Michael Borner Alexander Geiger Dr. Ute Leidig Manfred Schubnell Bettina Lisbach Uta van Hoffs Anne Segor Dr. Dorothea Polle-Holl Tanja Kluth Johannes Honné

Sozialpolitik gegen Ausgrenzung


Selbstbestimmtes Leben und Armutsbekämpfung:

 

Kommunale Sozialpolitik sollte sich nach unserer Auffassung nicht darauf beschränken, bedürftige Menschen mit Geld oder Hilfeleistungen zu versorgen. Sie muss ihnen auch helfen, ihr Leben wieder in die eigene Hand zu nehmen. Benachteiligte oder ausgegrenzte Menschen müssen langfristig in das soziale und kulturelle Leben dieser Stadt eingebunden werden. Die Konzentration auf die konkrete Lebenslage bedürftiger Menschen geschieht am besten durch einen Aufbau von sozialen Netzen in den Stadtteilen, deren wichtige Bausteine Beratungsstellen, Freizeit- und Betreuungsangebote sind, die bei kommunalen Sparmaßnahmen zuerst auf der Streichungsliste stehen.

 

Wir GRÜNEN wehren uns gegen sozialen Kahlschlag und stellen die Millionen verschlingenden Großprojekte auf den Prüfstand. Unsere Stadt muss mit einem verstärkten Sozialprofil und einer Reihe von Armuts-bekämpfungsmaßnahmen gegen Armut angehen, von der Familien mit Kindern, Alleinerziehende, Rentnerinnen und ganz besonders Kinder und Jugendliche am stärksten betroffen sind. Für uns ist es an der Zeit, den gut ausgestatteten Kinderpass neu zu bearbeiten und mit einem neuen Karlsruher Pass im Chipsystem den sozialpolitischen Realitäten gerecht zu werden. Eine deutliche Erhöhung der Bemessungsgrenze ist dazu einer der wichtigsten Schritte, um auch Personen in prekären finanziellen Situationen Hilfe leisten zu
können.

 

Wohnungslose Menschen sind oft an einem Komplex von Problemen wie Arbeitslosigkeit, Krankheit, Schulden, Zerbrechen persönlicher Beziehungen usw. gescheitert. Mit dem Wohnungsverlust geht dann jegliche Zukunftsperspektive verloren. Wir GRÜNEN begrüßen ausdrücklich alle Initiativen, die sich dem Kampf gegen die Obdachlosigkeit verschrieben haben, und fordern den weiteren gezielten Ausbau dieser Aktivitäten. Einrichtungen, die alleinstehende Frauen beraten und betreuen (TafF), sowie wohnungslosen Jugendlichen eine niederschwellige Anlaufstelle bieten (IGLU), unterstützen wir ausdrücklich. Der Schwerpunkt der Sozialarbeit mit Wohnungslosen muss auf Hilfsangebote gelegt werden, die den Weg in neue Selbstständigkeit ebnen. Wir setzen uns dabei für ein abgestuftes Programm mit den Bestandteilen Wohnen, Arbeiten und Stärkung der Eigenaktivität und eine verbesserte Nachbetreuung in der eigenen Wohnung ein.

 

Wir GRÜNEN fordern die schrittweise Auflösung von Siedlungen in sozialen Spannungsfeldern und wollen besonders Menschen mit Kindern beim Auszugswunsch unterstützen. Gleichzeitig respektieren wir den Wunsch Alteingesessener, im Quartier zu bleiben, das durch die Einrichtung von Bewohnerbeiräten eigenverantwortlich gestaltet und stabilisiert werden kann und vorgegebene Wohnstandards erfüllen soll. In Quartieren mit einem hohen Anteil an Kindern mit Entwicklungs- und Schulproblemen setzen wir uns für Lernstuben, Hausaufgabenhilfen und Kindertageseinrichtungen ein.

 

Wir setzen uns dafür ein, dass die Barrierefreiheit in der Stadt Karlsruhe weiter umgesetzt wird. Durch zügiges Umsetzen der vorgeschlagenen Maßnahmen müssen sich für die Menschen mit Behinderung in Karlsruhe spürbare Verbesserungen ergeben.

 

Darüber hinaus muss für den Ausbau ambulant betreuter Wohngemeinschaften und für betreutes Einzelwohnen städtischer Wohnraum bereitgestellt werden. Offene Freizeitangebote für Behinderte und Nichtbehinderte sind auszubauen. Wir setzen uns für Arbeitsplätze auch außerhalb der beschützenden Werkstätten ein. Auch Einrichtung, Betrieb und Unterhaltung von Alten(pflege)heimen und Pflegeplätzen für Menschen mit Behinderungen, sowie die Unterstützung versorgender Angehöriger dieser Personengruppe liegen uns am Herzen.