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NUMI

Freitag, 16.3.2001
18 Uhr

Museum für Literatur am Oberrhein, PrinzMaxPalais, Karlstr. 10, Karlsruhe
Veranstaltet vom Kulturamt der Stadt Karlsruhebr>

Mit
Bettina Beigelbeck (Klarinette)
Eva Chahrouri (Klavier, Gesang)
Christa Hartnigk-Kümmel (Percussion)
Barbara Post (Kontrabaß)
Susanne Storz (Gesang)

"Wir geben uns viel Zeit für die absichtslose musikalische Begegnung in der Improvisation: einander zuhören, den Spuren und Strömungen der jeweiligen Äußerung folgen oder ein eigenes dagegen setzen, auch unbeabsichtigte Elemente einer musikalischen Äußerung aufgreifen. Es geht immer wieder darum, sich auf das Fremde in der Musik der Anderen einzulassen und vielleicht gemeinsam darin heimisch zu werden."

"Jahrhunderte lang wurde Musiksprache vorwiegend von Männern geformt. Wie sprechen wir Frauen? Wie singen und spielen wir, wenn wir uns in unserer musikalischen Welt frei und unbefangen bewegen?"

Das Karlsruher Frauen-Ensemble mit dem Phantasienamen "NUMI" entstand 1998 auf Anregung von Susanne Storz. Es gestaltete die Musik zu einem Themenabend von amnesty international "Die Würde der Frau ist unbeschneidbar - wie vertragen sich Menschenrechte und religiöse Traditionen?".

 

Ekmek Parasi - Geld für's Brot

Samstag, 17.3.2001
19 Uhr
Eintritt: 10 / 7 DM (ermäßigt)

"Das Kino" im PrinzMaxPalais, Garteneingang Akademiestr., Karlsruhe
Kinemathek Karlsruhe e.V. Tel. 0721/937 47 14

BRD 1994, Regie: Serap Berrakkarasu
16mm, Farbe, deutsche Untertitel, 100 Minuten

Eine Fabrik in Lübeck an der Mecklenburger Grenze. Hier werden Fische in Konservendosen gepackt, hier arbeiten überwiegend türkische Frauen, seit der Wende und dem Verlust ihrer Arbeitsplätze bei der LPG auch Frauen aus Mecklenburg, an den Fließbändern im Akkord. Der Film beobachtet die Frauen in ihrem Arbeits- und Lebensalltag, integriert sich in ihren Tagesablauf - am Fließband, in den Arbeitspausen, am Küchentisch oder im Garten.
In Gesprächen, die gleichzeitig stattfinden, geben die Frauen einen Einblick in ihre Lebensgeschichte und erzählen von ihren Hoffnungen, Träumen und Sorgen.
Während die Türkinnen schon vor langer Zeit - einige vor etwa 20 Jahren - gekommen sind, um Geld zu verdienen mit dem Ziel, im Alter in die Türkei zurückzukehren, ist die Situation für die Frauen aus Mecklenburg noch neu, sie sind trotz der beschwerlichen Anfahrt froh, wieder eine Arbeit zu haben. Auch wenn die Sprachen verschieden sind, werden hier ähnliche Erfahrungen geteilt.

 

Belladonna

Samstag, 17.3.2001
20.30 Uhr
(nur für Frauen)
ab 23 Uhr Disco

Eintritt: 20 / 15 DM (ermäßigt)

Tollhaus, Schlachthausstr. 1, Karlsruhe, Tel.0721/96 40 50
Veranstaltet vom Lesbentelefon Karlsruhe

Belladonna ist in der Naturheilkunde die Tollkirsche und hilft bei Nervenleiden und Überreizung. Nicht umsonst hat die extravagante Lesbenband aus Marseille diesen Namen gewählt, denn reizen wollen uns Michelle Coudriou und Agnès Royon Lemée mit ihrem "industriellen Dance Cabaret" auf jeden Fall. In der Tradition von Bertold Brecht, Antonin Artaud, Rita Mitsouko und Nina Hagen beschreiben sie den Unsinn des Lebens. Verstärkt werden die Französinnen von der Schlagzeugerin Anne Kathrin Liedl aus Nürnberg.

Lange dumpfe Bassloops, technomäßig gesampelt, bilden die Grundlage für gut tanzbaren Discosound, der richtig anmacht. Es mischen sich ebenso zerhackte Tangos, Rap, Raggamuffin, Rai in ihren Sound. Dominanz und Unterdrückung zum Groove der 70er Jahre. Pure Soli zur Untermalung von Tristesse. Die hervorragend gespielten Solis wechseln sich ab mit einfühlsamen, lyrischen Arrangements bei den ruhigen Stücken. Die durchdachten Texte, wenn auch nicht für alle verständlich (französische Sprache), sind immer atmosphärisch spürbar. Als Kontrast dazu bieten sie auch Kitschiges über die Liebe zum Abtanzen und Spaß haben.

Unbeschreiblich, aber immer tanzbar ist die Musik der Französinnen und sie bieten ausgelassenen Spaß
"Dansez si vous voulez, dance if you want!"

