Stadtentwicklung neu denken
Der Trend zum Haus im Grünen hat sich umgekehrt:
Viele Menschen streben in die Stadt. Kurze Wege machen die Stadt attraktiv.Wir wollen
darauf vorausschauend reagieren und Karlsruhe als Stadt
des Wohnens weiter ausbauen. Die Trennung in Gewerbe-, Einkaufs-und Wohngebiete
mit zwangsläufig hohem Verkehrsaufkommen zwischen den Bereichen muss überwunden
werden.
Bürgerengagement und Bürgerwillen ernst nehmen:
Das Mitspracherecht von BürgerInnen in der Stadtplanung und die Planungskompetenz
der Fachleute müssen sich gegenseitig ergänzen. Zu wichtigen Wettbewerbsentscheidungen
fordern wir daher Ausstellungen und kurze Vorträge.
Öffentliche Räume sind Kommunikationsräume:
Der öffentliche Raum sollte einladend gestaltet sein. Dafür müssen im öffentlichen
Raum die FußgängerInnen und RadfahrerInnen bevorzugt behandelt werden, die Attraktivität
des Stadtbildes und die Aufenthaltsqualität
gut sein.
Architektur und Gestaltung:
Um bei Stadtbildprägenden Neubauten Fehlentwicklungen zu vermeiden, wurde ein Gestaltungsbeirat
eingerichtet.
Er hat nach zwei Jahren seine Erfolge nachgewiesen. Darüber hinaus fordern wir bei
Bauvorhaben immer Wettbewerbe oder Planungsworkshops.
Wohnen in der Stadt:
Den Trend „Zurück in die Stadt“ sehen wir als Chance. Wir wollen den Vierteln zu
neuer Belebung und Attraktivität verhelfen. Nach dem letzten Wohnungsbaubericht
werden dringend
bezahlbare, familiengerechte Mietwohnungen gebraucht. Wir fordern daher ein kommunales
Wohnungs-bauprogramm. Die Auflage, kostengünstige
gute Mietwohnungen zu erstellen, soll auch jungen Familien ermöglichen,in der Innenstadt
zu wohnen. Ähnliche Ansprüche an Wohnformen und Grundrisse wollen wir in den Karlsruher
Konversionsgebieten
in Neureut und in Knielingen verwirklichen. In Neureut
gemachte Fehler wollen wir im Konversionsgebiet in Knielingen nicht wiederholen.
Energetisch sinnvoll bauen und sanieren:
Die Konversionsflächen eröffnen die Chance, bautechnisch neue Wege zu gehen und
Flächen
sparende, energetisch optimierte Bauweisen zu entwickeln. Die Energie-Einsparverordnung
soll deutlich unterschritten werden. Wir wollen knappes Bauland intensiv ausnutzen.
Dabei sind eine möglichst
kompakte Bauweise, optimale Abstimmung von Dämmung und Anlagentechnik, vorrangig
Geschossbau und Reihenhausbau, nach Süden geneigte Dachflächen, großflächige Glaselemente
zur passiven Solarnutzung, Blockheizkraftwerke, Nahwärmenetze, Begrünung
von Dach- und Wandflächen, Anwohner- und Besucherparken möglichst außerhalb der
Wohngebiete sowie gute Anbindung an den ÖPNV nötig. Aber auch die energetische Sanierung
von Altbauten ist
wichtig. Noch immer besteht großer Mangel an bezahlbaren Studierendenwohnungen.
Vorstellbar dafür wäre die Umwandlung schlecht genutzter Gewerbe-Immobilien.
Innenstadt vernünftig umbauen:
Voraussetzung ist hier die Lösung der Verkehrs-probleme. Wir wollen einen Ausbau
der Kriegsstraße zur städtischen Allee mit ebenerdiger Straßenbahn. Für die Kaiserstraße
wollen wir eine verbindliche Gestaltungssatzung. Viele neue Geschäfte
haben sich in den Strahlenstraßen südlich der Kaiserstraße und am Zirkel angesiedelt
- die Fußgängerzone sollte ihnen folgen.
Schutz des historischen Charakters:
Bei baulichen Veränderungen der Innenstadt ist uns der Erhalt des historischen Stadtgrundrisses
und die Stärkung der Via Triumphalis ein Anliegen. Ein Nebeneinander von Alt und
Neu kann die Attraktivität und die Lebensqualität unserer Stadt erheblich steigern.
Die grüne Stadt:
Neben einer intensiven Durchgrünung der Wohn- und Gewerbegebiete tragen Parks und
öffentliche Grünflächen entscheidend zur Lebensqualität bei. Eine Bebauung der Durlacher
Hub oder auch das geplante EDEKA-Fleischwerk lehnen wir ab. Die Erholungsqualität
auf Grünflächen ist wichtig. Wir wollen die wesentlichen Bausteine des BUGA-Konzeptes
in städtischer Regie umsetzen.
Für den Bahnhofsvorplatz fordern wir eine Überarbeitung der aktuellen Planungen:
Reibungslose Funktionalität und behindertengerechte Gestaltung sollten sich mit
angenehmer Aufenthaltsqualität durch Sitzmöglichkeiten, schattige Bereiche, Wasserbecken
u.ä. verbinden.