Michael Borner Alexander Geiger Dr. Ute Leidig Manfred Schubnell Bettina Lisbach Uta van Hoffs Dr. Christofer Leschinger Dr. Dorothea Polle-Holl Tanja Kluth Johannes Honné

Verkehr


Karlsruhe hat aufgrund des sehr guten Öffentlichen Verkehrs und seiner Topografie beste Voraussetzungen für eine menschengerechte Mobilität. Deshalb müssen die Prioritäten zum Umweltverbund aus Bahnen und Bussen, Fahrrad und Zu-Fuß-Gehen verschoben werden.

Zu Fuß gehen soll wieder Spaß machen:
Bisher wird Zu-Fuß-Gehen als nebensächlich angesehen. Gehwege werden häufig zugeparkt. Oft ist Gänsemarsch angesagt, für Kinderwagen oder Rollstühle gibt es kaum ein Durchkommen. Die MitarbeiterInnen des Ordnungs-amtes schreiten erst bei einer Restbreite von weniger als 1,2 m ein.
Inzwischen wurden der Bahnhofplatz und die Erbprinzenstraße vor dem Naturkundemuseum für Autos gesperrt. In der Bürklinstraße werden jetzt tagsüber 5 Parkplätze für spielende Kinder freigehalten. Wir wollen einen „Aktionsplan Fußverkehr“, ausreichende Breite von Gehwegen, mehr Spielstraßen, Kreuzungen entschärfen, ebenerdiges Überqueren auch breiter Straßen, bessere Ampelschaltungen, mehr Zebrastreifen und Bedarfs-Ampeln sowie ein attraktives und barrierefreies Fußwegenetz.

Radfahren: mehr, sicherer, komfortabler:
Das Fahrrad ist das kostengünstigste und umweltfreundlichste Verkehrsmittel. Bessere
Bedingungen erhöhen den Anteil der RadfahrerInnen. Endlich hat die Stadtverwaltung ein Radverkehrskonzept erstellt. Aber die Umsetzung geht zu langsam.
Wir fordern mehr Geld und Personal für Fahrrad-Maßnahmen, eine Werbekampagne, Radfahrstreifen vorrangig auf der Fahrbahn, Tempobeschränkungen an kritischen Stellen, Fahrrad-Aufstellflächen an Ampeln vor den Autos, Radwege von parkenden Autos freizuhalten,
gute Wegweiser für den Radverkehr, Radverkehrs-Führung bei Baustellen, mehr Fahrrad-Abstellanlagen, Aufwertung der Fahrradstation am Hauptbahnhof sowie Berücksichtigung von Fahrrädern mit Kinderanhängern.

Bahn und Bus für alle:
Straßenbahn und Bus sind in Karlsruhe schon sehr gut ausgebaut. Wir haben den ebenerdigen Einstieg an der Haltestelle Herrenstraße erreicht, der Bahnhofsvorplatz wird demnächst barrierefrei. Aber es ist noch manches verbesserungsfähig.

Wir fordern eine Straßenbahn durch Kirchfeld-Nord, Pulverhausstraße, Kriegsstraße, Verlängerung Knielingen, weitere Optimierung der Buslinien, direkte Verbindungen zwischen den Stadtteilen zusätzlich zu Innenstadt-Linien, günstige Tarife, mehr Ampel-Vorrangschaltungen für Bahnen und Busse, Komfort an Haltestellen, barrierefreien Ausbau, mehr Sicherheit sowie mehr Unterstellmöglichkeiten.

Die ausufernden Kosten der Kombilösung werden die Entwicklung des Nahverkehrs lange lähmen. Für die U-Strab in der Kaiserstraße und den Umbau der Kriegsstraße muss die Stadt 173 Mio. EUR bezahlen - die tatsächlichen Kosten werden wohl deutlich darüber
liegen. Wir sind gegen die Untertunnelung der Fußgängerzone und für den Umbau der Kriegsstraße.

Autofahren nur da, wo es nötig ist:
Die derzeit betriebene Bevorzugung des Autos ist absurd. Karlsruhe hat ein sehr erfolgreiches
CarSharing-Unternehmen. Wenn alle, die kein eigenes Auto brauchen, auf CarS-haring umsteigen würden, könnte in unseren Straßen wieder viel Raum frei werden.
Wir fordern für CarSharing reservierte Stellplätze im öffentlichen Raum, weiteren Umbau von großen Straßen zu „Stadtstraßen“, verstärkten Lärmschutz, Temporeduktion zur Lärmminderung, Verkehrsbeschränkungen bei hohen Schadstoffwerten, stärkere Überwachung des ruhenden und fließenden Verkehrs, höhere Parkgebühren, mobile Anzeigetafeln für die gefahrene Geschwindigkeit sowie möglichst umweltfreundlichen Autoverkehr in der Stadtverwaltung und deren Betrieben.

Die sogenannte Nordtangente ist unverantwortlich. Für Hagsfeld fordern wir schon lange eine insgesamt 2-spurige Umfahrung. Eine weitere Rheinbrücke 1,4 km nördlich der bestehenden ist unnötig. Karlsruhe ist gut an Flughäfen angebunden. Es kann nicht sein, dass die Stadt bei der derzeitigen Haushaltslage Millionen für Flüge nach Mallorca in den Baden-Airport steckt.