 

Sarah Khan

Sonntag, 18.3.2001
11 Uhr Matinee
Eintritt 10 / 8 DM (ermäßigt)

Museum für Literatur am Oberrhein, PrinzMaxPalais, Karlstr. 10, Karlsruhe
Veranstaltet von der Literarischen Gesellschaft Karlsruhe, Tel. 0721/133- 4087

Lesung: Sarah Khan - Dein Film

Sarah Khan, 1971 als Tochter eines pakistanischen Teppichhändlers und einer deutschen Mutter in Hamburg geboren, wollte sich nie auf die Rolle als Ausländerin festlegen lassen. Statt dessen studierte sie Germanistik und Ethnologie. Ihre literarischen Texte und Theaterstücke sind angewandte Ethnologie.

Sarah Khan erhielt für ihren ersten Roman "GoGo-Girl" (Rowohlt 1999) den Hamburger Nachwuchspreis für Literatur. Er spielt in der Hamburger und Berliner Musikszene, die sie mit fremdem Blick und viel Gespür für Absurditäten porträtiert. Bis September vergangenen Jahres lebte und arbeitete sie als Stipendiatin am Literarischen Colloquium Berlin. Sie wird aus ihrem neuen Roman "Dein Film" lesen, der im März 2001 erscheint.

 

Fremde Welten

Sonntag, 18.3.2001
17 Uhr

Künstlerinnenforum der Gedok Karlsruhe, Markgrafenstr. 14, Karlsruhe
Veranstaltet von der Gedok Karlsruhe, Tel.: 0721/374137

Eröffnung der Ausstellung: Irene Jourdan-Koch / Chus Lopez-Vidal, Berlin
"Fremde Welten"

Einführung:
Tina Stolt M.A.

Ruth Eberhard, Sopran

Chromosomtextur von Irene Jourdan-Koch:
Die abstrakte künstliche Chromosom-Textur korrespondiert mit der Formenvielfalt der Fossilien. Die Zellen und Chromosome als Informationsträger des Erbgutes werden spielerisch ästhetisch definiert und bilden, aus 12 Datensätzen bestehend, eine neue fiktive Ordnung.

Irene Jourdan-Koch, 1942 in Stuttgart geboren, studierte Malerei an der Hochschule der Künste in Berlin und war Meisterschülerin bei Prof. Bachmann. Sie war am Aufbau der Selbsthilfegalerie Fundus Berlin beteiligt. Seit 1998 ist sie freischaffend. Mehrjährige Auslandsaufenthalte führten sie in die Schweiz, Frankreich, Spanien und USA.

Diaprojektion von Chus Lopez-Vidal:
Das Spiegelbild des Betrachters wird mit einem Portrait eines behinderten Menschen konfrontiert. Lopez-Vidal fragt danach, ob Perfektion das neue Stigma unserer Gesellschaft sei und nach den Konsequenzen pränataler Diagnostik. Diese Art der vorgeburtlichen Euthanasie sieht es als Fortschritt an, "Defekte" der Natur bereits im Embrionalstadium zu erkennen und zu unterbinden.

Chus Lopez-Vidal, 1963 in Spanien geboren, schloß ihr Kunststudium an der Universidad Complutense, Madrid, ab. Seit 1989 ist sie in Berlin tätig. U.a. nahm sie am Workshop "Cleaning the house" mit Maria Abramovic in Berlin teil, war Stipendiantin des Goldrausch Frauennetz e.V. und von 1996-1998 Vorstandsmitglied der Europäischen Frauenakademie der Künste und Wissenschaften Berlin-Brandenburg e.V.

Dauer der Ausstellung:

19.3. - 7.4.2001
Öffnungszeiten:
Mi-Fr 16 - 19 Uhr, Sa+So 14 - 17 Uhr
Künstlerinnenforum der Gedok Karlsruhe, Markgrafenstr. 14, Karlsruhe

 

Südamerika

Sonntag, 18.3.2001
20 Uhr
Eintritt 12 / 10 DM (ermäßigt)

Ort: Künstlerhaus der BBK, Am Künstlerhaus 47, Karlsruhe
Veranstaltet von der Gedok Karlsruhe, Markgrafenstr. 14, Tel.0721/374137

Konzert, Lesung, Fest

Werke südamerikanischer und von Südamerika inspirierte Komponisten gespielt von Annelie Groth, Violine, und Sibylle Dotzauer, Piano. Sie spielen Werke von Heltor Villa-Labos, Daius Milhaud, Astor Plazzolla, Ernesta Nazareth und Silvestre Revueltas.

