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Geschichte: Knielingen vor 75 Jahren eingemeindet

Trotz des Widerstands der Bevölkerung

(br) Als Knielingen am 1. April 1935 nach Karlsruhe eingemeindet wurde, war dies das Ergebnis einer Entwicklung, die schon vor 1914 begonnen hatte, als Einwohner des Rheinorts die Eingemeindung in die badische Residenz vorschlugen. Der Erste Weltkrieg verhinderte zunächst die weitere Verfolgung des auch nur vage formulierten Plans. Erst mit dem Generalbebauungsplan von 1926 rückte Knielingen wieder in den Karlsruher Blickwinkel. Öffentlich diskutiert wurde eine Eingemeindung 1928 aber erst im Zusammenhang mit der Eingemeindung Bulachs.

Im Februar war ein Eingemeindungsvertrag ausgearbeitet, der aber wegen des Knielinger Widerstandes noch nicht abgeschlossen werden konnte. Bis 1933 unterblieben ernsthafte Schritte angesichts der nach wie vor bestehenden wirtschaftlichen Krise. Wie im Falle des Eingemeindungswunsches der Stadt Durlach zögerte Karlsruhe, um die ohnehin hohe Zahl der auf die Hilfe der Stadt angewiesenen Arbeitslosen nicht noch zu steigern. Erst nach der "Machtergreifung" kam wieder Bewegung in die Angelegenheit, obwohl sich an der Ablehnung der Knielinger nichts geändert hatte.

Eine entscheidende Rolle sollte nun aber Gauleiter Robert Wagner spielen, der seine Gauhauptstadt Karlsruhe "zur Residenz des südwestlichen Kulturgaues" machen wollte und deshalb keinen Zweifel daran ließ, "dass die Eingemeindung selbst aus grenzlandpolitischen Gründen durchgeführt werden müsse". Wagner sah drei "Bollwerke an der Grenze", Saarbrücken, Karlsruhe und Freiburg, und unterstützte die Stadt Karlsruhe. Eine Knielinger Intervention in Berlin musste letztlich erfolglos bleiben, obwohl Hitlers Stellvertreter Heß sich gegen eine Eingemeindung ausgesprochen haben soll, da die Landwirtschaft im Ort sonst starken Schaden leide.

Am 29. Juni 1934 wurde der Eingemeindungstermin auf den 1. April 1935 festgelegt, der Knielinger Gemeinderat erhielt immerhin einige Wochen Zeit, seine Bedingungen zu formulieren. Einen Eingemeindungsvertrag gab es aber schließlich nicht, sondern nur eine 20 Paragraphen umfassende "Vereinbarung", in denen Karlsruhe fünf "Zugeständnisse" machte, darunter die Beibehaltung eines Gemeindesekretariats und die Übernahme des Bürgermeisters und der Gemeindebediensteten in städtische Dienste.




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