Presse
2. Februar 2010
GRÜNE: Großemittenten in Karlsruhe
müssen mehr für Luftreinhaltung tun
MIRO und EnBW werden aufgefordert,
bei der Nachrüstung von Altanlagen
Schadstoffemissionen über die
gesetzlichen Vorgaben hinaus zu senken
„Fünfeinhalb Jahre nach Inkrafttreten der verschärften Grenzwerte für Großfeueranlagen macht sich die MIRO endlich an die Umrüstung ihrer Dampfkessel“, so Frak-tionssprecherin Bettina Lisbach. „Dabei hätte deutlich mehr für die Luftreinhaltung in Karlsruhe getan werden können, als bisher von der MIRO vorgesehen.“
„Nach unserem Kenntnisstand waren weder der Gemeinderat noch die Stadt in das Verfahren einbezogen oder auch nur informiert worden“, kritisieren die GRÜNEN. „Auch von der MIRO selbst kamen überhaupt keine Informationen. Wir haben von der Nachrüstung erst erfahren, als die Genehmigung durch das Regierungs-präsidium schon erteilt war.“
Erschwerend komme hinzu, dass die Bekanntgabe der Genehmigung um den Jahreswechsel herum erfolgte. „Offensichtlich wollte man die Öffentlichkeit hier möglichst aus dem Spiel lassen. All das ist für uns und auch für die Bevölkerung sehr ärgerlich“, monieren die GRÜNEN. Zwar seien die formalen Vorgaben erfüllt worden, „doch hätten wir von der MIRO eine bessere Informationspolitik und mehr Transparenz erwartet.“
Die GRÜNEN erkennen an, dass die von der MIRO vorgesehene Maßnahme eine Verringerung der derzeitigen Luftschadstoff-Belastungen, insbesondere bei den Stickoxiden, bedeute. Andererseits wäre eine noch weitergehende Schadstoffreduktion möglich, wenn die MIRO vom neuesten Stand der Technik Gebrauch machte und zusätzlich den Kessel 5 auf Gas- statt auf Mischfeuerung mit Heizölbetrieb umstellen würde.
Die GRÜNE Fraktion fordert daher die
Stadtverwaltung auf, mit der MIRO über
eine weitere Optimierung ihrer Anlagen
zu verhandeln. Ziel müsse sein, die
Luftqualität in Karlsruhe so weit wie
möglich zu verbessern. Bei den
Gesprächen mit der MIRO müssten auch die
bestehenden wirtschaftlichen
Verbindungen geltend gemacht werden.
„Schließlich liefert die MIRO ihre
Fernwärme für gutes Geld an den Konzern
Stadt. Von einem Geschäftspartner
erwarten wir eine transparente und gute
partnerschaftliche Zusammenarbeit“, so
Lisbach.
Außerdem gehen die GRÜNEN davon aus,
dass auch die EnBW aufgrund der
immissionsrechtlichen Vorgaben noch
dieses Jahr zur Umrüstung des alten
Kohleblocks RDK 7 verpflichtet ist. „Vor
dem Hintergrund der enormen
Zusatzbelastungen durch den neuen
Kohleblock RDK 8 erwarten wir, dass die
EnBW jetzt alles tut, um den
Schadstoffausstoß von RDK 7 so weit wie
möglich zu reduzieren. Mittelfristig
halten wir eine Stilllegung des alten
Kohleblocks als Kompensation für die
Zusatz-belastungen durch das neu
hinzukommende Kraftwerk für geboten.“
Über eine Gemeinderatsanfrage wollen
die GRÜNEN außerdem in Erfahrung
bringen, ob noch weiter Großemittenten
in Karlsruhe unter die Vorgaben der
verschärften Verordnung für
Großfeuerungsanlagen (13. BImSchV)
fallen und demzufolge noch dieses Jahr
ihre Altanlagen nachrüsten müssen, um
die neuen Grenzwerte einzuhalten.