Umwelt: Für den Müll zu schadeSchulprojekt ist Recyclingverein 80 000 Euro wert
(fis) Noch immer landen viele Sicherungen im Elektro- oder gar im Restmüll. Dabei sind die Bestandteile zu hundert Prozent wieder verwertbar. Bereits 1995 gründeten die führenden deutschen Hersteller den "Verein zur Förderung des umweltgerechten Recycling von abgeschalteten NH/HH-Sicherungseinsätzen". Seither wurden bundesweit 2.734 Tonnen Sicherungen eingesammelt, aus denen 450 Tonnen Kupfer und 6,3 Tonnen Silber zurück gewonnen wurden, was einer eingesparten Roherzmenge von über 250 000 Tonnen entspricht. Positiver Nebeneffekt: Die Überschüsse des Vereins fließen in Forschung, Lehre, Aus- und Weiterbildung. 435 000 Euro wurden in der letzten Woche auf dem Karlsruher Windmühlenberg an neun technische Bildungseinrichtungen im ganzen Bundesgebiet vergeben. "Einen besseren Vergabeort hätten wir nicht finden können", zeigte sich der Vorsitzende des Recyclingvereins Dieter Seefeld vom Energieberg und vom Reyclingbemühen in der Fächerstadt beeindruckt. So konnte Michael Dobler, der Abfallbeauftragte der Stadtwerke Karlsruhe eine Ehrenurkunde für "herausragende Sammlertätigkeit" entgegen nehmen. Bei den Stadtwerken wird schon seit 17 Jahren innerbetrieblich gesammelt. Bundesweit existieren über 400 Sammelstellen vorwiegend bei Energieversorgern, Betrieben und dem Elektrohandwerk, wo Sicherungen kostenlos entsorgt werden können. Einen Schub beim Bemühen um weitere Sammelstellen erhofft man sich mit dem in Karlsruhe von der Heinrich-Herz-Schule und der Carl-Engler-Schule entwickelten "Lernzirkel". Dort ist nicht nur das Konzept für die Berufsausbildung in Elektroberufen entstanden, es wurden zudem 40 Materialwagen mit sieben Lernkoffern gebaut, die in baden-württembergischen Schulen im Einsatz sind. Nun wird das Projekt aufs Saarland ausgeweitet, um den Elektronachwuchs für das Rohstoffrecycling zu sensibilisieren.
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