Verkehr
Karlsruhe hat aufgrund des sehr guten Öffentlichen Verkehrs und seiner Topografie
beste Voraussetzungen für eine menschengerechte Mobilität. Deshalb müssen die Prioritäten
zum Umweltverbund aus Bahnen und Bussen, Fahrrad und Zu-Fuß-Gehen verschoben werden.
Zu Fuß gehen soll wieder Spaß machen:
Bisher wird Zu-Fuß-Gehen als nebensächlich angesehen. Gehwege werden häufig zugeparkt.
Oft ist Gänsemarsch angesagt, für Kinderwagen oder Rollstühle gibt es kaum ein Durchkommen.
Die MitarbeiterInnen des Ordnungs-amtes schreiten erst bei einer Restbreite von
weniger als 1,2 m ein.
Inzwischen wurden der Bahnhofplatz und die Erbprinzenstraße vor dem Naturkundemuseum
für Autos gesperrt. In der Bürklinstraße werden jetzt tagsüber 5 Parkplätze für
spielende Kinder freigehalten. Wir wollen einen „Aktionsplan Fußverkehr“, ausreichende
Breite von Gehwegen, mehr Spielstraßen, Kreuzungen entschärfen, ebenerdiges Überqueren
auch breiter Straßen, bessere Ampelschaltungen, mehr Zebrastreifen und Bedarfs-Ampeln
sowie ein attraktives und barrierefreies Fußwegenetz.
Radfahren: mehr, sicherer, komfortabler:
Das Fahrrad ist das kostengünstigste und umweltfreundlichste Verkehrsmittel. Bessere
Bedingungen erhöhen den Anteil der RadfahrerInnen. Endlich hat die Stadtverwaltung
ein Radverkehrskonzept erstellt. Aber die Umsetzung geht zu langsam.
Wir fordern mehr Geld und Personal für Fahrrad-Maßnahmen, eine Werbekampagne, Radfahrstreifen
vorrangig auf der Fahrbahn, Tempobeschränkungen an kritischen Stellen, Fahrrad-Aufstellflächen
an Ampeln vor den Autos, Radwege von parkenden Autos freizuhalten,
gute Wegweiser für den Radverkehr, Radverkehrs-Führung bei Baustellen, mehr Fahrrad-Abstellanlagen,
Aufwertung der Fahrradstation am Hauptbahnhof sowie Berücksichtigung von Fahrrädern
mit Kinderanhängern.
Bahn und Bus für alle:
Straßenbahn und Bus sind in Karlsruhe schon sehr gut ausgebaut. Wir haben den ebenerdigen
Einstieg an der Haltestelle Herrenstraße erreicht, der Bahnhofsvorplatz wird demnächst
barrierefrei. Aber es ist noch manches verbesserungsfähig.
Wir fordern eine Straßenbahn durch Kirchfeld-Nord, Pulverhausstraße, Kriegsstraße, Verlängerung Knielingen, weitere Optimierung der Buslinien, direkte Verbindungen zwischen den Stadtteilen zusätzlich zu Innenstadt-Linien, günstige Tarife, mehr Ampel-Vorrangschaltungen für Bahnen und Busse, Komfort an Haltestellen, barrierefreien Ausbau, mehr Sicherheit sowie mehr Unterstellmöglichkeiten.
Die ausufernden Kosten der Kombilösung werden die Entwicklung des Nahverkehrs lange
lähmen. Für die U-Strab in der Kaiserstraße und den Umbau der Kriegsstraße muss
die Stadt 173 Mio. EUR bezahlen - die tatsächlichen Kosten werden wohl deutlich
darüber
liegen. Wir sind gegen die Untertunnelung der Fußgängerzone und für den Umbau der
Kriegsstraße.
Autofahren nur da, wo es nötig ist:
Die derzeit betriebene Bevorzugung des Autos ist absurd. Karlsruhe hat ein sehr
erfolgreiches
CarSharing-Unternehmen. Wenn alle, die kein eigenes Auto brauchen, auf CarS-haring
umsteigen würden, könnte in unseren Straßen wieder viel Raum frei werden.
Wir fordern für CarSharing reservierte Stellplätze im öffentlichen Raum, weiteren
Umbau von großen Straßen zu „Stadtstraßen“, verstärkten Lärmschutz, Temporeduktion
zur Lärmminderung, Verkehrsbeschränkungen bei hohen Schadstoffwerten, stärkere Überwachung
des ruhenden und fließenden Verkehrs, höhere Parkgebühren, mobile Anzeigetafeln
für die gefahrene Geschwindigkeit sowie möglichst umweltfreundlichen Autoverkehr
in der Stadtverwaltung und deren Betrieben.
Die sogenannte Nordtangente ist unverantwortlich. Für Hagsfeld fordern wir schon
lange eine insgesamt 2-spurige Umfahrung. Eine weitere Rheinbrücke 1,4 km nördlich
der bestehenden ist unnötig. Karlsruhe ist gut an Flughäfen angebunden. Es kann
nicht sein, dass die Stadt bei der derzeitigen Haushaltslage Millionen für Flüge
nach Mallorca in den Baden-Airport steckt.