Michael Borner Alexander Geiger Dr. Ute Leidig Manfred Schubnell Bettina Lisbach Uta van Hoffs Anne Segor Dr. Dorothea Polle-Holl Tanja Kluth Johannes Honné

Natur- und Tierschutz


Der Erhalt der Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen einschließlich ihrer Lebensräume ist unverzichtbarer Bestandteil einer zukunftsfähigen Politik. Neben Biotopverbundmaßnahmen sowie der Ausweisung von Schutzgebieten ist eine Reduzierung des Flächen-erbrauchs dringend notwendig.

Lebensräume vernetzen:
Für den Erhalt der Artenvielfalt und der naturnahen Lebensräume wichtig sind Natur- und Landschafts-schutzgebiete, Biotope und die Natura 2000-Gebiete, zu denen u. a. die Karlsruher Rheinniederung, der Hardtwald, der Oberwald und die Alb zählen. Aber auch außerhalb von Schutzgebieten sind Lebensräume für eine vielfältige Flora und Fauna zu erhalten. Auf stadteigenen Flächen soll Karlsruhe als Vorbild vorangehen. Es müssen weitere wertvolle Flächen als Landschafts-schutz- bzw. Naturschutzgebiete ausgewiesen werden. Biotopvernetzung und das Artenschutzprogramm müssen vorankommen. Möglichst viel soll durchgängig begrünt bzw. renaturiert werden.

Wald naturnah bewirtschaften:
Die städtischen Waldflächen müssen gemäß den Zielen des naturnahen Waldbaus bewirtschaftet werden. Dabei sind Naherholung, Naturschutz, Grundwasserschutz und auch stadtklimatische Funktionen zu berücksichtigen. Wir sind gegen Insektizide und Staubkalkungen während der Vegetationsperiode, aber für weitere Bann- und Schonwälder.

Landwirtschaft ohne Gentechnik:
Regionale und möglichst naturnahe Landwirtschaft, ökologischer Landbau und Gentechnikfreiheit sind uns wichtig. Schul- und Kindergartenkinder sollen lernen, wie Lebensmittel natur- und tierschutzgerecht produziert und vermarktet werden.

Flächen gewinnen:
Der rasant fortschreitende Flächenverbrauch ist zu stoppen. Der anhaltende Rückgang von naturnahen Biotopen, die ständige Verschlechterung der bioklimatischen Situation und auch die erhöhte Hochwassergefahr durch den Verlust von Rückhalteflächen – all das geht auf das Konto einer zunehmenden Zersiedlung. Auch der Erhalt von Grünzäsuren zwischen den Siedlungsgrenzen ist wichtig. Die aktuellen Planungen von EDEKA für ein riesiges Fleischwerk lehnen wir ab. Flächenverbrauch lässt sich durch Flächenrecycling (Konversionsflächen, aufgegebene Gewerbeflächen) und eine Schließung von Baulücken eindämmen.

Lernen mit der Natur:
Vor allem Kinder lassen sich für Umwelt- und Naturschutz begeistern. Wir begrüßen, dass sich die Umweltpädagogik in den letzten Jahren in Karlsruhe gut entwickelt hat. Wir fordern eine langfristige Sicherung und Finanzierung der Umwelterziehung.

Tiere haben Rechte:
Eine den humanitären Werten verpflichtete Gesellschaft muss sich auch Tieren ge-genüber verantwortungsvoll verhalten. Auch dank GRÜNER Initiativen hat der Tierschutz in den letzten Jahren einen größeren Stellenwert erreicht.

Der Karlsruher Zoo entspricht nicht den Anforderungen an eine art- und tierschutzgerechte Tierhaltung. Die geplante Zoo-Erweiterung muss für bessere Lebensbedingungen der Tiere genutzt werden. Die Haltung von Nutztieren sollte weiter ausgebaut werden, ebenso die
Zoopädagogik. Der Tierpark Oberwald sollte als Außenstelle des Zoos mit heimischen Arten gestärkt werden. Wir haben erreicht, dass in Karlsruhe der Tierschutz in die Platzüberlassungsverträge mit Zirkussen aufgenommen wird.
Wir wollen eine tierschutzgerechte Regulierung der Stadttaubenpopulation.
Viele Haustiere leiden darunter, nicht artgerecht gehalten zu werden. Oft werden Haustiere gedankenlos angeschafft und bei den ersten Schwierigkeiten wieder abgegeben. Hier muss auf kommunaler Ebene verstärkt Aufklärungsarbeit geleistet werden und Auffangstationen
müssen durch die Kommune finanziell unterstützt werden.

Ohne Fleisch geht´ s auch:
Auch beim Konsum von Fleisch sollten Aspekte des Tierschutzes berücksichtigt werden. Deshalb essen viele Menschen heute wenig oder gar kein Fleisch mehr. Eine Kommune, die sich dem Tierschutz verpflichtet fühlt, unterstützt dieses Verhalten aktiv.