Michael Borner Alexander Geiger Dr. Ute Leidig Manfred Schubnell Bettina Lisbach Uta van Hoffs Anne Segor Dr. Dorothea Polle-Holl Tanja Kluth Johannes Honné

Klimaschutz und Energieversorgung


Der Klimawandel ist eine der zentralen Heraus-forderungen dieses Jahrhunderts. Wenn es nicht innerhalb der nächsten Jahrzehnte gelingt, die CO2-Emissionen enorm zu reduzieren, drohen katastrophale Folgen. Höchste Priorität hat für uns GRÜNE die Umstellung der Energieversorgung hin zu mehr Energieeffizienz und zur Nutzung von erneuerbaren Energien.

Karlsruhe muss weg von der Kohle:
Die für Karlsruhe energie-, klima- und auch umweltpolitisch wohl schwerwiegendste Entscheidung innerhalb der letzten Jahre war die Zustimmung der Gemeinderatsmehrheit zum Bau des EnBW-Kohlekraftwerks im Rheinhafen. Das Kraftwerk wird die insgesamt von Karlsruhe ausgehenden CO2-Emissionen nahezu verdoppeln. Wir werden weiter dafür kämpfen, dass schnellstmöglich der komplette Ausstieg aus der Kohleverbrennung auch in Karlsruhe vollzogen wird.

Atomkraft ist keine Alternative:
Durch die Nähe zum Atomkraftwerk Philippsburg, zur Verglasungsanlage im Hardtwald und zur derzeit im Rückbau befindlichen ehemaligen Wiederaufarbeitungs-anlage im Forschungszentrum Karlsruhe sind die Karlsruher BürgerInnen von den Risiken der Atom-technologie besonders stark betroffen. Es müssen alle Anstrengungen unternommen werden, um aus der gefährlichen Technologie auszusteigen.

Energie effizient nutzen:
Energiesparen ist die beste Energiequelle. Eine Steigerung der Energieeffizienz durch innovative Techniken kann zu hohen Kosteneinsparungen führen und die negativen Folgen des Energieverbrauchs erheblich reduzieren. Energiespar- und  Energie-effizienzmaßnahmen fördern zudem Handwerk und Wirtschaft. Die Stadt Karlsruhe muss mit gutem Beispiel vorangehen, städtische Gebäude energetisch optimieren und Strom aus erneuerbaren Energien
beziehen.

Alt- und Neubauten energetisch optimieren:
Wir GRÜNEN fordern, dass ausreichend Mittel bereitgestellt werden, um den enormen Sanierungsstau innerhalb der nächsten Jahre abzuarbeiten. Wir drängen darauf, dass zu jedem Bebauungsplan ein Energiekonzept erstellt wird. Bauwillige in der Stadt müssen über energiesparende Bauweisen informiert werden. Beim Verkauf von städtischem Bauland sind
strenge Energiespar-Maßstäbe anzulegen.

Erneuerbare Energien ausbauen:
Wir wollen, dass regenerative Energien in und um Karlsruhe in ihrer ganzen Bandbreite gefördert
werden. Die Karlsruher Bevölkerung muss umfangreich über die Möglichkeiten und Förderangebote bei der Nutzung regenerativer Energien informiert werden. Es ist eine enge Zusammenarbeit der Stadt mit den hier ansässigen Forschungseinrichtungen, unter anderem dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) anzustreben.

Solarthermie und Photovoltaik:
Der Einsatz der einfachen, bewährten und kostengünstigen Solarthermie muss in Karlsruhe
vorangetrieben werden, auch bei öffentlichen Gebäuden wie z.B. Schwimmbädern. Auch die klimafreundliche Photovoltaik muss im sonnenverwöhnten Karlsruhe weiter ausgebaut werden!

Windkraft:
Leider wird es einen Ausbau der Windkraftanlagen in Karlsruhe nach neuem Planungsrecht kaum mehr geben. Die von der Landesregierung vorgeschriebene Festsetzung von Vorranggebieten für Windkraftanlagen in den Regionalplänen ist eine reine Verhinderungsplanung. Auf allen politischen Ebenen setzen wir uns für einen weiteren Ausbau von Windkraftanlagen in Stadt und Region ein.

Geothermie:
Aufgrund der räumlichen Lage Karlsruhes haben wir hier hervorragende Voraussetzungen für die Geothermie-Nutzung. Wir GRÜNEN fordern seit langem, dass Karlsruhe Pilotprojekte initiiert und langfristig den Bau eines Geothermie-Kraftwerks zur Nutzung der Tiefenwärme verfolgt.

Kommunaler Klimaschutz – eine Querschnittsaufgabe:
Wir begrüßen, dass die Stadt in Zusammenarbeit mit weiteren Akteuren ein umfangreiches Klimaschutz-konzept erarbeitet hat. Die darin enthaltenen Maßnahmen müssen schnellstmöglich umgesetzt und die erforderlichen Haushaltsmittel bereitgestellt werden. Klimaschutz muss bei allen städtischen Vorhaben berücksichtigt werden.

Information und Beratung für mehr Klimaschutz:
Wir begrüßen die Einrichtung der Karlsruher Energie- und Klimaagentur (KEKA), für die wir uns durch mehrere Initiativen im Gemeinderat eingesetzt haben.
Wir werden die Arbeit der KEKA konstruktiv und kritisch begleiten. Daneben müssen die bestehenden Angebote zur Energieberatung weiter ausgebaut sowie themenbezogene Aktionen u. a. an Schulen durch die Stadt gefördert und unterstützt werden.