Presse
11. Mai 2009
GRÜNE: Klares Signal gegen
Computer-Killerspiele gefordert
– Problem nur im Dialog mit Jugendlichen
lösbar
In der Diskussion über die
umstrittene Veranstaltung der
Computerspiel-Bundesliga, die am 5. Juni
in der Schwarzwaldhalle stattfinden
soll, fordert die GRÜNE
Gemeinderatsfraktion ein klares Signal
gegen Killerspiele.
Dieses klare Signal muss die
kurzfristige Forderung an den
Veranstalter sein, das Friday Night Game
ohne aggressive Spiele stattfinden zu
lassen. Dies würde beispielsweise
Spiele wie Counter Strike betreffen. Eine
Begründung könnte die räumliche und
zeitliche Nähe zu dem Drama in Winnenden
sein.
„Wir lassen uns in dieser Frage nicht vom Oberbürgermeister vereinnahmen“, so die Sprecherinnen der GRÜNEN Gemeinderatsfraktion Bettina Lisbach und Anne Segor. In der von der Stadtverwaltung herausgegebenen Pressemitteilung vermissen die GRÜNEN eine klare Positionierung der Stadt gegen Killerspiele. „Wir haben große Bedenken gegen diese Art von Freizeitbeschäftigung. Spiele wie Counter Strike verherrlichen Gewalt und verletzen die Würde der Menschen. Sie können bei exzessivem Gebrauch abstumpfen und bergen dann ein enormes Gefahrenpotential. Als GRÜNE fordern wir, dass die Stadt hier eindeutig Stellung bezieht“, so Lisbach und Segor.
Außerdem erwecke die von der Stadtverwaltung herausgegebene Pressemitteilung den Eindruck, dass alle Fraktionen in die Entscheidungsfindung über die Genehmigung des Intel Friday Night Game einbezogen gewesen seien. „Dies war jedoch nicht der Fall. Uns wurde lediglich im Rahmen einer Ausschusssitzung mitgeteilt, dass juristisch keine Handhabe bestehe, die Veranstaltung in Karlsruhe zu verhindern“, so die beiden Kommunalpolitikerinnen. „Wir wurden hier schlicht und ergreifend vor vollendete Tatsachen gestellt. Wir erwarten von der städtischen Gesellschaft KMK, dass sie in Zukunft vor der Vermietung einer Halle Informationen über deren geplante Nutzung einholt und ggf. die Räumlichkeit nicht oder nur unter Auflagen zur Verfügung stellt.“
„Wenn es nach uns ginge, hätte Karlsruhe dem Intel Friday Night Game in der jetzt geplanten Form frühzeitig einen Riegel vorgeschoben, indem die KMK für diese Veranstaltung keine Halle zur Verfügung gestellt hätte. Das allein hätte aber das Problem nicht gelöst“, so die GRÜNEN. „Jeder und jede kann sich diese Spiele heute zu Hause auf den Computer laden, ganz ohne dass die Öffentlichkeit etwas davon mit bekommt.“ Deshalb halten die GRÜNEN eine auf Dauer angelegte kritische öffentliche Auseinandersetzung mit dem Thema Killer-spiele für notwendig.
Wenn das Intel Friday Night Game in
Karlsruhe jetzt nicht mehr zu verhindern
ist, muss ein vom Veranstalter
unabhängiges, kritisches Begleitprogramm
durchgeführt werden, bei dem neben
Eltern, Sozialarbeitern und dem
Stadtjugendausschuss auch
Wissenschaftler aus Pädagogik und
Hirnforschung zu Wort kommen.
„Aber vor allem muss der Dialog mit den
Jugendlichen selbst gesucht werden“,
fordern die GRÜNEN. Denn Spiele können
neben der Abstumpfungswirkung ein hohes
Suchtpotential haben, gerade für junge
Menschen, die sich in Schule und
Gesellschaft an den Rand ge-drängt
fühlen. Informationen und Beratung von
Lehrerinnen und Lehrern, sowie
Erzieherinnen und Erziehern gehören
selbstverständlich ebenso zu einer
ernsthaften Auseinandersetzung mit dem
Thema.
„Es muss deutlich herausgearbeitet
werden, welchen gefährlichen Einfluss
Killerspiele auf unserer Gesellschaft
haben können. Wer in diesem Segment
Geschäfte macht, handelt
unverantwortlich“, so Lisbach und Segor.