, aber weit gefehlt. Wer sucht, der findet auch etwas! Und Kalle Blomquist entdeckt seltsamverdächtige, geheimnisvolle Spuren, denen er unbedingt nachgehen muss. Dabei helfen ihm seine besten Freunde: Eva-Lotte Lisander und Anders Bengtsson.
Welche Spuren sie nun verfolgen und wen oder was sie höchst verdächtig finden, soll an dieser Stelle natürlich nicht verraten werden! Nur so viel noch: Ihre Nachforschungen führen sie in eine unheimliche Schlossruine, und um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, veranstalten sie eine kleine Zirkusvorstellung. Und am Ende sind dann auch Frau Lisander, Eva Lottes Mutter, und der Polizist Björk ganz erstaunt, was die drei Kinder da alles aufgedeckt haben...
Die schwedische Autorin Astrid Lindgren (Jahrgang 1907) hat für Kinder viele Bücher geschrieben, die von ihnen immer noch und immer wieder heiß geliebt werden. Wahr scheinlich spüren die Kinder intuitiv, dass Astrid Lindgren auch als Erwachsene nie das Kind vergessen hat, das sie selbst einmal war. Ihre Bücher legen davon ein beredtes Zeugnis ab.
Meisterdetektiv Kalle Blomquist kommt als diesjähriges Kinderstück am 27. November 2001 im Badischen Staatstheater heraus. Die Inszenierung stammt von Felix Köhler.

Drei Fische für zwei Paare
Lustspiel von Bodo Kirchhoff

Inszenierung: Stefan Schön
Ausstattung : Eva Humburg

Uraufführung: Freitag, 12. Oktober 2001, 20 Uhr, in der insel

Callboy Aldo bereitet zusammen mit seiner philippinischen Ehefrau Mercy den Empfang eines neuen Kundenpaares vor. Und während er sich noch den Kopf darüber zerbricht, welche Garderobe er wählen soll ("Mit oder ohne Krawatte?") und sie sich schon einmal ums Essen kümmert (drei Fische, Schleie, die zunächst noch im Spülbecken zappeln, landen einer nach dem anderen auf dem Küchentisch), ahnt Aldo noch nicht, dass er diesmal beim Spiel mit dem Feuer auf einem Pulverfass sitzt.
Im Laufe dieses Abends entwickeln sich nämlich Dinge in einer unvorhergesehenen und ungeplanten Weise. Nicht nur, dass zunächst auch Mercy Gefallen an der Idee zu finden beginnt, ebenfalls ins Prostitutionsgeschäft einzusteigen, auch der überaus erfolgreiche Drehbuchautor von Fernsehserien, Dr. B., und seine Gattin Ingrid, die sich trotz mehrmaliger Aufforderung hartnäckig weigert, "vorher" ein Bad zu nehmen, sorgen mit ihrem seltsamen Verhalten bei Aldo zunehmend für Verwirrung.
Und nachdem Aldo den "geschäftlichen" Teil des Abends mit der sexhungrigen Ingrid dann doch irgendwie hinter sich gebracht hat (was genau sich zwischen beiden abspielt, bleibt freilich im Dunkeln), kommt es schließlich beim vereinbarten gemeinsamen Fischessen zu gegenseitigen Provokationen, die die wahren Wünsche, Ängste und Aggressionen der zwei Paare zum Vorschein kommen lassen und sich so zuspitzen, dass sie beinahe in einem Mord enden. Für den Krimiautor Dr. B. eine ideale Vorlage für sein nächstes Drehbuch, wäre er nicht selber Akteur in diesem Spiel und das Ende offen.
Die Uraufführung des neuen Stücks von Bodo Kirchhoff inszeniert Stefan Schön am Badischen Staatstheater Karlsruhe am Freitag, 12. Oktober.
Es spielen: Peter Bamler (Aldo, ein käuflicher Liebhaber aus Neustadt), Anja Reßmer (Mercy, Aldos guter Geist und Mädchen für alles), Harald Heinz (Brausen, ein vielbeschäftigter TV-Sereinschreiber), Bettina Franke (Ingrid, Brausens anspruchsvolle, eigensinnige Gattin).