Texte und Gedichte südamerikanischer Autoren liest Gisela Straehle

Anschließend Fest mit Salsa und Samba und anderen südamerikanischen Zutaten

 

Daheim in fremden Ländern

Montag, 18.3.2001
18 Uhr

Im Studienforum der Volkshochschule, Kaiseralle 12 e, Karlsruhe
Veranstaltet vom Kulturamt der Stadt Karlsruhe, dem IBZ und der VHS

Eröffnung der Ausstellung "Daheim in fremden Ländern"
13 Frauen stellen sich vor
Texte von Gun Strecker und Fotografien von Bernhard Schmitt
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog

Es sprechen:
Dr. Michael Heck, Kulturreferent der Stadt Karlsruhe
Elisabeth Schraut M.A., Kulturamt der Stadt Karlsruhe
Marion Schuchardt, Leiterin des Internationalen Begegnungszentrum

Performance von Ursula Zetzmann

Wo ist die Fremde? Wann fühle ich mich daheim? Wie geht es mir in der Fremde?
In einer Gruppe ausländischer und deutscher Frauen entstand die Idee, eine Ausstellung mit Bildern und Texten zum Thema "Daheim in fremden Ländern" zusammenzustellen.
Ausländische und deutsche Frauen, die längere Zeit im Ausland verbracht haben, stellen sich vor. Der Fotograf Bernhard Schmitt hat sie an Orten ihrer Wahl aufgenommen, dort, wo sie sich besonders wohlfühlen. Die Autorin Gun Strecker hat die Gespräche geführt und Gedanken und Gefühle jeder einzelnen Frau in sehr persönlicher Weise nachgezeichnet.

Die Biographien regen an, darüber nachzudenken, was Daheim-Sein bedeutet.

Warum fühle ich mich da, aber nicht dort, daheim? Liegt es an der eigenen Sprache, den bekannten Traditionen, der Familie oder an den Freunden? Wie ist es, in der Fremde anzukommen? Es kostet Kraft, ein neues "Daheim" für sich aufzubauen, aber es kann auch eine Chance sein: "Eine Sprache, ein Mensch, zwei Sprachen, zwei Menschen in derselben Person" (Nazli T.)

Dauer der Ausstellung:

20.3. -8.4.2001
Öffnungszeiten:
täglich 8 - 20 Uhr
Volkshochschule, Studienforum, Kaiserallee 12 e, Karlsruhe

 

"Das ist doch nichts Besonderes..."

Dienstag, 20.3.2001
20 Uhr
Eintritt frei

Jubez, Café, Am Kronenplatz 1, Karlsruhe, Tel. 0721/93 51 93
Veranstaltet von der Frauenbeauftragten der Stadt Karlsruhe und dem Stadtjugendausschuss e.V./Jubez

Gesprächsrunde mit Frauen in traditionellen Männerdomänen

Statistisch betrachtet ist es noch etwas Besonderes, wenn eine Frau als Schornsteinfegerin, Zimmerin oder als Bauleiterin im Tiefbau arbeitet. Baudezernentinnen oder Geschäftsführerinnen von großen Autohäusern sind auch nicht in jeder Stadt anzutreffen.

Bei einer Gesprächsrunde berichten fünf Frauen aus Karlsruhe und der näheren Umgebung von ihrem Berufsweg und ihren Alltagserfahrungen und stellen sich den Fragen und Diskussionsbeiträgen aus dem Publikum.

Es wirken mit:
Nicole Hoffmann, Schornsteinfegerin
Heinke Salisch, Bürgermeisterin
Ute Seebachern, Zimmerin
Heike Stratmann, Bauleiterin
Regina Ungeheuer, Geschäftsführende Gesellschafterin des Autohauses Ungeheuer

 

Irmentraud Kiefer

Mittwoch, 21.3.2001
20 Uhr
Eintritt frei

Künstlerinnenforum der Gedok Karlsruhe, Markgrafenstr. 14, Karlsruhe
Veranstaltet von der Gedok Karlsruhe, Tel.: 0721/37 41 37

Vortrag: "Drei Frauen um 1900"

Irmentraud Kiefer stellt das Schaffen dreier Frauen um 1900 vor: Paula Dehmel, die Dichterin von Kinderliteratur, Hedwig Lachmann-Landauer, die Lyrikerin und Übersetzerin, sowie Ida Dehmel, die Gedok-Gründerin und Kämpferin für das Frauenwahlrecht. Der Dichter Richard Dehmel empfand alle drei Frauen als seelenverwandt. Der gegenseitige Einfluß spiegelt sich in den jeweiligen Werken wider.

Irmtraud Kiefer wurde 1935 geboren und kann auf eine 25-jährige journalistische Arbeit zurückblicken. Ihre Schwerpunkte sind: Theaterkritik, Essay, Portraits, Interviews und Reportagen. Veröffentlichungen erschienen in verschiedenen Anthologien, Erzählungen und Essays in Zeitschriften und Lesebüchern. Die Künstlerin ist Mitglied der Gedok Karlsruhe.

