Klimaschutz und Energieversorgung
Der Klimawandel ist eine der zentralen Heraus-forderungen dieses Jahrhunderts. Wenn
es nicht innerhalb der nächsten Jahrzehnte gelingt, die CO2-Emissionen enorm zu
reduzieren, drohen katastrophale Folgen. Höchste Priorität hat für uns GRÜNE die
Umstellung der Energieversorgung hin zu mehr Energieeffizienz und zur Nutzung von
erneuerbaren Energien.
Karlsruhe muss weg von der Kohle:
Die für Karlsruhe energie-, klima- und auch umweltpolitisch wohl schwerwiegendste
Entscheidung innerhalb der letzten Jahre war die Zustimmung der Gemeinderatsmehrheit
zum Bau des EnBW-Kohlekraftwerks im Rheinhafen. Das Kraftwerk wird die insgesamt
von Karlsruhe ausgehenden CO2-Emissionen nahezu verdoppeln. Wir werden weiter dafür
kämpfen, dass schnellstmöglich der komplette Ausstieg aus der Kohleverbrennung auch
in Karlsruhe vollzogen wird.
Atomkraft ist keine Alternative:
Durch die Nähe zum Atomkraftwerk Philippsburg, zur Verglasungsanlage im Hardtwald
und zur derzeit im Rückbau befindlichen ehemaligen Wiederaufarbeitungs-anlage im
Forschungszentrum Karlsruhe sind die Karlsruher BürgerInnen von den Risiken der
Atom-technologie besonders stark betroffen. Es müssen alle Anstrengungen unternommen
werden, um aus der gefährlichen Technologie auszusteigen.
Energie effizient nutzen:
Energiesparen ist die beste Energiequelle. Eine Steigerung der Energieeffizienz
durch innovative Techniken kann zu hohen Kosteneinsparungen führen und die negativen
Folgen des Energieverbrauchs erheblich reduzieren. Energiespar- und Energie-effizienzmaßnahmen
fördern zudem Handwerk und Wirtschaft. Die Stadt Karlsruhe muss mit gutem Beispiel
vorangehen, städtische Gebäude energetisch optimieren und Strom aus erneuerbaren
Energien
beziehen.
Alt- und Neubauten energetisch optimieren:
Wir GRÜNEN fordern, dass ausreichend Mittel bereitgestellt werden, um den enormen
Sanierungsstau innerhalb der nächsten Jahre abzuarbeiten. Wir drängen darauf, dass
zu jedem Bebauungsplan ein Energiekonzept erstellt wird. Bauwillige in der Stadt
müssen über energiesparende Bauweisen informiert werden. Beim Verkauf von städtischem
Bauland sind
strenge Energiespar-Maßstäbe anzulegen.
Erneuerbare Energien ausbauen:
Wir wollen, dass regenerative Energien in und um Karlsruhe in ihrer ganzen Bandbreite
gefördert
werden. Die Karlsruher Bevölkerung muss umfangreich über die Möglichkeiten und Förderangebote
bei der Nutzung regenerativer Energien informiert werden. Es ist eine enge Zusammenarbeit
der Stadt mit den hier ansässigen Forschungseinrichtungen, unter anderem dem Karlsruher
Institut für Technologie (KIT) anzustreben.
Solarthermie und Photovoltaik:
Der Einsatz der einfachen, bewährten und kostengünstigen Solarthermie muss in Karlsruhe
vorangetrieben werden, auch bei öffentlichen Gebäuden wie z.B. Schwimmbädern. Auch
die klimafreundliche Photovoltaik muss im sonnenverwöhnten Karlsruhe weiter ausgebaut
werden!
Windkraft:
Leider wird es einen Ausbau der Windkraftanlagen in Karlsruhe nach neuem Planungsrecht
kaum mehr geben. Die von der Landesregierung vorgeschriebene Festsetzung von Vorranggebieten
für Windkraftanlagen in den Regionalplänen ist eine reine Verhinderungsplanung.
Auf allen politischen Ebenen setzen wir uns für einen weiteren Ausbau von Windkraftanlagen
in Stadt und Region ein.
Geothermie:
Aufgrund der räumlichen Lage Karlsruhes haben wir hier hervorragende Voraussetzungen
für die Geothermie-Nutzung. Wir GRÜNEN fordern seit langem, dass Karlsruhe Pilotprojekte
initiiert und langfristig den Bau eines Geothermie-Kraftwerks zur Nutzung der Tiefenwärme
verfolgt.
Kommunaler Klimaschutz – eine Querschnittsaufgabe:
Wir begrüßen, dass die Stadt in Zusammenarbeit mit weiteren Akteuren ein umfangreiches
Klimaschutz-konzept erarbeitet hat. Die darin enthaltenen Maßnahmen müssen schnellstmöglich
umgesetzt und die erforderlichen Haushaltsmittel bereitgestellt werden. Klimaschutz
muss bei allen städtischen Vorhaben berücksichtigt werden.
Information und Beratung für mehr Klimaschutz:
Wir begrüßen die Einrichtung der Karlsruher Energie- und Klimaagentur (KEKA), für
die wir uns durch mehrere Initiativen im Gemeinderat eingesetzt haben.
Wir werden die Arbeit der KEKA konstruktiv und kritisch begleiten. Daneben müssen
die bestehenden Angebote zur Energieberatung weiter ausgebaut sowie themenbezogene
Aktionen u. a. an Schulen durch die Stadt gefördert und unterstützt werden.