Theater im Kopf
"Der Tod und das Mädchen" als Szenische Lesung

Sonntag, 21. Oktober 2001, 11 Uhr, insel

Anlässlich des 40jährigen Bestehens von amnesty international lesen Mitglieder des Schau spielensembles des Badischen Staatstheaters Karlsruhe am 21. Oktober, 11 Uhr, in der insel Szenen aus "Der Tod und das Mädchen" von Ariel Dorfman. Die Einrichtung stammt von Susanne Wimmer.
Die Lesung findet in Zusammenarbeit mit amnesty international (ai) und dem Internationalen Begegnungszentrum (IBZ) statt.

Trenner Veranstalter

Kabarett "Die Spiegelfechter"

in der Orgelfabrik, Amthausstraße 17, 76227 Karlsruhe
Telefon: 07 21/9 61 43 55, Fax: 07 21/4 76 27 16, Barbara Fleck
E-Mail: barbara.fleck@gmx.de

"Doolally Tuesday"
Gunzi Heil:Wem die Ode leuchtet

Dienstag, 6./13./20./27. November 2001, jeweils 20.15 Uhr, Orgelfabrik

Gunzi Heil ist Musiker, Liedermacher, Kabarettist, Parodist, Puppenspieler und am allerliebsten alles gleichzeitig, und darin hat ihn das Land Baden-Württemberg für schuldig empfohlen und über ihn dieses Jahr den Kleinkunstpreis 2001 verhängt. Zu den Spiegelfechtern in die Karlsruher Orgelfabrik kommt er am 6., 13., 20. und 27. November.
Wenn Gunzi solo zu seiner Pop und Popel-Show ansetzt, wildert er sprunghaft längsseits querwärts durch Musik, Literatur, Film, Fernsehen und schüttet den Setzkasten des daily zapping über die Tasten. Lässig bis fahrlässig lässt er in seinen Liedern und Texten höchstes Kulturgut klangvoll und kopfüber in den Gulli rauschen - völlig ohne Klärwerke.
Ein festes Wiederaufbereitungsprogramm gibt es bei seiner "Wem die Ode leuchtet-Tour" nicht.
Wie der Abend verläuft hängt vom Frühstück ab - oder vom Publikum. Schnelle und aktuelle Eskapaden, Experimente und Improvisation und natürlich einige seiner beliebtesten Songs, die einfach nicht fehlen dürfen, werden diese vier Abende im November zu verrückten Dienstagen machen.

,,Meine Heilige Familie"
Weihnachtsspecial von "Altinger und Band"

Sonntag, 9. Dezember 2001, 20.15 Uhr, Orgelfabrik

Haben Sie auch schon Panik vor dem frohen Fest? Treibt Sie der Gedanke an Weihnachten an, eine kleine Reisetasche zu packen und zu kontrollieren, ob das handliche Beil im Keller noch richtig scharf ist?
Sollte das so sein, sind Sie genau richtig. Denn der Altinger und seine Band (Martin Julius Faber) zeigen am 9. Dezember in der Durlacher Orgelfabrik die Dramen der bayerischen Weihnacht, wie sie Ludwig Thoma völlig betrunken nicht eingefallen wären. Altinger analysiert die Verhaltensweisen und Rituale der bayerischen Weihnacht 2001, um zum glasklaren Schluss zu kommen, dass die Verlierer im großen Kampf rund um den Baum immer die Männer sind. Es beginnt doch schon mit Josef selbst: Von Maria mit dem heiligen Geist betrogen, vom Erzengel bis nach Ägypten getrieben und dann von Evangelisten noch einmal kurz erwähnt, weil sein pubertierender Ziehsohn in Jerusalem mal ohne seine Eltern einen drauf machen will. Und ansonsten?
Und heute? Der blanke Terror und das innere Wehgeschrei der bayerischen Männlichkeit, nur notdürftig überdeckt mit weihnachtlicher Stubenmusik. Der Altinger konfrontiert gnadenlos mit den real existierenden Archetypen: mit der harmoniesüchtigen Gattin, die die in ihrer Schlichtheit liebgewonnenen Männerwohnungen mit aberwitzigem, von zarten indischen Kinderhänden mit Liebe verschweißtem, weihnachtlichem Tand verunstaltet, um klar zu signalisieren: "Wehe es wird nicht schön!" Und dann das Kind, das wirbelsturmgleich und mit eben solch verheerenden Auswirkungen über uns und unseren Dispokredit herein

brechen wird. Zu guter Letzt kreuzt dann auch noch die Verwandtschaft in Gestalt der Schwiegermutter auf, um die letzten Reste von Feierlichkeit in Schutt und Asche zu legen.

