
Eine kurze Stadtgeschichte
Karlsruhe im 20. Jahrhundert
Nach der Revolution von 1918 wurde das Land Baden zur Republik und Karlsruhe
verlor seinen Status als Residenzstadt. Nach einer kurzen Periode des Aufschwungs
während der Weimarer Republik - der Bauhaus-Architekt Walter Gropius leitete den
Bau der Dammerstock-Siedlung, Michelin gründete in Karlsruhe eine Filiale - wurde
der demokratisch gewählte Stadtrat durch die Nationalsozialisten aufgelöst. Unter
ihrem Regime wurden Oppositionelle verfolgt, die Juden aus der Gesellschaft ausgeschlossen
und in Vernichtungslager deportiert. 1938 wurden die beiden Karlsruher Synagogen
angezündet. Nach einem von den Nationalsozialisten begonnenen Krieg und nach mehr
als 50 Luftangriffen war die Stadt zu 35 Prozent zerstört.

Ruinenlandschaft Marktplatz 1945
Seither hat sich das
Stadtbild verändert: die Beamtenstadt, die ehemalige Hauptstadt von Baden wurde
zum Industrie- und Wirtschaftszentrum mit 276.000 Einwohnern (1997). Durch die
Eröffnung Bundesgerichtshofs 1950 und des Bundesverfassungsgerichts 1951 wurde
Karlsruhe zur "Residenz des Rechts". Petrochemische und elektrotechnische Industrien
siedelten sich an, doch inzwischen gewinnt der High-Tech-Bereich immer mehr an Bedeutung:
1987 wurde die "TechnologieRegion Karlsruhe" und der Technologiepark Karlsruhe gegründet
und 1997 das Zentrum für Kunst und Medientechnologie eröffnet.
Karlsruhe im 19. Jahrhundert
Karlsruhe im 20. Jahrhundert

Stadt Karlsruhe, 26.10.1998, Medienbüro BS/pf