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Winterdienst: Schneereicher Dezember hinterlässt Spuren

Bürgermeister Stapf: Salzverfügbarkeit erhöhen/Mit Thermomat Salz sparen

(rie) Vorratshaltung, Nachlieferung und Effizienz beim Einsatz von Auftausalz: Diese drei Punkte will Bürgermeister Klaus Stapf zur Optimierung des städtischen Winterdienstes nachjustieren. "Wir wähnten uns auf der sicheren Seite, denn Maßstab für die Vorbereitungen war der Winter 2009/2010", erklärte Stapf am Montag vor den Medien. Dass der heftige Winter des Vorjahres noch steigerungsfähig war, mussten die Beschäftigten des städtischen Winterdienstes und die Bevölkerung dann im Dezember 2010 erleben. Der Monat geht als schneereichster Dezember in die bis 1947 zurückgehende Wetteraufzeichnung ein.

Und da es landauf, landab zu Engpässen bei der Nachlieferung von Auftausalz kam, "konnten wir", so Stapf, trotz hohem Arbeitseinsatz "zwischen Weihnachten und 4. Januar den Service, die Hauptrouten frei befahrbar zu machen, nicht gewährleisten". Als Konsequenz kündigt er an, sich mehr Lagerkapazitäten zu sichern - obwohl die Stadt sich mit dem 1 500 Tonnen fassenden Lager im Rahmen der Empfehlungen bewege. Einkaufsgemeinschaften hätten den Salzmangel aktuell zwar nicht behoben, dennoch wolle man auch diesen Aspekt näher betrachten.

Den größten Effekt verspricht Stapf sich aber von Thermomaten für alle Streufahrzeuge, ein Messinstrument, das über Infrarotmessung den Straßenzustand erfasst. Je nach Temperatur wird automatisch die richtige Sole-Salz-Mischung generiert. Das spart Salz, laut Herstellerangaben bis zu 30 Prozent. Für einen Volleinsatz werden derzeit rund 150 Tonnen benötigt, zum Sommerpreis ist diese Menge für 10 000 Euro zu bekommen. Künftig könnten 120 Tonnen pro Volleinsatz reichen. "Unsere Vorräte halten damit länger, wir sparen Kosten und es ist gut für die Umwelt", fasste Stapf die Vorteile zusammen.

Trotz aller Optimierung gebe es Grenzen. Stapf: "Wenn wir mit den Hauptrouten beschäftigt sind, dauert es ein bis zwei Wochen, bis wir alle Nebenstrecken frei haben". Es mache wirtschaftlich keinen Sinn, so Hans Peter Rapp, Winterdienstkoordinator beim Amt für Abfallwirtschaft, beim Personal und bei den Fahrzeugen alles vorzuhalten. Viel Kritik hat die Stadt einstecken müssen. "Weshalb wir rund 80 Menschen, die sich beschwert haben, eingeladen haben", um, so Stapf, darzulegen, "wo wir Verbesserungspotential bzw. Grenzen sehen, zudem wollen wir konstruktive Ideen aufgreifen".

Mit rund einer Million Euro Personal- und Sachkosten schlägt der Winterdienst bislang zu Buche - bei 21 Voll- und 19 Teileinsätzen sowie 30 Kontrolleinsätzen.. Bei milder Witterung waren alle Ausbesserungskolonnen des Tiefbauamts unterwegs, um Schlaglöcher provisorisch zu flicken. Mancher Straßenabschnitt wird wohl im Jahresbauprogramm in der Priorisierung nach vorne rutschen. Da die Grenzen zwischen Verschleiß und winterbedingten Schäden fließen sind, kann die Schadensbilanz fürs Straßennetz nur Schätzung sein. "Wir gehen von einem Schadensumfang zwischen 2,5 und drei Millionen Euro aus", meinte TBA-Leiter Martin Kirsch.




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Stadt Karlsruhe 2011 - Inhalt: Presse- und Informationsamt - Web: Medienbüro