20. Europäische Kulturtage Karlsruhe

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17.04. - 08.05.2010

Das Festival in die Bevölkerung hinein getragen

Neu positionierte Europäische Kulturtage erreichten eine breite Öffentlichkeit


Mit dem Opernball im Badischen Staatstheater sind am 8./9. Mai 2010, die 20. Europäischen Kulturtage Karlsruhe zu Ende gegangen. Das ambitionierte Kulturfestival stand vom 17. April bis 8. Mai unter dem Leitmotiv „Zwischen den Zeiten und Welten - Budapest + Pécs“ ganz im Zeichen Ungarns und stellte die Hochkultur beider Städte sowie deren freie Kulturszene vor. Ungarns Rolle in der jüngsten europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts thematisierte zudem ein politischer Teil des Festivals.


Kulturaustausch, Wissenstransfer, den europäischen Gedanken mit Leben füllen, sind Ziele der Europäischen Kulturtage, denen sich die Stadt Karlsruhe und das Badische Staatstheater alle zwei Jahre stellen. Kulturamtsleiterin Dr. Susanne Asche und Generalintendant Achim Thorwald hatten in diesem Jahr das Konzept erweitert und die Kulturtage neu positioniert. Junge Erwachsene wurden einbezogen, das Festival sollte eine vielschichtige Publikumsstruktur ansprechen. Asche und Thorwald zogen jetzt eine positive Bilanz: Mit dem KAfé Budapest im „Club Stadtmitte“, dem ungarischen Volksfest am 2. Mai auf dem Friedrichsplatz und dem Skulpturenpark im Schlossgarten seien die neuen Ziele erreicht worden. Es habe Angebote auf hohem Niveau gegeben. Dazu zählten das Konzert mit Stargeiger Frank Peter Zimmermann, das Portraitkonzert mit Werken von Márton Illés, das Gastspiel der Ungarischen Staatsoper Budapest mit Sandor Szokolays „Bluthochzeit“ oder das Konzert von und mit Jos Rincks, „Der Klang von Räumen“.


Mit den 20. Europäischen Kulturtagen und seiner enormen Publikumsresonanz sei erstmals einen Spagat zwischen hohem künstlerischen Anspruch und dem Wunsch gelungen, das Festival auch für Menschen attraktiv und zugänglich zu gestalten, die kulturellen Angeboten eher distanziert begegnen.


Die Lebendigkeit der Theaterformen spiegelte die freie Szene Ungarns wieder und führte an ungewohnte Orte, wie die Container-Installation beim „Frankenstein-Projekt“ von Koronél Mundroczó auf dem Festplatz oder ins Fitness-Studio bei „Phädra Fitness“ von István Tasnadi. Der Badische Kunstverein zeigte mit dem unabhängigen Projektraum tranzit.hu aus Budapest eine gemeinsame Ausstellungs- und Veranstaltungsreihe, und das Projekt „Junge Kunst grenzenlos“ stellte die Zusammenarbeit junger Studierender der Kunstfakultät der Universität Pécs und der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhes in den Mittelpunkt.


Mit einem neu konzipierten Marketingauftritt hatten die Veranstalter das Festival in die Bevölkerung hinein getragen. Die Paprikainstallation und der stilisierte Grenzzaun sorgten für eine sympathisch-ironisch Brechung der hohen Anspruchskultur und ließen das Festival im Stadtbild auch optisch präsent sein.


Eine neue Größe erfuhr der europäische Gedanke des Dialogs zwischen seinen Bürgerinnen und Bürgern. Mehr als 400 Künstlerinnen und Künstler, Kulturschaffende, Studierende und Mitwirkende aus Ungarn waren drei Wochen lang zu Gast im gastgebenden Karlsruhe. Ihnen sei es gelungen, ein Bewusstsein für ihr Land zu schaffen, das sich immer zwischen den Zeiten und Welten bewegt hat und auf der Suche nach seiner Identität in Europa ist.


Die Festivalveranstalter wollen jetzt daran arbeiten, die Marke „Europäische Kulturtage Karlsruhe“ bundesweit noch bekannter zu machen. Für 2012 sind Themen aus Kunst und Kultur geplant, die stark im europäischen Kontext stehen und eine europäische Zukunft für die nachfolgende Generation im Blick haben.


Zwischen den Zeiten und Welten: Budapest und Pécs

  Program - 20. Európai Kulturális Napok, Karlsruhe (PDF)

  Program - 20th European Culture Days Karlsruhe (PDF)

  Programme- 20e Journées européennes de la culture Karlsruhe (PDF)


Osteuropa hat in den letzten Jahren einen rasanten politischen und gesellschaftlichen Wandel durchlaufen und es zeichnet sich ab, dass unsere östlichen Nachbarländer aktuell und für die Zukunft ein ganz starker Motor für die gesamteuropäische Entwicklung und die Festigung demokratischer Grundstrukturen in Europa darstellen werden.
Zwischen den Zeiten und Welten: Budapest und PécsVor diesem Hintergrund und der Tatsache, dass die Länder und Städte Mittel- und Osteuropas auch in der Vergangenheit immer wieder im Fokus der Europäischen Kulturtage Karlsruhe standen, haben sich die Veranstalter entschlossen, für das Jahr 2010 die 20. Europäischen Kulturtage Karlsruhe der ungarischen Hauptstadt Budapest und der europäischen Kulturhauptstadt 2010 - Pécs - zu widmen.
Die Stadt Karlsruhe und das Badische Staatstheater Karlsruhe geben während der drei Festivalwochen zusammen mit ihren Partnern, den Kultureinrichtungen und Kulturschaffenden, einen umfassenden Überblick über die aktuelle Kunst- und Kulturszene in Budapest und Pécs (Schwerpunkt 20. und 21. Jahrhundert).

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