,,Jahresultimo 2001"
Satirisch politisch Gutes von und mit Helga Siebert

22. und 24. November 2001, jeweils 20.15 Uhr, Orgelfabrik

Das Jahr 2001 ist soweit so gut oder schlecht gediehen, wie man will.
Da wirft die Hamburger Kabarettistin Helga Siebert bereits einen Blick zurück - nicht im Zorn, aber in aller Schärfe. Und zwar am 22. und 24. November in der Durlacher Orgelfabrik. Es gab mehr als genug kritisch unter die Lupe zu nehmen: politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich - sofern man das heute noch voneinander trennen kann.
Es ging hoch her und bietet der Hamburger ,,Brett'l Lady" viel Stoff für ihren dritten Jahresrückblick. Da gilt es Zusammenhänge aufzudecken, Ungereimtheiten anzuprangern und Unsinniges bloßzustellen.
Hektische Fusionitis herrscht im ganzen Land, die moderne Fortbewegung zeigte so manch fatale Schwäche auf, die Lufthansa - Piloten wollten nicht mehr in die Luft gehen und griffen lieber zum Streik, die konservativen Kräfte im Lande bündeln sich in einem CSU - Kanz lerkandidaten, der weder menschliche noch tierische Züge trägt.... ein ,,Hydro", der offenbar ganz wenig Wasser braucht. Man wird sehen, ob Donna Angela mit allen ,,Schliffen" oder doch lieber allein Cabrio fährt.
Die Kabarettistin erinnert sich an einen nachösterlichen Geldfund... und fragt: ,,Wie werde ich Millionär?" Antwort:,,Bei Durchsicht meiner Konten!"
Die Hauptstadt Berlin ist Pleite, in der Feinen & Hansestadt Hamburg boomt der Tourismus, die Südstaaten rüsten auf und Papst Johannes Paul der ,,Vielgereiste" hat noch immer nicht das Zeitliche gesegnet.

Ein liebevoller Spießbürger
Ein kabarettistisch - tragisch - komischer Abend mit Roland Maier

Mittwoch, 12. Dezember 2001, 20.15 Uhr, Orgelfabrik

Roland Maier ist der liebevolle Spießbürger, der am Unverständnis seiner Umwelt und vor allem seiner Frau Ilse verzweifelt. Seine neuen Geschichten sind tragisch und komisch zugleich. Er produziert Bilder, in denen sich die Zuschauer wiedererkennen und ihre Betroffenheit nur durch Lachen zum Ausdruck bringen können. Er kauft im Supermarkt ein, baut ein Ikea-Regal zusammen und besänftigt seine eifersüchtige Ehefrau. Immer wieder stolpert er über die Fallstricke des Lebens, um sofort wieder aufzustehen.
Roland Maier zeigt die menschliche - allzu menschliche Seite. Ehedschungel, Midlifecrisis, Dorfgespräche - alles wie im richtigen Leben, aber urkomisch am 12. Dezember bei den Spiegelfechtern in der Durlacher Orgelfabrik.

