Anfragen
23. November 2011
Berufliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in Karlsruhe
Anfrage:
- Wie hoch ist die spezifische Arbeitslosenquote von Menschen mit Behinderungen im
Stadtkreis Karlsruhe im Vergleich zur allgemeinen Arbeitslosenquote?
- Wie hoch ist die Beschäftigungsquote von Arbeitnehmer/innen mit Behinderungen im
Kämmereibereich und in den städtischen Gesellschaften? Wie hoch ist die Ausgleichsabgabe
im Kämmereibereich bzw. in den städtischen Gesellschaften, die entrichtet werden
muss, wenn die gesetzliche Beschäftigungsquote von Menschen mit Behinderungen nicht
erreicht wird? (bitte je nach Gesellschaft einzeln aufschlüsseln)
- Wird im Kämmereibereich und in den städtischen Gesellschaften das betriebliche Eingliederungsmanagement
nach § 84 Abs. 2 SGB IX angewandt? Wenn nein, warum nicht? (bitte die städtischen
Gesellschaften einzeln benennen)
- Mit welchen Einrichtungen und Diensten für die berufliche Teilhabe von Menschen
mit Behinderungen arbeiten die Stadtverwaltung und das Jobcenter Stadt Karlsruhe
zusammen?
- Welchen Anstrengungen werden im Jobcenter Stadt Karlsruhe unternommen, um die besonderen
Aufgaben im Bereich der beruflichen Förderung von Menschen mit Behinderungen nachhaltig
und dauerhaft zu bewältigen? Gibt es hierfür qualifizierte Personalstrukturen?
- Welche Mittel aus SGB II im Bereich des Jobcenter Stadt Karlsruhe werden zur beruflichen
Eingliederung von Arbeitnehmer/innen mit Behinderungen eingesetzt? Wurden diese
Mittel im Rahmen der Kürzungen der Eingliederungsmittel reduziert? Wenn ja, welche
Konsequenzen hat dies nach sich gezogen?
- Welche Beschäftigungsprogramme für Menschen mit Behinderungen werden seitens des
Jobcenter Stadt Karlsruhe angeboten? Wie viele arbeitslose Menschen mit Behinderungen
werden in diesen Be-schäftigungsprogrammen unterstützt?
- Welche Erkenntnisse hat die Stadtverwaltung bzw. das Jobcenter Stadt Karlsruhe über
die Anzahl von Schulabgänger/innen mit Behinderungen in Karlsruhe, die in den kommenden
Jahren in den Arbeitsmarkt entlassen werden? Welche Anstrengungen werden unternommen,
um diese Menschen auf dem Arbeitsmarkt adäquat unterzubringen?
Sachverhalt/Begründung
Laut einer neuen DGB-Studie gibt es immer mehr Menschen mit Behinderungen ohne Arbeit.
Aktuelle Zahlen der Arbeitsmarktdaten für die Stadt Karlsruhe bestätigen diesen
Trend: Waren im Oktober 2010 noch 345 schwer behinderte Menschen im Rechtskreis
SGB II (umgangssprachlich Hartz IV) arbeitslos gemeldet, so lag diese Zahl im Oktober
2011, trotz Belebung des Arbeitsmarktes, schon bei 409 Personen, während die Zahl
der Arbeitslosen insgesamt nahezu konstant blieb. Sollte dieser Trend fortbestehen,
droht immer mehr Menschen mit Behinderungen wegen der Unterbrechung ihrer Erwerbsbiografie
die Altersarmut.
Ziel dieser Anfrage ist zu erfahren, in wie weit die Stadt Karlsruhe und die städtischen
Gesellschaften ihrer Pflicht zur Beschäftigung vom Menschen mit Behinderungen nachkommen.
Darüber hinaus möchten wir in Erfahrung bringen, wie die Stadt Karlsruhe und das
Jobcenter Stadt Karlsruhe mit der Integration von Menschen mit Behinderungen in
das Arbeitsleben umgehen wollen, während die Bundesregierung die Situation durch
Kürzungen der Eingliederungsmittel bei der Bundesagentur für Arbeit weiter verschärft.
Unterzeichnet von:
Michael Borner Uta van Hoffs
Dr. Ute Leidig