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Geschichte: Maler Ernst Schurth vor 100 Jahren gestorben

Zeichner der Antike

(sk) Ernst Schurth wurde am 1. Mai 1848 in Neustadt im Schwarzwald als Sohn eines Malers geboren. Dass auch er einen künstlerischen Beruf ergreifen würde, zeigte sich bereits mit 16 Jahren, als er in die Antikklasse der Karlsruher Kunstgewerbeschule eintrat.

Schon ein Jahr später wechselte er an die damals sehr renommierte Kunstgewerbeschule in Nürnberg, wo er drei Jahre studierte. Bevor er im 5. Badischen Infanterie-Regiment am Deutsch-Französischen Krieg teilnahm, besuchte er ein Jahr lang die Kunstakademie in München und arbeitete anschließend in Dresden als freischaffender Künstler.

Nach dem Krieg verschlug es ihn zunächst nach Wien, wo er weiterstudierte und nebenher mit dekorativen Malerarbeiten seinen Lebensunterhalt bestritt. Doch auch dort hielt es ihn nicht lange, und so unternahm er 1878 eine Studienreise nach Italien. Anschließend kehrte er nach Karlsruhe zurück, um Malerei bei Ferdinand Keller an der Großherzoglichen Badischen Akademie der Bildenden Künste zu studieren.

Als 1882 die Zeichenklasse der Kunstakademie in Natur- und Antikklassen geteilt wurde, unterrichtete er als Assistent von Theodor Poeckh zunächst beide und nahm schließlich im Schuljahr 1882/83 die Antikklasse gänzlich unter seine Fittiche. 1885 wurde er zum Professor der Figurenmalerei ernannt und ein Jahr später fest an der Kunstakademie angestellt.

1895 wurden die Natur- und Antikklasse wieder zur Zeichenklasse unter der Leitung Schurths zusammengeführt. Diesen Posten hatte er bis zu seinem Tod inne. Auf seiner Lehrtätigkeit schien auch stets Schurths Augenmerk gelegen zu haben, denn er schuf verhältnismäßig wenige Gemälde.

In seiner Kunst wandte sich Schurth hauptsächlich der Figurenmalerei zu. So portraitierte er unter anderem Kaiser Wilhelm II. und dessen Frau Auguste Viktoria oder den badischen Großherzog Friedrich I.

Seiner Hand entstammten jedoch auch weiterhin dekorative Arbeiten wie beispielsweise das Fresko "Wein, Weib und Gesang" in der Villa Bürklin in der Kriegsstraße, die 1900 von Josef Durm errichtet und bei einem Bombenangriff 1944 zerstört wurde, sowie ein großes Wandgemälde in der Aula der früheren TH. Sein "Christus am Ölberg" befindet sich in der Kunsthalle, in der Städtischen Galerie Karlsruhe ist sein Gemälde "Gambrinus" ausgestellt. Schurth starb am 10. Juli 1910 in Karlsruhe.




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