"Restrisiko"
Das neue Programm der Spiegelfechter

Premiere: Freitag,16. November 2001, 20.15 Uhr, Orgelfabrik

Wir leben im Zeitalter der Packungsbeilage, und wer mal so richtig eine Packung bekommt, der möchte auf eine Beilage nicht verzichten, die das Risikomaterial in schöne Worte fasst.
Die Welt ist voller Risikomaterial, es ragt überall gut sichtbar aus der politischen Landschaft, und überall lauern die Separatoren, um es säuberlich abzutrennen und uns darmwarm aufzutischen.
Poltiker sind und bleiben Risikomaterial - Kohl etwa, den wir ja einfach nicht loswerden, bringt sogar enorm viel Material auf die Waage, und deshalb war für uns das Risiko auch immer sehr gross - und bleibt es wohl möglich. Oder dieser Landowsky: Der ist einfach hyp - auch er gehört zu jenen abgebrannten Politikern, für die man doch den alten Regie rungsbunker an der Ahr als Endlager vorsehen sollte; fragt sich natürlich, wie lange sie dort sicher aufbewahrt werden können und ob sie nicht doch eines Tages ins Grundwasser durchsickern...
Oder dieses Kontentrüffelschwein Kiep oder - die Aufzählung ist müßig - weil nicht begrenzbar.
Das menschliche Genom, von dem die Menschheit gerade systematisch enteignet wird, damit es anschliessend gewinnbringend wieder zurück verkauft werden kann, ist ein supercooles Risikomaterial, an dem sich die Eigentümer Hände und Füße und natürlich ihr Portefeuille wärmen können - Packungsbeilagen sind nicht vorgesehen.
Und die Menschheit selbst wird als globales Risikomaterial in einem Weltdorf enden - als ein Milliardenvolk von Telefonisten und motorbetriebenen Autisten, womit dann auch die vielbeschworene Kommunikation und Mobilität zum wohlverdienten Stillstand gekommen sein wird. Aber - was ficht`s uns an? - Wir machen unbeirrt und ordnungsgemäß unser neues Programm und nennen es - nach der Zentralmetapher des Jahrtausends - Restrisiko. Die Spiegelfechter präsentieren ihr neues Programm "Restrisiko" am 16. November zum ersten mal in ihrem Domizil, der Durlacher Orgelfabrik.
Die Spiegelfechter, das sind: Yvonne Fendel, Eva Maria Reinhardt, Ole Hoffmann und am Piano Tobias Jost und Jan Röck.

"Die Nachwelt flicht dem Mimen keine Kränze."
Eine Lesereihe mit Ole Hoffmann

Die Memoiren des Hofschauspielers August Junkermann
erschienen 1888

21., 25. November 2001 und 2. Dezember, 2001 jeweils 20.15 Uhr

Ein Band in dickes Leder gebunden, wunderschön illustriert - entdeckt in einem Antiquariat in Berlin. Gewiss ein erfolgreicher Mann. Den Karlsruhern stellt August Junkermann im Übri gen kein gutes Theaterbesucherzeugnis aus: "Das Karlsruher Hoftheater stand damals unter der Leitung Eduard Devrients, der absolut alles Komische _ auch im besseren Gene - von der Hofbühne fernhielt. Die meisten Zuschauer im Parquet schliefen. Nun man kann nicht immer Kaviar und Austern essen. In der Abwechslung liegt der Reiz, dies sei unseren Theaterleitern gesagt, die meistens ihre Abonnenten einlullen wollen.
"Entschuldigen sie, welcher Akt ist das?" ist der meistgeflüsterte Satz in Karlsruhe. Das Publikum strömte denn auch in Scharen zu uns in die Bierkeller."

Am 21. und 25. November sowie 2. Dezember bietet Ole Hoffmann in der Durlacher Orgelfabrik Einblick in das Schaffen und Leben des Hofschauspielers August Junkermann. Theateranekdoten und Kontraktschwierigkeiten säumen seinen Lebensweg. Der 13-jährige

August fasst den Plan, Artillerie-Lieutenant zu werden. Schlechte Zeugnisse, die nicht ausbleiben konnten, hatten den Vater wohl erbittert. Als er dann noch seine Stiefmutter in der Person seines jüngeren Bruders beleidigt, kündigt ihm der Vater sein Haus, und er zog hinaus in die weite Welt. Sein Weg zum erfolgreichsten und beliebtesten deutschen Reuterfiguren-Darsteller führt ihn über viele Provinztheater, Tingeltangel, die Bierkeller von Karlsruhe, wo er Couplets gegen weiche Kreutzer zum Besten gibt, das Freilichttheater Durlach schließlich ans Hoftheater in Stuttgart - wo ihm dann nach 16-jähriger Mitgliedschaft trotz Dekoration durch den Kaiser die sonst übliche Unkündbarkeit sowie eine Pension verweigert werden. Echter Schwabengeiz. Er löst den unseligen Kontrakt und nimmt ein Engagement in New York an, wo er enthusiastisch von Kritik und Publikum gefeiert wird. Höchst spannend sein Bericht über die Atlantiküberquerung und sein Vergleich des deutschen Theaters mit den Neuerungen des amerikanischen, dessen Auswirkungen auf die Unterhaltung unverkennbar das heutige Hollywoodkino vorwegnehmen. Allein schon wegen dieser Einblicke ist dieser Abend ein Muss für jeden Theatergänger.

