"Karlsruher Moviemap": Freie Fahrt ohne rote AmpelnSimulation im Infopavillon macht virtuelle Tramtour durch Karlsruhe möglich
(nil) Einmal als Lokführer mit der Straßenbahn durch Karlsruhe fahren, ohne dabei Rücksicht auf Fußgänger, rote Ampeln oder gestellte Weichen nehmen zum müssen - diesen virtuellen Fahrspaß bietet der Infopavillon "K." am Ettlinger Tor nun seinen Besuchern. Die so genannte Karlsruher Moviemap besteht aus einem kleinen Führerstand, einem großen sowie einem kleinen Bildschirm, an dem der Besucher per Touchscreen einen beliebigen Ausgangspunkt für seine Fahrt im Karlsruher Schienennetz wählen kann. "Die Nutzer können so ihre Streckenkenntnisse auffrischen", erklärte Dr. Walter Casazza, Geschäftsführer der Karlsruher Schieneninfrastruktur Gesellschaft mbH (KASIG). Die ursprüngliche "Karlsruher Moviemap", die seit 1991 im ZKM steht, stammt vom New Yorker Medienkünstler Michael Naimark. Nun entstand aus einer Kooperation zwischen dem Institut für Bildmedien am Zentrum für Kunst und Medientechnologie und dem Karlsruher Verkehrsverbund eine aktuellere Version. "Sie enthält Bilder von 2009, also noch ohne die derzeitigen Baustellen zur Kombilösung. Man sieht aber gut, was sich in dieser Zeit in Karlsruhe alles verändert hat", sagte Casazza. So flossen in die Animation auch Aufnahmen neuer Strecken wie etwa der Nordstadtbahn ein. Mit einer speziellen Videokamera wurden alle drei Meter tausende Bilder vom Karlsruher Streckennetz geschossen und in Einzelbildschaltung aneinandergereiht. "Dadurch entsteht der Effekt einer fließenden Fahrt", erklärt Dominika Szope vom ZKM. Die Fahrtrichtung ist frei wählbar, auch ein Tempolimit gibt es nicht. "Solche Geschwindigkeiten können unsere Fahrer in Wirklichkeit natürlich nicht fahren", scherzte der KASIG-Chef. Für die nächste Ausgabe des Simulators sollen dann unterirdische Fahrten durch die Tunnel der Kombilösung möglich sein, bevor diese ihren realen Betrieb aufnimmt.
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