 

Kuca/Home, Die Entscheider, Unsichtbare Hausarbeiterinnen

Freitag, 23.3.2001
19 Uhr
Eintritt: 10 / 7 DM (ermäßigt)

"Das Kino" im PrinzMaxPalais, Garteneingang Akademiestr., Karlsruhe
Kinemathek Karlsruhe e.V. Tel. 0721/937 47 14

Fremde Sichtweisen - drei Kurzfilme zeugen von Ausgegrenzten

Kuca/Home, Jugoslawien 1996, Regie: Adrijana Stojkovic
Beta SP, Farbe, 7 Minuten

Ein älteres Ehepaar verbringt wie gewohnt seinen Tag. Kochen, essen, aufräumen, Wäsche flicken, kleine Reparaturarbeiten, Zeitung lesen, Karten spielen. Als sie sich zu Bett begeben, öffnen Kamera und Ton die Perspektive.

Die Entscheider, BRD 1992, Regie: Susanne Ofteringer
16mm, Schwarzweiß, 20 Minuten

Die Entscheider Lebensmittelgutscheine, Fingerabdrücke, Wartemarken - Amtsalltag in der ZAS. Ein Mann und eine Frau hinter ihren Schreibtischen, "Einzelentscheider beim Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge", geben Auskunft. Das Handbuch mit "Textbausteinen" und Sprachregelungen ist Arbeitsgrundlage, nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Wie ist zu beurteilen, wann politische Verfolgung vorliegt und wie werden die eigenen Entscheidungen eingeschätzt?

Unsichtbare Hausarbeiterinnen, BRD 1999,
Regie: FrauenLesbenFilmCollectif, Berlin, VHS, Farbe, dt. Untertitel, 40 Minuten

Fünf Frauen, die in Deutschland ohne Papiere leben und in Privathaushalten arbeiten, berichten von ihren Erfahrungen. Vor dem Hintergrund ständig drohender Abschiebung sind sie ihren Arbeitgeberinnen und -gebern ausgeliefert, Fälle von Lohnbetrug und sexueller Gewalt sind keine Seltenheit. In Interviews mit zwei Frauen von unterschiedlichen Beratungsstellen werden die Grenzen ihrer möglichen Hilfe deutlich. Dem gegenüber schildert eine Vertreterin der Organisation zur Unterstützung illegalisierter Hausarbeiterinnen in London die Situation und (Selbst-)Hilfsmaßnahmen in Großbritannien. Schließlich gibt Flor Gonzalez, Mitarbeiterin einer Selbstorganisation von Migrantinnen mit und ohne Papieren, einen Einblick in ihre Aktivitäten und ihr Selbstverständnis.

 

Gabriele Riedle

Freitag, 23.3.2001
21 Uhr
Eintritt 10 / 8 DM (ermäßigt)

Museum für Literatur am Oberrhein, PrinzMaxPalais, Karlstr. 10, Karlsruhe
Veranstaltet von der Literarischen Gesellschaft Karlsruhe, Tel. 0721/133-4087

Versuch über das wüste Leben
Lesung über die Sucht nach Fremdheit

Gabriele Riedle liest aus ihrem bisher unveröffentlichten neuen Roman "Versuch über das wüste Leben": Eine Geschichte über den Versuch eines abenteuerlichen Lebens, über den Rausch des Nichtaufgehobenseins und über die Sucht nach Fremdheit.

Gabriele Riedle wurde 1958 in Stuttgart geboren. Nach dem Studium der Literaturwissenschaft, Linguistik und Italianistik arbeitete sie u.a. als Kulturredakteurin bei der "taz" und bei der "Woche". Seit 1996 ist sie freie Autorin in Berlin - vor allem aber Weltreisende. In ihren Essays, Reportagen und Prosatexten geht es um den manchmal schmerzhaften, bisweilen grotesken, stets aber aufregenden Zusammenstoß unterschiedlicher Lebenswelten. 1998 erschien ihr erster Roman "Fluss", der zusammen mit dem russischen Schriftsteller Viktor Jerofejew entstand und der bisher erste Versuch war, Texte zweier Autoren unterschiedlichen Geschlechts und kultureller Herkunft zu einem Ganzen zu mischen.

 

Land des Lächelns, OhneLand, Babenhausen, Deutschland und das Ich

Samstag, 24.3.2001
19 Uhr
Eintritt: 10 / 7 DM (ermäßigt)

"Das Kino" im PrinzMaxPalais, Garteneingang Akademiestr., Karlsruhe
Kinemathek Karlsruhe e.V. Tel. 0721/937 47 14

Zu diesem Programm wird die Filmemacherin Hito Steyerl anwesend sein.

Land des Lächelns, BRD 1996, Regie: Hito Steyerl
Beta SP, Farbe, deutsche Untertitel, 2 Minuten

In der Verknüpfung der Léhar-Operette "Land des Lächelns" auf der Tonebene mit Bildern von der Situation kurz nach dem Mauerfall wird der Zusammenhang von Exotismus und Ausgrenzung offenbar.

OhneLand, BRD 1997, Regie: Hatice Ayten
S-VHS, Schwarzweiß, 5 Minuten

Im Kontext winterlicher Bilder von einsamen Randsiedlungen und menschenleeren Unterführungen reflektieren zwei junge türkische Frauen über ihre Lebenssituation und ihren Begriff von Heimat angesichts andauernder Bedrohung.

