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Gurs: Schüler auf Holocaust-Spurensuche

Fahrt um Erinnerung wach zu halten

(nil) Die Nationalsozialisten verschleppten am 21. und 22. Oktober 1940 über 6.000 Juden aus Baden und der Saarpfalz in das südfranzösische Deportationslager Gurs. Vier Karlsruher Schüler im Alter von 14 bis 16 Jahren machten sich nun am gestrigen Donnerstag mit der Bahn auf den selben Weg, den der Zug mit den Deportierten vor siebzig Jahren genommen hat und dokumentieren ihre Erlebnisse, Eindrücke und Gedanken mit zwei Kameras. Begleitet werden sie dabei von einem Filmteam des Südwestrundfunks (SWR).

Über Chalon-sur-Saône und Montpellier geht die viertägige Reise bis nach Oloron-Sainte-Marie am Fuße der Pyrenäen. Von dort fahren Vincent Bewerunge, Yannick Hug und die Zwillinge Anabel und Bettina Elsner mit der Projektleiterin Anna Schreier ins 18 Kilometer entfernte Gurs, um die Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus zu besuchen.

Nach ihrer Rückkehr wird die Gruppe einen Dokumentarfilm produzieren, der im Oktober im Jubez am Kronenplatz zu sehen sein wird. Darin kommt auch der Zeitzeuge Paul Niedermann zu Wort, der ebenfalls im Jahre 1940 nach Gurs deportiert wurde und den die Schüler in Montpellier treffen.

Die Spurensuche ist ein medienpädagogisches Projekt des Stadtjugendausschusses (StJA) und Teil der Veranstaltungsreihe "Nationalsozialismus in Karlsruhe".

Für Volkmar Hafner-Koch ist die Gurs-Fahrt ein wichtiger Schritt gegen das Vergessen. "Zum 70. Jahrestag der Deportationen wollten wir uns etwas Besonderes einfallen lassen. Wir haben den Auftrag, die Erinnerung an damals wach zu halten. Daher ist es uns wichtig, dass junge Menschen an solchen Projekten teilnehmen", betont der Leiter der StJA-Reihe.

Auch Gerd Böhmer, SWR-Chefreporter in Freiburg, war begeistert, als er von der Idee der Zugfahrt nach Gurs erfuhr und beschloss, hierüber eine 30-minütige Reportage zu drehen. Diese ist am 1. November im SWR zu sehen.

"Wir waren anlässlich des Jahrestages selbst auf der Suche nach einer geeigneten Geschichte und erstaunt, dass sich 14- bis 16-Jährige so intensiv mit dem Thema beschäftigen", sagte Böhmer. Neben dem SWR unterstützt auch die Schülerakademie Karlsruhe das Projekt, die medienpädagogische Begleitung übernimmt das Jubez.




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