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Atomunfall in Fukushima: KIT hat Arbeitsgruppen gebildet

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(res) Normalerweise gehören Begriffe wie Kernschmelze, Abklingbecken oder Wasserstoffexplosion nicht zu unserem tagtäglichen Wortschatz. Doch seit der Atomkatastrophe in Japan ist das anders. Die ganze Welt bangt und hofft und Fukushima beherrscht die Schlagzeilen.

Auch im Karlsruher Institut für Technologie (KIT) fragt man sich, welche Auswirkungen die Wasserstoffexplosionen hatten, wie groß der Zerstörungsgrad der einzelnen Reaktorkomponenten ist oder wie der Störfallablauf berechnet werden kann.

Um nun wesentliche Fragen zu den aktuellen Ereignissen in den japanischen Kernkraftwerken beantworten zu können, hat das KIT sechs Arbeitsgruppen eingerichtet. Denn das Institut hat langjährige Erfahrung bei der experimentellen Untersuchung und Berechnung von schweren Störfällen in kerntechnischen Anlagen. Das KIT tut dies federführend für die Helmholtz-Gemeinschaft, der es angehört, und unter Einbindung des Kompetenzverbundes Kerntechnik, einem Netzwerk deutscher Forschungsinstitutionen und Hochschulen.

Zum engen Kreis der Arbeitsgruppen gehören, wie der KIT-Chief Science Officer, Dr. Joachim Knebel, berichtet, rund 30 KIT-Wissenschaftler. Beteiligt sind unter anderem die Institute für Kern- und Energietechnik, für Neutronenphysik und Reaktortechnik, für Nukleare Entsorgung und das KIT-Sicherheitsmanagement.

"Wir wollen die beste Kompetenz zusammenbringen", unterstreicht Dr. Knebel und erklärt, dass die Beratungen auch mit anderen Partnern, etwa der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS), abgestimmt werden. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen gehen laut Dr. Knebel unter anderem an die Landesregierung Baden-Württemberg und an Ministerien in Berlin. Denn aus den Ergebnissen der Arbeitsgruppen, informiert das KIT, sollen auch Rückschlüsse auf deutsche kerntechnische Anlagen gezogen werden.

Wie Dr. Knebel berichtet, stehen die Karlsruher Wissenschaftler auch in Kontakt zu japanischen Kollegen und Einrichtungen, etwa dem Betreiber Tepco, der Japan Atomic Energy Agency oder dem Japan Atomic Industrial Forum, das die japanischen Atomunternehmen repräsentiert.

"Die japanischen Stellen sind aufgeschlossen für unsere Informationen", so der Chief Science Officer, allerdings verfüge man hier nur über eine begrenzte Datenlage. "Wir tun unser Bestes, um Ereignisse zu bewerten und vorauszuberechnen", ergänzt er. So habe man das für Europa ausgelegte Echtzeit-Entscheidungshilfesystem Rodos für Japan adaptiert - etwa bezüglich Topographie sowie Wind- und Wetterdaten.

Ergebnisse der Arbeitsgruppen sind unter www.kit.edu nachzulesen, z.B. Dosisabschätzungen für potentielle Freisetzungen von radioaktiven Stoffen oder Hintergrundinfos zu Abklingbecken und den Wasserstoffexplosionen.




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