Zur Startseite Karlsruhe: StadtZeitung   Suche
 

Übersicht Weiterempfehlen

 

Kriegsgräber: Arbeit im Zeichen des Friedens

Jugendliche pflegten Kriegsgräber und setzten sich mit der Geschichte auseinander

(döp) Unter dem Motto "Arbeit für den Frieden - Versöhnung über den Gräbern" nahmen 30 Jugendliche aus 16 Nationen an einer internationalen Jugendbegegnung des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge in Karlsruhe teil und pflegten die Ruhestätten der Kriegstoten auf dem Hauptfriedhof.

Beispielsweise aus Belgien oder Russland stammten die zwischen 16 und 24 Jahre alten Helferinnen und Helfer, die mit den Friedhofsmitarbeitern alle Aufgaben rund um die Grabpflege verrichteten: Erhaltung der Grünanlagen, Reinigen der Stein- und Metallkreuze sowie das Nachzeichnen von Grabinschriften. "Hier kommt das Gefühl und Bewusstsein, dass Frieden nicht selbstverständlich ist", erklärt Alexandra Simtion.

Unter ihrer Leitung betreut ein ehrenamtliches Team des Volksbundes die Gruppe. Da im Mittelpunkt des Projekts "Arbeit, Bildung und Begegnung" stehen, setzten sich die Teilnehmer nicht nur hautnah auf dem Friedhof mit dem Thema "Krieg und Frieden" auseinander, sondern besuchten auch die Ausstellung "Kriegsschicksale" in Niederbronn-les-Bains im Elsass. Ganz im Zeichen der Begegnung standen die Nationenabende, bei denen die Jugendlichen ihr Land und ihre Kultur vorstellten.

Als wertvolle Arbeit betrachtet die 19-jährige Oxana aus der Ukraine die Pflege der Gräber. Die Führung durch die Ruhestätten, bei der Matthäus Vogel, Leiter des Friedhofs- und Bestattungsamts, den Jugendlichen von einzelnen Schicksalen erzählte, hatte hingegen besonders Francesca beeindruckt. Für die 17-jährige Italienerin stehen bei den internationalen Workcamps des Volksbundes aber auch die kulturellen Erfahrungen im Vordergrund. Bereits zum zweiten Mal nimmt der 17-jährige Rumäne Florin an einem Camp teil. Ihm ist es wichtig, "Freunde über die Grenzen zu machen".

Veranstalter und Träger der internationalen Jugendbegegnung ist der Landesverband Baden-Württemberg des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge. Der 1919 gegründete Volksbund ist eine humanitäre Organisation und finanziert seine Arbeit zu rund 75 Prozent selbst. Er widmet sich dem Erfassen, der Erhaltung und Pflege von Gräbern deutscher Kriegstoten im Ausland, um das Gedenken an die Gefallenen zu bewahren.

In der Obhut des Volksbundes befinden sich heute 825 Kriegsgräberstätten in 45 Staaten mit etwa 2,5 Millionen Kriegstoten. Weltweit ist er der einzige Kriegsgräberdienst mit eigens betriebener Jugendarbeit. Jährlich finden bi-, tri- und internationale Jugendbegegnungen europaweit statt.




Übersicht Weiterempfehlen

Stadt Karlsruhe 2011 - Inhalt: Presse- und Informationsamt - Web: Medienbüro