Michael Borner Alexander Geiger Dr. Ute Leidig Manfred Schubnell Bettina Lisbach Uta van Hoffs Anne Segor Dr. Dorothea Polle-Holl Tanja Kluth Johannes Honné

Bildung


Das Schulsystem an die Kinder anpassen - nicht umgekehrt! Es ist Aufgabe der Schule, alle Kinder in ihrer Unterschiedlichkeit individuell in ihren Leistungen zu fördern und zu integrieren. Grundschule wie auch die weiterführenden Schulen müssen deshalb pädagogisch zu Lern- und Lebensräumen für alle Kinder ausgestaltet werden. Die Kommune als Schulträgerin muss ihren Einfluss beim Land geltend machen, um die katastrophalen Entwicklungen im bestehenden Schulsystem zu überwinden. Die Gliederung in Sonderschule, Grund- , Haupt-, Realschule und Gymnasium ist nicht geeignet, Chancengleichheit für alle Kinder zu garantieren.

Neunjährige Basisschule für alle Kinder: Der von uns GRÜNEN initiierte Grundsatzbeschluss zur Einrichtung einer Modellschule nach skandinavischem Vorbild muss durch beharrliche Arbeit der Stadt Karlsruhe beim Kultusministerium durchgesetzt werden! Als ersten Schritt fordern wir eine Modellschule im neuen Stadtteil Südstadt-Ost, in der innovative Konzepte umgesetzt und erprobt werden.

Neue pädagogische Konzepte und individuelle Förderung:
Alle Kinder müssen gezielt gefördert und Hausaufgabenhilfe sowie Förderangebote an allen Schulen ausgebaut werden. Die Stadt Karlsruhe soll durch die nötige Unterstützung positiven Einfluss auf den Ausbau von gemeinsamem Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung und entsprechende Profilbildung der Schulen nehmen.

Schulsozialarbeit ausbauen:
Bei der sozialen Entwicklung von Kindern und für die Lösung von sozialen Problemen, die Kinder mit in die Schule bringen, sind SchulsozialarbeiterInnen unverzichtbar. Das Land muss aufgefordert werden, sich dauerhaft und verlässlich an der Finanzierung zu beteiligen.

Schulverbünde durchsetzen:
Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien sollen inhaltlich und räumlich auf verschiedene Arten kooperieren, wobei die notwendigen sächlichen und personellen Mittel ausgebaut und keinesfalls reduziert werden dürfen.

Halbtagsgrundschule und Ganztagsschule:
Wir fordern den Ausbau der Grundschule zu einer zuverlässigen Halbtagsschule mit gesicherter Betreuungszeit von 7.30 bis 13.00 Uhr täglich. Für die Kernzeitbetreuung vor und nach dem Unterricht dürfen nur ErzieherInnen oder vergleichbar qualifizierte Fachkräfte eingesetzt werden.
Ganztagsschulen müssen flächendeckend ausgebaut werden. Dafür sind vor allem zusätzliche Lehrerstunden für die pädagogische Ausgestaltung notwendig. Die Ganztagsschule soll mit außerschulischen Partnern wie Betrieben, Musik- und Kunstschulen, Sportvereinen und
weiteren Trägern der außerschulischen Jugendbildung als wertvolle Ergänzung kooperieren.

Gesunde Kinderernährung an Schulen:
Um der Fehlernährung von Kindern entgegenzuwirken, sollen das Thema Ernährung stärker in
den Unterricht einbezogen und die Mahlzeiten in Schulküchen frisch zubereitet werden. Ziel ist das kostenfreie Mittagsessen an Schulen für alle Kinder.

Die Schule als Lebensraum:
Beim Ausbau zu Ganztagsschulen sollen die Gebäude nach Bedürfnissen der Kinder und neuen Lernformen umgestaltet werden. Bei Sanierungen sind gesundheitlich problematische Stoffe zu entfernen und bei Neubauten ökologische Materialien zu verwenden.

Natur erleben gehört zur Schule:
Wir fordern ein schlüssiges Konzept für die Umwelt- und Naturschutzbildung in Karlsruhe sowie mehr Kooperationen mit Natur- und Tierschutzverbänden. Die pädagogische Umweltberatung für Schulen soll wiederhergestellt werden und die ökologischen Angebote der Schulen vernetzen. Schulgärten, Kooperationen von Schulen mit Biobauernhöfen der Region sowie ein Schulbauernhof sollen eingerichtet werden. Die hervorragende Waldpädagogik muss erhalten bleiben.

Berufliche Schulen und Weiterbildung:
Die Beruflichen Schulen in Karlsruhe sollen eng mit den allgemeinbildenden Schulen zusammenarbeiten, um die Berufsorientierung der Jugendlichen zu unterstützen.
Die günstigen Gebühren bei grundlegenden Bildungsangeboten der Volkshochschule müssen durch kommunale Zuschüsse im städtischen Haushalt abgesichert werden.

Hochschulstandort Karlsruhe:
Unsere Stadt ist ein exzellenter Hochschul- und Forschungsstandort, an dem sich jedoch viele Hochschulgebäude in erbärmlichem Zustand befinden. Für die energetische Sanierung von Altbauten und notwendige Neubauten muss die Stadt sich in Stuttgart stärker als bisher einsetzen. Da die Auszeichnung zur Elitehochschule zusätzliche StudentInnen nach Karlsruhe
zieht, wird die Wohnungsnot noch offensichtlicher. Die Umnutzung von leer stehenden Gewerbe- und Büroräumen für studentisches Wohnen muss jetzt von der Stadt vorangetrieben werden.