Babenhausen, BRD 1997, Regie: Hito Steyerl
Beta SP, Farbe, 4 Minuten

1993 verläßt der letzte noch dort lebende Jude Babenhausen. Vier Jahre später gehen seine Häuser in Flammen auf. Im Stil eines Flugblattvideos wird eine Vertreibung dokumentiert.

Deutschland und das Ich, BRD 1994, Regie: Hito Steyerl
16mm, Farbe, deutsche Untertitel, 42 Minuten

"Nationalismus, Nation, gesundes Nationalgefühl, ja,... die Deutschen fremdeln mit sich..., seit dem Verschwinden des Ost-West-Gegensatzes sind wir unsere eigenen größten Gegner...". Eine Volkshochschuldebatte zur nationalen Identität; unterbelichtete Videobilder vom Oktoberfest bei der Wiedervereinigung 1990: Modelle verschiedener ethnischer Zugehörigkeiten in einem Wachsfigurenkabinett; eine Philosophin recherchiert im Gespräch mit der Regisseurin den Identitätsbegriff in verschiedenen Lexika... . Durch das Schweifen des Kamerablicks stellt sich eine Erzählung über das kompliziert-erschütternde Projekt einer nationalen Identität her. Der verschachtelte Schnitt des Film- und Videomaterials, der unterschiedlichen Filmsprache, entzieht die Zusammenhänge simplen Binarismen

 

Kindsmord

Samstag, 24.3.2001
20 Uhr
Eintritt: 20 / 17 DM (ermäßigt)

Landgericht Karlsruhe, Schwurgerichtssaal, Hans-Thoma-Str. 7, Karlsruhe
Veranstaltet vom Stadtjugendausschuss/Jubez
Vorverkauf: Jubez, Tel: 93 51 93, Mo-Fr 14 - 18 Uhr

TRANCEformation zeigt Theater an ungewöhnlichen Orten:
"Kindsmord" von Peter Turrini
Mit: Antje Hobucher als "Sie"
Regie: Werner Andreas

Der äußere Rahmen der Handlung ist eine fiktive Gerichtsverhandlung. Der Betrachter wird in die Rolle der Geschworenen gedrängt. Dies wird durch die ungewöhnlichen Räumlichkeiten, in denen das Theaterstück spielt, unterstrichen. Eine junge Frau aus gutem, streng bürgerlichem Haus, Hätschelkind ihres dominierenden Papas, floh aus dem unerträglichen häuslichen Käfig, geriet beim Liebhaber aber wiederum in Abhängigkeit. Sie ertränkte ihr zehn Tage altes Kind und muß sich nun vor Gericht verantworten. Die Frau erinnert sich nun Stück für Stück... Die Zwänge, die sexuellen Nöte, die Alpträume: die gutbürgerliche Katastrophe der Frau, die ganz auf die Welt der Männer ausgerichtet ist. Es ist kein Emanzipationsstück, aber ein emanzipatorisches. Es geht um das Selbstverständnis der Frau.

Das Theater TRANCEformation möchte die Grenzen zwischen Bühne und Realität aufheben. Theater wird zur Kunst des lebendigen Augenblicks, des agierenden Menschen. Der original Mensch steht zur Debatte, in der Realität und auf der Bühne. Die Schwächen und die Antastbarkeit des Menschen, auch des Schauspielers auf der Bühne, müssen zum Ereignis, zur lustvollen Verständigung mit dem Publikum werden.

 

Über den Vorteil, in zwei Welten zu Hause zu sein

Sonntag, 25.3.2001
11 Uhr Matinee
Eintritt frei, mit Kinderbetreuung
IBZ, Café Globus, Kaiserallee 12 d, Karlsruhe, Tel. 0721 /84 44 79
Veranstaltet vom Kulturamt der Stadt Karlsruhe und dem Internationalen Begegnungszentrum

Fremd und dennoch daheim

Podiumsdiskussion "Über den Vorteil, in zwei Welten zu Hause zu sein"
Moderation: Belinda Montúfar de Maschke

Als Auftakt: Sketche - Mißverständnisse zwischen Japanern und Deutschen - satirisch und mit Ironie

Häufig wird in unserer Gesellschaft Migration mit sozialer Benachteiligung gleichgesetzt. Bei näherer Betrachtung ist es jedoch so, daß viele Migrationsbiografien zu einer Bereicherung führten. In einer Runde von Migrantinnen wurden Begriffe wie Persönlichkeit, Weitblick, Freunde und natürlich häufig eine fremde Sprache genannt. Diese Erkenntnis möchten vier Frauen unter der Leitung von Belinda Montúfar de Maschke in einer Diskussionsrunde ergründen, um andere an ihren positiven Erfahrungen teilhaben zu lassen oder zu ermutigen.

