Klima: Neutralität kann erreicht werdenStadt will Vorreiter sein / Nur noch zwei Tonnen CO2 pro Person
(erg) Karlsruhe kann bis zum Jahr 2050 klimaneutral werden. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Karlsruher Energie- und Klimaagentur KEK, die sie im Auftrag der Stadt Karlsruhe federführend erarbeitet hat. Im Konsortium beteiligt waren auch zwei Institute des KIT, die Karlsruher Firma IREES - Institut für Ressourceneffizienz und Energiestrategien sowie eine Dresdener Marketing-Beratungsgesellschaft. Allerdings bedarf es hoher Anstrengungen. Dies wurde am Montag, 12. Dezember, deutlich, als der Geschäftsführer der KEK, Dirk Vogeley, die Studie vor den Medien vorstellte. Ausgewählt hatten Umweltamt, KEK und Bürgermeister Klaus Stapf dazu die Kindertagesstätte "Obere Setz" in Grötzingen. Diese neue KiTa ist mit einer Geothermieanlage und Photovoltaik ein Vorzeigeobjekt in Sachen Klimaschutz. Klimaneutralität bedeute, dass pro Mensch auf dieser Erde nur noch rund zwei Tonnen CO2 pro Jahr ausgestoßen werden darf. Dann erwärmt sich das Klima lediglich um durchschnittlich zwei Grad. Dies wird als noch erträglich angesehen. Doch es ist ein ehrgeiziges Ziel, den Ausstoß so weit zu reduzieren. Derzeit liegt man in Karlsruhe bei rund zehn Tonnen im Jahr und ist damit in etwa im Bundesdurchschnitt. Das Programm "2-2-2" des Karlsruher Klimaschutzkonzepts für 2020 ist für Vogeley ein gutes Zwischenziel. Pro Jahr soll der Ausstoß von Kohlendioxid um zwei Prozent reduziert werden. Karlsruhe wolle zudem in jedem Jahr zwei Prozent weniger Energie einsetzen. Und schließlich soll bis 2020 der Einsatz erneuerbarer Energien verdoppelt werden. Die KEK und ihre Partner haben in der Untersuchung drei Szenarien angesetzt. Im Referenzszenario werden die Ziele weder 2020 noch 2050 erreicht. Dieses Szenario bedeutet, dass weltweit im Klimaschutz alles durchgesetzt wird, was heute bereits Gesetz ist. Auch im Szenario "Zögerliche Welt" verfehlt Karlsruhe das Ziel für 2020 knapp, für 2050 deutlich. Lediglich im Szenario "Engagierte Welt" unterschreitet Karlsruhe 2020 wie 2050 den ins Auge gefassten CO2-Ausstoß. "Engagierte Welt" bedeutet, dass die Anstrengungen von allen Menschen erheblich gesteigert werden. Für Karlsruhe bedeutet dies etwa, dass erheblich mehr Anstrengungen in die energetische Sanierung von Altbauten gesteckt werden müssen und Abwärme aus Industrieanlagen deutlich besser genutzt werden muss. Zur Motivation der Menschen habe die Stadt Vorbildfunktion. Finanziert wurde die Studie zu 70 Prozent aus einem Wettbewerb des Landesumweltministeriums. Dort wird sie auch in einigen Tagen übergeben.
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