Gemma Boic - Dem Gedächtnis einer Künstlerin
Erschienen 1915

13., 16. und 19. Dezember 2001, jeweils 20.15 Uhr, Orgelfabrik

Ein kleines schwarzes Buch bedruckt mit goldenen Lettern - Gemma Boic - Dem Gedächtnis einer Künstlerin.- gefunden in einem Antiquariat in Ulm. Das einzige noch existierende Exemplar. Die anrührende Lebensgeschichte einer großen deutschen Künstlerin gewährt tiefe Einblicke in die Theater jener Zeit. Von Kritikern mit der jungen Eleonore Duse verglichen, heißt es in einem Brief vom Mai 1914, auf dem Gipfel ihres Erfolges: "Die Zeit und meine Begabung haben keinen Kontakt."

Und so benennt es das Vorwort:
Mitte Dezember 1914 hat in Wien eines der angesehensten Mitglieder der ersten österreichischen Privat- Bühne, Gemma Boic, die große Tragödin des Deutschen Volkstheaters, ihrem jungen Leben freiwillig ein Ziel gesetzt. Weltgeschichtlich ausgedrückt: Zwischen der Besetzung und Wiederräumung Belgrads durch die Truppen der Monarchie, zur Zeit, wo auch die theaterselige Kaiserstadt anderes zu tun hatte, als sich um die ihr sonst sehr am Herzen liegenden Privatangelegenheiten ihrer Schauspielerinnen zu kümmern, ist sie still, wie es ihre Art war, aus dem Leben gegangen. Ich schrieb diese Tragödie in Niemandes Auftrag, aber mit Vieler Einverständnis auf. Die Gedenkschrift für die mir als Künstlerin und Persönlichkeit unvergessliche Frau ist denen zugedacht, die sie kannten, und denen, die sie hätten kennen sollen.
Zur Zeit in Karlsruhe i. B. im Heeresdienst am 1.September 1915
Dr. Ernst Leopold von Stahl. Ole Hoffman setzt sich mit dieser Lebensgeschichte am 13., 16. und 19. Dezember in der Orgelfabrik auseinander.

Memoiren eines Hoftheater - Intendanten
Theatererinnerungen von Gustav zu Putlitz aus dem Jahre 1863

2., 6. und 9. Januar 2002, jeweils 20.15 Uhr, Orgelfabrik

Ein schlichtes Buch, billig gebunden in einem rosa Einband aus dünner Pappe. Schlecht geschnitten. Der Mann hatte bestimmt Ärger mit seinem Drucker. Nur ein Wort prangt darauf- Theatererinnerungen. Aufgestöbert bei einem Trödler in Augsburg.
Der Theaterautor Gustav zu Putlitz wird zum Intendanten des Hoftheaters Schwerin berufen. Seine Freunde raten ihm ab. Tiefste Provinz, zu anstrengend und der Gesundheit höchst abträglich. In seinen Theatererinnerungen beschreibt er vier glückliche Jahre auf diesem Posten, trotz allen Sorgen und Nöte, die das Alltagsleben an einem Provinztheater eben mit sich bringen. Der Fürst hat alles in unzähligen Paragraphen geregelt. Man muss sie wohl studieren, um sie dann geschickt umgehen zu können. Wie mit der königlichen Theaterzensur umgehen? Der dreihundertste Geburtstag von William Shakespeare muss gefeiert werden. Doch wie viel Shakespeare kann man den Schwerinern zumuten? Welche Prinzessin hat sich heute verlobt und wie muss man nun das Programm entsprechend anpassen? Und wie wäre es, wenn man einmal auf den Souffleurkasten verzichten und alle Schauspieler des Textes komplett mächtig spielen würden? Das ungewöhnliche Experiment wird gewagt. Leider lässt der harte Theateralltag eine Wiederholung nicht zu und dieser Traum muss wohl für immer Zukunftsmusik, eine sich niemals verwirklichende Theaterutopie bleiben. Warum kann der für viel Geld engagierte Star nur so schlecht lesen und ist trotzdem ausverkauft? Warum mögen die Schauspieler seine Stücke nur, wenn sie unter Pseudonym erscheinen? Und doch immer die Sorge um die Schauspieler, die sich des Nachts nicht gehörig zu benehmen wissen.
Von der schweren Verantwortung erschöpft, verlängert er seinen Vertrag nicht. Doch der Dämon des Theaters hat ihn längst in seinen Klauen und will ihn nicht mehr loslassen. All das präsentiert Ole Hoffmann am 2.,6. und 9. Januar in der Durlacher Orgelfabrik.