 

Dramatische Begegnungen zwischen Miss Verständnis und Mme. Tutto Capito

Sonntag, 25.3.2001
14 Uhr
(im Anschluss an die Diskussion im IBZ)
Eintritt frei

Volkshochschule, Ulrich-Bernays-Saal, Kaiserallee 12 e, Karlsruhe
veranstaltet von der Jugendkunstschule Karlsruhe, Tel. 0721/831 230

Aufführung:
Theater-Workshop für 13-16-jährige Mädchen
Dramatische Begegnungen zwischen Miss Verständnis und Mme. Tutto Capito
Leitung: Ursula Zetzmann, Schauspielerin und Theaterpädagogin

Die Aufführung findet in Kooperation mit dem Internationalen Begegnungszentum statt.

Workshop -Termine:
Faschingsferien
28.2.,1.3.,2.3.2001
jeweils 14 - 18 Uhr
und an folgenden Samstagen
10.3.,17.3.,24.3.2001
jeweils 15 - 18 Uhr

Anmeldung:
Jugendkunstschule
Telefon 0721/83 12 30
Teilnahmegebühr: 25 DM

In einem fernen Land wurde einmal eine Frau aus Deutschland zu einer Hochzeit eingeladen. Sie freute sich sehr und kaufte als Geschenk eine kostbare Holzdose. Am Hochzeitstag nahmen Verwandte der Braut das Geschenk entgegen und machten es gleich auf. Sie schauten in die wunderschöne Dose, ihr Lächeln verschwand und ihren Gesichtern war die Enttäuschung anzusehen. Erst viel später verstand die deutsche Frau warum: In diesem Land schenkte man dem Brautpaar ausschließlich Geld.

Jedes Land hat seine Sitten. Wer sie nicht kennt, kann ohne es zu wollen verletzen oder verletzt werden, ein Drama verursachen oder auch eine sehr lustige Situation provozieren. In diesem Theaterworkshop wollen wir uns unsere Geschichten erzählen, Szenen daraus entwickeln und sie dann in der Form einer Theatercollage aufführen.

 

Barbara Honigmann

Montag, 26.3.2001
20 Uhr
Eintritt 10 / 8 DM (ermäßigt)

Museum für Literatur am Oberrhein, PrinzMaxPalais, Karlstr. 10, Karlsruhe
Veranstaltet von der Literarischen Gesellschaft Karlsruhe, Tel. 0721/133- 4087

Lesung: Barbara Honigmann - Alles, alles Liebe
Eine Geschichte über Anpassung und Widerstand

Ihr neues Buch "Alles, alles Liebe" handelt von einer Gruppe junger Künstler aus Ostberlin, ihrem Leben zwischen Anpassung und Widerstand, von ihren Zweifeln und Plänen und von ihren Liebesverwicklungen. Ein vielstimmiger und poetischer Briefroman.

"Bevor ich richtig zu schreiben anfing, hatte ich mich aus dem Osten und aus Deutschland abgesetzt, nach Frankreich, obwohl Frankreich für mich ein fremdes Land war". Erst die bewusste Entscheidung für die Fremde ermöglichte der jüdischen Schriftstellerin Barbara Honigmann, Kleist-Preisträgerin 2000, über ihre Fremdheitserfahrungen in Deutschland zu schreiben. Als Tochter jüdischer Emigranten, die aus dem Exil nach Ostberlin zurückkehrten, wuchs sie in der DDR auf. 1984 zog sie nach Straßburg. In ihren Büchern setzt sie sich mit der Vergangenheit ihrer jüdischen Familie ebenso auseinander wie mit der deutschen Geschichte.

 

Hemshof Blues

Dienstag, 27.3.2001
20 Uhr
Eintritt: 10 / 8 DM (ermäßigt)

Jubez, Café, Am Kronenplatz 1, Karlsruhe, Tel. 0721/93 51 93
Veranstaltet vom Stadtjugendausschuss e.V./Jubez

Musikalische Lesung: Hemshof Blues
Literarisch-Musikalischer Streifzug

Hemshof Blues besteht aus:
Monika Böss, Autorin
Renate Kohl, Saxophonistin und Sängerin
Marina Reichenbacher, Pianistin

Zwei Jahre aus dem Leben der Erika Schmitt: Im Ludwigshafener "Hemshof" aufgewachen, ist sie ihrem Quartier treu geblieben. Derb und fröhlich lebt sie ihre Sinnlichkeit aus. Ein braves Mädchen ist sie nicht. Geschickt umschifft sie die Klippen trüber Gefühlsgewässer. "Black Koffee" gibt es jeden Tag.
Turbulent und melancholisch durchzieht der Blues den Alltag seiner Heldin Erika. Hemshof ist überall!

 

Barbara Vinken

Mittwoch, den 28.3.2001
20 Uhr
Eintritt 10 / 8 DM (ermäßigt)

Museum für Literatur am Oberrhein, PrinzMaxPalais, Karlstr. 10, Karlsruhe
Veranstaltet von der Literarischen Gesellschaft Karlsruhe, Tel. 0721/133- 4087

Vortrag: Prof. Dr. Barbara Vinken - Fremde Frauen und Deutsche Mütter
Vom Mythos der deutschen Frau als ideale Mutter

Deutsche Mutter sein ist im Gegensatz zum Muttersein in anderen westlichen Industrienationen ein Sonderschicksal. Durch Abgrenzung von fremden Frauen konturiert sich dabei das Bild der idealen Mutter. Mit dieser provozierende These wirft Barbara Vinken einen ungewohnten Blick auf die Diskussion um Kinder und Karriere in der deutschen Frauenbewegung und Öffentlichkeit und auf die historischen und sozialen Gründe dafür.

