Sonntag, 18.04.2010 // 11:00 Uhr
Eröffnung
Eröffnung
Róza El-Hassan: Der Besuch – oder woher der Wind weht
Öffnungszeiten:
Di – Fr 16:00 – 18.30 Uhr
Sa u. So 11:00 – 14:00 Uhr
Mo und an Feiertagen geschlossen
Die ungarische Konzeptkünstlerin Róza El-Hassan präsentiert eine Installation aus Windsäcken, die sich in besonderem Maße und auf sehr subtile Weise dem diesjährigen Festival-Thema „Budapest+ Pécs – Zwischen den Zeiten und Welten“ annähert. Hierzu wird sie in der Region Zemplén (Ungarn), in Olaszliszka, eine Performance realisieren und sie künstlerisch dokumentieren. Die bei der Performance entstandenen Zeichnungen stellen den zentralen Teil der Ausstellung im Künstlerhaus dar.
Das Gebiet des Zemplén in Ungarn ist eine der schönsten Landschaften des Landes. Hier liegt Olaszliszka eines der ärmsten Dörfer Ungarns. Die Berghänge von Tokaj sind seit Jahrhunderten bekannte Weinanbaugebiete. Am Fuß der Berge wird die Ebene jährlich von den Flüssen Bodrog und Theiss überschwemmt und verwandelt sich zu einem schier endlosen Auengebiet. Analogien zu Karlsruhe in Historie und Topografie sind hierbei ganz bewusst gewählt. Vor einigen Jahren wurden die Landschaft und auch das Dorf Olaszliszka feierlich zum Naturschutzgebiet erklärt. Jegliche Industrie und sogar Landwirtschaft wurden verboten. Das Dorf ist verarmt und entvölkert, geblieben sind die ganz Armen, viele von ihnen sind Roma.
An diesem historischen und sozialen Hintergrund setzt Róza El-Hassan mit ihrer geplanten Performance ein. In Olaszliszka wird sie unter Einbeziehung der ortsansässigen Bevölkerung mehrere Windsäcke an großen Masten, wie Wegmarken aufstellen. Diese rot-weiß gestreiften oder in anderen Signalfarben gekennzeichneten Nylonschläuche dienen dazu, die Windrichtung und die ungefähre Windstärke anzuzeigen. Windsäcke kommen überall dort zum Einsatz, wo es weniger auf das Gewinnen exakter Daten als auf eine leicht interpretierbare, schnell fassbare Anzeige ankommt. In diesem Sinn funktionslos geworden, werden sie von der Künstlerin als sichtbares Symbol eingesetzt, um einen geschichtlichen Bezug zwischen Herrschaft und Unterdrückung, Macht und Ohnmacht, den jeweiligen politischen Windrichtungen angepasst, erfahrbar zu machen. Assoziationen zu fröhlichen Wimpeln oder bunten Kinderdrachen sind ebenso erwünscht wie die Vorstellung eines rot–weißen Schlagbaumes, der Menschen voneinander trennt und ausgrenzt. Die Windrichtung können Menschen nicht beeinflussen, aber sie müssen sich darauf einstellen – und darum ist und war es schon zu allen Zeiten wichtig zu wissen, woher der Wind weht.
Róza El-Hassan, 1966 als Kind syrischer und ungarischer Eltern in Budapest geboren, studierte an der Ungarischen Akademie der Schönen Künste und an der Städelschule Frankfurt a. M. Die Künstlerin war bereits 1993 für Ungarn auf der Biennale in Venedig vertreten. Ferner ist sie durch zahlreiche große internationale Ausstellungen bekannt und in vielen großen Sammlungen vertreten. Róza El-Hassan lebt und arbeitet in Budapest.
Ausstellung:
So 18. April 2010 –
So 9. Mai 2010
Eintritt frei
Info-Tel.: 0721 373376
www.bbk-karlsruhe.de
So 18. April 2010 –
So 9. Mai 2010
Eintritt frei
Info-Tel.: 0721 373376
www.bbk-karlsruhe.de




