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Rüppurr: Kampf für Arbeitsplätze

Band über Entwicklung der Rüppurrer Industrie

(cal) Von mühsamer markgräflicher Wirtschaftsförderung als Versuch, die existenzbedrohende Armut der Menschen zu lindern bis hin zu unternehmerischen Initiativen im 20. Jahrhundert berichtet der siebte Band der Rüppurrer Hefte. Die 80-seitige, bebilderte Broschüre mit dem Titel "Rüppurr und seine Industrie" stellten Wirtschaftsdezernentin Margret Mergen und Stadthistoriker Dr. Manfred Koch kürzlich zusammen mit Mitgliedern der Herausgeberin, der Bürgergemeinschaft Rüppurr vor. Autorinnen und Autoren der dortigen Geschichtswerkstatt, allen voran Dr. Günther Philipp, haben sich darin auf eine lohnenswerte Spurensuche durch zweieinhalb Jahrhunderte begeben. Ohne Rohstoffe und Kapital, mit unzureichenden Energiequellen und Wegen war die Markgrafschaft in den 1830er-Jahren, so Dr. Koch, für die Ansiedlung von Betrieben wenig attraktiv. Im armen Dorf Rüppurr lagen die Anfänge im ehemaligen Schlossbereich. Etwa mit der seit 1754 betriebenen Krappfabrik, in der, skizzierte Mergen, das begehrte "Türkischrot" produziert wurde. 1770 entstanden eine Baumwoll- und Tuchfabrik, die später der Hof übernahm und wieder aufgab sowie eine Lederfabrik.

Letztere übernahm 1788 die Familie Griesbach, aus der mit Christian nicht nur eine außergewöhnliche Unternehmerpersönlichkeit sondern zugleich ein fähiger Oberbürgermeister und liberaler Abgeordneter hervorging. Als Mitbegründer der Industrie- und Handelskammer besaß er außerdem eine Brauerei und in der Kernstadt eine Tabakfabrik. Das bedeutendste Unternehmen aber war ab 1832 am Rande des heutigen Märchenviertels auf 87 000 Quadratmetern mit fast 50 Gebäuden die Chemische Fabrik für Farben, vor allem Pariser Blau, und Dünger. Nach ihrem Konkurs Ende des 19. Jahrhunderts siedelte sich dort die Malzkaffeefabrik "Kathreiner´s" an, die später in den Rheinhafen abwanderte. Im Dorf Rüppurr entstand 1878 die Gurkenkonserven- und Sauerkrautfabrik Däuble und es wurde Tabak produziert, so etwa seit den 1920er-Jahren bei Marellis und Dörrmann. Von 1923 bis 1925 existierte eine später nach Neureut verlegte Keramikmanufaktur (Foto: pr), die überwiegend Zierfayencen produzierte. Ab 1932 gab es zudem eine Hemden- und Wäschefabrik, die 1964 der Billiglohnkonkurrenz erlag.




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