Bildung
Das Schulsystem an die Kinder anpassen - nicht umgekehrt! Es ist Aufgabe der Schule,
alle Kinder in ihrer Unterschiedlichkeit individuell in ihren Leistungen zu fördern
und zu integrieren. Grundschule wie auch die weiterführenden Schulen müssen deshalb
pädagogisch zu Lern- und Lebensräumen für alle Kinder ausgestaltet werden. Die Kommune
als Schulträgerin muss ihren Einfluss beim Land geltend machen, um die katastrophalen
Entwicklungen im bestehenden Schulsystem zu überwinden. Die Gliederung in Sonderschule,
Grund- , Haupt-, Realschule und Gymnasium ist nicht geeignet, Chancengleichheit
für alle Kinder zu garantieren.
Neunjährige Basisschule für alle Kinder: Der von uns GRÜNEN initiierte Grundsatzbeschluss
zur Einrichtung einer Modellschule nach skandinavischem Vorbild muss durch beharrliche
Arbeit der Stadt Karlsruhe beim Kultusministerium durchgesetzt werden! Als ersten
Schritt fordern wir eine Modellschule im neuen Stadtteil Südstadt-Ost, in der innovative
Konzepte umgesetzt und erprobt werden.
Neue pädagogische Konzepte und individuelle Förderung:
Alle Kinder müssen gezielt gefördert und Hausaufgabenhilfe sowie Förderangebote
an allen Schulen ausgebaut werden. Die Stadt Karlsruhe soll durch die nötige Unterstützung
positiven Einfluss auf den Ausbau von gemeinsamem Unterricht von Kindern mit und
ohne Behinderung und entsprechende Profilbildung der Schulen nehmen.
Schulsozialarbeit ausbauen:
Bei der sozialen Entwicklung von Kindern und für die Lösung von sozialen Problemen,
die Kinder mit in die Schule bringen, sind SchulsozialarbeiterInnen unverzichtbar.
Das Land muss aufgefordert werden, sich dauerhaft und verlässlich an der Finanzierung
zu beteiligen.
Schulverbünde durchsetzen:
Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien sollen inhaltlich und räumlich auf verschiedene
Arten kooperieren, wobei die notwendigen sächlichen und personellen Mittel ausgebaut
und keinesfalls reduziert werden dürfen.
Halbtagsgrundschule und Ganztagsschule:
Wir fordern den Ausbau der Grundschule zu einer zuverlässigen Halbtagsschule mit
gesicherter Betreuungszeit von 7.30 bis 13.00 Uhr täglich. Für die Kernzeitbetreuung
vor und nach dem Unterricht dürfen nur ErzieherInnen oder vergleichbar qualifizierte
Fachkräfte eingesetzt werden.
Ganztagsschulen müssen flächendeckend ausgebaut werden. Dafür sind vor allem zusätzliche
Lehrerstunden für die pädagogische Ausgestaltung notwendig. Die Ganztagsschule soll
mit außerschulischen Partnern wie Betrieben, Musik- und Kunstschulen, Sportvereinen
und
weiteren Trägern der außerschulischen Jugendbildung als wertvolle Ergänzung kooperieren.
Gesunde Kinderernährung an Schulen:
Um der Fehlernährung von Kindern entgegenzuwirken, sollen das Thema Ernährung stärker
in
den Unterricht einbezogen und die Mahlzeiten in Schulküchen frisch zubereitet werden.
Ziel ist das kostenfreie Mittagsessen an Schulen für alle Kinder.
Die Schule als Lebensraum:
Beim Ausbau zu Ganztagsschulen sollen die Gebäude nach Bedürfnissen der Kinder und
neuen Lernformen umgestaltet werden. Bei Sanierungen sind gesundheitlich problematische
Stoffe zu entfernen und bei Neubauten ökologische Materialien zu verwenden.
Natur erleben gehört zur Schule:
Wir fordern ein schlüssiges Konzept für die Umwelt- und Naturschutzbildung in
Karlsruhe sowie mehr Kooperationen mit Natur- und Tierschutzverbänden. Die pädagogische
Umweltberatung für Schulen soll wiederhergestellt werden und die ökologischen Angebote
der Schulen vernetzen. Schulgärten, Kooperationen von Schulen mit Biobauernhöfen
der Region sowie ein Schulbauernhof sollen eingerichtet werden. Die hervorragende
Waldpädagogik muss erhalten bleiben.
Berufliche Schulen und Weiterbildung:
Die Beruflichen Schulen in Karlsruhe sollen eng mit den allgemeinbildenden Schulen
zusammenarbeiten, um die Berufsorientierung der Jugendlichen zu unterstützen.
Die günstigen Gebühren bei grundlegenden Bildungsangeboten der Volkshochschule müssen
durch kommunale Zuschüsse im städtischen Haushalt abgesichert werden.
Hochschulstandort Karlsruhe:
Unsere Stadt ist ein exzellenter Hochschul- und Forschungsstandort, an dem sich
jedoch viele Hochschulgebäude in erbärmlichem Zustand befinden. Für die energetische
Sanierung von Altbauten und notwendige Neubauten muss die Stadt sich in Stuttgart
stärker als bisher einsetzen. Da die Auszeichnung zur Elitehochschule zusätzliche
StudentInnen nach Karlsruhe
zieht, wird die Wohnungsnot noch offensichtlicher. Die Umnutzung von leer stehenden
Gewerbe- und Büroräumen für studentisches Wohnen muss jetzt von der Stadt vorangetrieben
werden.