Michael Borner Alexander Geiger Dr. Ute Leidig Manfred Schubnell Bettina Lisbach Uta van Hoffs Anne Segor Dr. Dorothea Polle-Holl Tanja Kluth Johannes Honné

Geschlechtergerechte Kommunalpolitik


GRÜNE Politik steht für die Gleichberechtigung von Frau und Mann in allen Lebensbereichen. Gleichberechtigte Teilhabe bedeutet für uns, das gesellschaftliche Umfeld so zu gestalten, dass die spezifischen Bedürfnisse von Männern und Frauen, von Jungen und Mädchen gleichermaßen berücksichtigt werden. Eine gestaltende Gesellschaftspolitik, die Machtstrukturen im Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit hin analysiert und verändert, ist Grundlage unseres politischen Handelns.

 

Die sozialen Spaltungen in unserer Gesellschaft in Arme und Reiche, Nicht-MigrantInnen und MigrantInnen, Junge und Alte, Behinderte und Nicht-Behinderte werden zusätzlich von der sozialen Ungleichheit zwischen Frauen und Männern verstärkt. Mit dem Einsatz für Geschlechtergerechtigkeit wollen wir der strukturellen Benachteiligung von Frauen insbesondere auf dem Arbeitsmarkt entgegenwirken und ihre Potenziale für eine sozial gerechte, nachhaltig wirtschaftende und ökologisch ausgerichtete Gesellschaft der Zukunft nutzen.

 

Gleichstellungsthemen werden in der Politik bisher überwiegend von Frauen eingebracht, ohne die Beteiligung von Männern kann sie aber nicht gelingen. So wie sich die Rollenbilder und Aufgaben für Frauen verändert haben, müssen Männer sich ebenfalls mit einem veränderten Rollenbild auseinandersetzen und bereit sein, neue Aufgaben in der Gesellschaft zu übernehmen. Die Aufgabe der Gleichstellung in einer Kommune darf auch nicht allein an die Frauenbeauftragte „delegiert“ werden, sondern muss als TOP DOWN Prozess von allen Führungsgremien der Verwaltung und anderen Dienststellen getragen werden.

 

Keinesfalls darf Gleichstellungspolitik neue Benachteiligungen nach sich ziehen: Die Förderung von Mädchen ist z. B. nach wie vor wichtig, darf aber nicht einseitig zu Lasten der Jungen gehen, die heute z.T. als die Bildungsverlierer gelten. Auch das Miteinander von Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen in der Kommune ist nur möglich, wenn sich das Zusammenleben auf Basis unserer Verfassung bewegt und alle Männer und Frauen ihr Recht auf ein selbstbestimmtes Leben und freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit wahrnehmen können. So kann der Staat seinem Verfassungsauftrag, die tatsächliche Gleichberechtigung von Frau und Mann aktiv voranzubringen, gerecht werden.

 

Gleichstellung ist für uns GRÜNE kein weiches Thema, das nur von Frauen bewirkt wird, sondern eine komplexe gesellschaftliche Querschnittaufgabe, die in alle Bereiche hineinwirkt und von Männern und Frauen gemeinsam verfolgt werden muss. Bezüglich der Gleichstellung in der Kommune setzen wir uns insbesondere für folgende Themen ein:


  • Raus aus der Armut – aktive Wirtschaftsförderung für Frauen im Blick haben

  • Den Arbeitsmarkt durchlässiger machen - frauenspezifische Bidungsangebote ausbauen

  • Existenzgründungen von Frauen verstärkt fördern

  • Kinderbetreuung und Pflege – Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern

  • Geschlechtsspezifische Kinder- und Jugendarbeit fördern

  • Frauen in der Stadtlandschaft – Bedürfnisse von Frauen in die Stadtplanung einbeziehen

  • Genderaspekte in Verkehrspolitik und ÖPNV besser beachten

  • Frauen und Umwelt – Schutz vor Umweltgiften und Gentechnik

  • Frauen und Gesundheit – Förderung eines kommunalen Frauengesundheitszentrums

  • Sicherheit und Schutz vor Gewalt, Beratungs- und Ausstiegsangebote für Prostituierte

  • Frauen und Migration – Patinnenprojekte und Sprachkurse für Mütter ausbauen

  • Gleichstellungsbeauftragte stärken und den Aufbau eines Frauenparlaments anstoßen

  • Gleichstellung systematisieren: EU-Gleichstellungsplan für die Regionen umsetzen