"Eine schöne Bescherung"
Weihnachtsbräuche rund um den Erdball und "Ein Weihnachtslied" von Charles Dickens

Mittwoch, 26. Dezember 2001, 20.15 Uhr

In diesen Tagen herrscht in Santas Werkstatt Hochbetrieb. Da wird gehämmert und gehobelt, gesägt und genagelt, geklebt und bemalt. Santa und seine fleißigen Elfen arbeiten von früh bis spät. Da Ole Hoffmann selbst auch gerne bastelt und werkelt, wird in diesen Tagen frisch mit Tannenharz und Strohstern beklebt, der eine oder andere Weihnachtstext entstehen. Und ein Weihnachtsgeschenk wird er live auspacken. Man wird staunen, womit ein Kabarettist beschenkt wird. Dieses Jahr gibt es hoffentlich endlich die Rolex, damit die Kollegen auf der Kultur - Börse nicht wieder so überheblich schauen. Aber wahrscheinlich kann sich der geschätzte Zuschauer an des Kabarettisten Enttäuschung laben. Sicher wird es wie im letzten Jahr ein Kochbuch sein. Dafür wird sich Ole Hoffmann mit Berichten von Schlemmer -Weihnachtsmenüabfolgen aus der Geschichte rächen. Er wird von Kalorienschleudern und Eisbombenattentaten auf Kaiser, Könige , Edelleute und Päpste so detailliert berichten, dass es Ihnen auf den ohnehin schon vollen Magen schlagen wird. Die einhundertfünfzig Jahre alte Erzählung "Ein Weihnachtslied" von Charles Dickens rundet diesen weihnachtlichen Abend von und mit Ole Hoffmann am 26. Dezember in der Orgelfabrik ab.

Trenner Veranstalter

Kulturzentrum Tollhaus

Schlachthausstraße 1, 76131 Karlsruhe
Telefon: 0721/96 40 50, Fax: 07 21/964 05 20, Pressetelefon: 07 21/964-05 15, Britta Velhagen, Johannes Frisch
E-Mail: tollhaus@tollhaus.inka.de,
http://www.tollhaus-karlsruhe.de

"Heinz!"
Sauer, Staub, Fortmeier & Schroeder

Donnerstag, 11. Oktober 2001, 20.30 Uhr

Wenn die eigentlich recht ernsthaften Herren Frank Sauer, Volkmar Staub, Günter Fortmeier und Florian Schroeder am Donnerstag, 11. Oktober, im Karlsruher Tollhaus zu ihrem Unternehmen "Heinz!" starten, dem deutschen Lachidol der 50er Jahre zu huldigen und ihrem Publikum den Heinz zu machen, hat das null und gar nichts vom Mief, der den Nachkriegshumoristen Heinz Erhardt auf zahlreichen der überlieferten Filmdokumente umgibt. Sprachspiel und Kalauer waren die Spezialität des liebenswürdigen Brillenträgers, dessen Heinzigartigkeit die vier Kabarettisten und Schauspieler in ihrem im vergangenen Frühjahr in Freiburg herausgekommenen Erfolgsprogramm unterstreichen. Kurt Edelhagen wird gegen HipHop und Rap eingetauscht und schon heinzt es als wär's ein Stück von heute. Jeder der vier sehr unterschiedlichen Kleinkünstler nutzt die eigenen Talente und setzt seine persönlichen Glanzlichter mit Texten, die zu den Klassikern der deutschen Nonsense-Literatur zählen. "Es ist uns - ohne Peinlichkeitsmomente - wieder möglich, von Herzen zu lachen", bilanzierte der Kritiker des Oberbadischen Volksblattes das schillernde Humor-Feuerwerk.

Fußlinie
Stadt Karlsruhe, Kulturamt 3. Okt. 2001
Redaktion Andrea Altenburg