Barbara Vinken ist Professorin für die französische und italienische Literatur an der Universität Hamburg. Sie lehrte an der Pariser und New Yorker Universität. Außerhalb ihres Faches ist sie durch Publikationen über Mode und Geschlechterpolitik ("Mode nach der Mode", Fischer 1993; "Dekonstruktiver Feminismus", Suhrkamp 1992, u.a.) bekannt geworden. Ihr Buch "Die deutsche Mutter - im Schatten eines Mythos" erscheint im März 2001 im Piper-Verlag.

 

Käthe H. Fleckenstein

Donnerstag, 29.3.2001
20 Uhr
Eintritt: 8 DM (kein Vorverkauf)

Lesung:
Geschichten von Lesben aus 4 Kontinenten gelesen von Käthe H. Fleckenstein

Bogenraum im Gewerbehof, Steinstr. 23, Karlsruhe, T. 0721/69 10 70
Veranstaltet vom Lesbentelefon Karlsruhe

Käthe H. Fleckenstein liest aus ihrem Buch "Sappho küsst die Welt", erschienen im Querverlag. Sie präsentiert damit eine literarische Anthologie mit Autorinnen, die im deutschsprachigen Raum größtenteils unbekannt sind und lädt ein zu einer Reise durch die verschiedenen Landschaften lesbischen Erzählens.
Achtundzwanzig Geschichten aus vier Kontinenten spiegeln die Vielfalt der Kulturen und Lebensbedingungen wider. 28 Autorinnen schreiben von Liebe und Lust, von Migration und Rassismus, von der Unsichtbarkeit als Lesbe und von der Stärke der Frauen.
Beeindruckend sind die unterschiedlichen Erzählweisen, zumal einige Kurzgeschichten in der direkten Rede Worte und Wendungen aus der ersten Sprache beziehen, z.B. malayisch, chinesisch, maori. "Sappho küßt die Welt" - und verführt zum Blick über den eigenen Tellerrand.
Gertrud Lehnert urteilt in der Virginia: "Ein unterhaltsames, abwechslungsreiches, anregendes, manchmal aufregendes und streckenweise auch witziges Buch von Frauen über Frauen. ... Die Anthologie entgeht den Gefahren eines billigen Exotismus; sie war in unserer Zeit, die unablässig von Globalissierung redet, überfällig."

 

Die schwarze Brezel

Diese Veranstaltung findet an drei Abenden statt:
Donnerstag, 29.3.2001
Freitag, 30.3.2001
Samstag, 31.3.2001
jeweils 19.30 Uhr
Treffpunkt Tollhaus bei einem Begrüßungssekt
Mindestalter: 18 Jahre

Tollhaus, Schlachthausstr.1, Karlsruhe,Karten-Info: Tel. 0721/964050
Veranstaltet vom Tollhaus und Stadtjugendausschuß e.V./Jubez

Die schwarze Brezel - Eine krumme Tour durch den Hafen
Der Rheinhafen dient als Kulisse und Bühne für eine skurrile Kriminalkomödie...

Schon in vielen Legenden und Erzählungen gilt der Hafen als mystischer, mysteriöser Ort, als Umschlagplatz für Waren aus aller Welt, dunkle Geschäfte, verruchten Sex, schattige Gestalten. Vor dem Hintergrund der schummrigen öligen Industrie brachten die Schiffe mit den Matrosen Neuigkeiten. Und so standen die Menschen am heimatlichen Hafen und ließen sich verzaubern von den schaurigschönen Geschichten aus der fremden Welt.

Der Rheinhafen ist vielen KarlsruherInnen völlig unbekannt oder zumindest kein besonders attraktiver Ort. Das kann sich jedoch schlagartig ändern, wenn man sich einläßt auf das Abenteuer Hafen.

Der Rheinhafen dient als Kulisse und Bühne für eine skurrile Kriminalkomödie...
Fahren Sie mit zwei Autobussen in den Hafen und kommen Sie dort an seltsamen Orten kriminellen Machenschaften auf die Spur, im Dunst von Betrug und Verschwörung.

Wir heißen Sie jetzt schon herzlich willkommen und bitten Sie folgendes zu beachten:
Nur Gäste ab 18 Jahren dürfen an der Fahrt teilnehmen.
Mitzubringen sind: gutes Schuhwerk, warme Kleidung, starke Nerven, genügend Zeit, evtl. ein Flachmann.
Daheim zu lassen sind: Waffen, Foto- und Videogeräte, Sandalen, Taschenlampen.

Wir wünschen Ihnen eine vergnügliche Reise!

 

Florence Montreynaud

Freitag, 30.3.2001
19 Uhr
Eintritt frei
Vortrag in deutscher und in französischer Sprache

Centre Culturel Français Karlsruhe, Karl-Friedrich-Str. 24, Karlsruhe, Tel. 0721/160 38 0
Veranstaltet vom Centre Culturel Français Karlsruhe und dem Kulturamt

Florence Montreynaud - Chiennes de garde
Frauenfeindlichkeit in der französischen Politik

Die französische Schriftstellerin Florence Montreynaud stellt die Bewegung der "Wachhündinnen" anhand ihrer zwei letzten Bücher vor

"Lass' die Hose runter, Schlampe!", so wurde die französische Umweltministerin, Dominique Voynet, im März 1999 auf der Landwirtschaftsmesse in Paris von französischen Bauern empfangen. Ein Fall unter vielen. Denn im Land der Galanterie haben solche oder ähnliche sexistische Beschimpfungen von Frauen, insbesondere von Politikerinnen, System. Doch dieses Mal blieb es nicht ohne Folgen. Florence Montreynaud veröffentlichte prompt das Manifest der "Chiennes de Garde" (Wachhündinnen) und gründete die gleichnamige Bewegung, zu der auch "Wachhunde" (rund ein Drittel Männer) zählen. Die Wachhündinnen reagieren systematisch, laut und öffentlich - inzwischen auch über die Grenzen hinweg -, und die entlarvten Beleidiger müssen sich öffentlich entschuldigen.

Die "Rudelführerin" stellt ihre zwei jüngst erschienenen Werke vor:
Die im Jahr 2000 bei Nathan veröffentlichte Enzyklopädie "Das 20. Jahrhundert der Frauen" zeigt die Rolle und den Einfluß der weiblichen Hälfte der Menschheit im vergangenem Jahrhundert auf.
Ihr aktuelles Buch "Willkommen im Rudel", in diesem Jahr bei La Découverte erschienen, legt eine Bestandsaufnahme des Machismus in der französischen Gesellschaft und eine Analyse der "Wachhündinnen" vor. (Das Manifest in deutscher Sprache liegt im Centre Culturel Français vor.)

Die Journalistin, Autorin und frühere Präsidentin des französischen Journalistinnen-Verbandes, Florence Montreynaud, war 1968 im Jahr des "Womens'lib" gerade zwanzig Jahre alt. Seit ihrem Studium setzt sich die engagierte Feministin und vierfache Mutter mit dem Thema Frauen auseinander. Eine ihrer zahlreichen Veröffentlichungen liegt in deutscher Übersetzung vor: "Love". Eine Enzyklopädie der Liebesbeziehungen im 20. Jahrhundert (Taschen 1998).

 

Nachlass, Passing Drama

Samstag, 31.3.2001
19 Uhr
Eintritt: 10 / 7 DM (ermäßigt)

"Das Kino" im PrinzMaxPalais, Garteneingang Akademiestr., Karlsruhe
Kinemathek Karlsruhe e.V. Tel. 0721/937 47 14

Nachlass, Kanada/BRD 1992, Regie: Robin Curtis
16mm, Farbe, deutsche Zwischentitel, 8 Minuten

Robin Curtis über ihren Film: Nachlass ist an der Oberfläche eine Auseinandersetzung mit der Geschichte und Person meiner Großmutter, einer ukrainischen Immigrantin in Kanada, die nur wenig Englisch konnte. Das eigentliche Thema des Films aber sind die Verluste aller Immigranten; was passiert mit mündlicher Überlieferung (Oral History) und Tradition, wenn Großeltern und Enkel nicht mehr eine gemeinsame Sprache sprechen? Können sie in nichtsprachliche Zeichen aufgehoben werden oder gehen sie zwangsläufig verloren?

Passing Drama, BRD 1999, Regie: Angela Melitopoulos
Beta SP, Farbe und Schwarzweiß, englische Untertitel, 70 Minuten

Passing Drama ist eine Familiengenealogie, die von verschiedenen Vermächtnissen der Fluchtbewegung von Nordgriecheland bis Wien handelt. "Wie also funktioniert das Erinnern und Erzählen einer Geschichte, wenn sich der Standpunkt des Erzählers ständig verändert und sich seine Erinnerungen immer wieder neu zusammenfügen?" Diese Frage wird auch in der Praxis der Videogestaltung in Form verschiedener Laufgeschwindigkeiten formuliert. Jeder Ort erscheint als eine eigene Zeitzone. Je unmittelbarer der Ort sich auf die Vergangenheit bezieht, desto stärker sind die Bilder bearbeitet und geschnitten.
Die Stimmen sind wie unsichtbare Fäden im Gewebe dieser Videos. Wie bei einem Teppich kann man vorne die Knoten sehen. Den Fäden, welche die Knoten verbinden, können wir nur folgen, indem wir uns die Rückseite des Teppichs ansehen.
Passing Drama stellt eine Hypertext-Struktur von Bildern und Sounds dar, eine Struktur aus Bewahren und Erinnern, visualisiert durch die Möglichkeiten des nicht linearen Schnitts. (nach: Giti Thadani, springerin 2/2000; Angela Melitopoulos, emaf 2000)

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