Geschichte: Vierter Sammelband des "Blick in die Geschichte"Wirkungen bis in die Gegenwart (cal) Als "Markenzeichen für eine kontinuierliche stadthistorische Arbeit" bezeichnete Oberbürgermeister Heinz Fenrich jüngst den "Blick in die Geschichte" bei der Vorstellung des vierten Fünfjahresbandes (2003 bis 2008) im Rathaus. Ziel der vierteljährlich als Beilage zu StadtZeitung erscheinenden, allgemein verständlich geschriebenen kurzen Aufsätze, Biografien, Zeitzeugeninterviews und Blickpunkte ist es "den Lesen ihre Stadt zu vermitteln", so der OB. Sie erfahren bei der spannenden Lektüre Hintergründe und schärfen den Blick für das, "was man sonst leicht übersieht, können die steinerne Stadt zum Sprechen bringen". Ausdrücklich dankte Fenrich den Autoren, die "ihr Fachwissen ehrenamtlich aufbereiten". Alle vier Bände umfassen inzwischen insgesamt knapp 1.300 Seiten mit 226 Beiträgen und 90 Biografien. Band vier allein wartet mit 89 reich bebilderten Texten auf. Das sich stets als tragfähig erwiesene Konzept für den "Blick" hatte 1988 Dr. Leonhard Müller im Auftrag des damaligen Oberbürgermeisters Prof. Dr. Gerhard Seiler entwickelt. Diese Tradition eines historischen Jahrbuches wolle er gerne fortsetzen, versicherte Fenrich. Das gebundene Nachschlagewerk gleiche zudem die Nachteile der flüchtigen Zeitungspapierausgabe aus. Seit dem Jahre 2005 sind alle Beiträge außerdem im Internet verfügbar: www.karlsruhe.de/kultur/stadtgeschichte/blick_geschichte . Der Blick bedeutet auch keinesfalls einen Rückzug in den Elfenbeinturm, sondern entfaltet Wirkungen bis in die Gegenwart. So tauchte dort erstmals 1994 ein Artikel über die Zwangsarbeit in Karlsruhe auf. Eine Initialzündung, die 1997 bei der Eröffnung des Zentrums für Kunst und Medientechnologie zur Anbringung der heutigen Gedenktafel und zu zahlreichen Einladungen ehemaliger Zwangsarbeiter führte. Oder: 1994 schrieben Prof. Dr. Peter Steinbach, der zweite Herausgeber, und Claus Temps über den Stadtbrief Karl Wilhelms im Rahmen der Karlsruher Kulturhauptstadtbewerbung - heute hat sich daraus das Projekt des europäischen Stadtbriefs entwickelt. Gefragt, wie er denn an seine Themen komme, antwortete der heutige Herausgeber und langjährige Stadthistoriker im Stadtarchiv, Dr. Manfred Koch: "Man muss permanent am Ball sein und offenen Auges durch die Stadt wandern". Gerne spreche er nach Projektarbeiten auch junge Autoren an, etwa Schülerinnen und Schüler. "Der Blick in die Geschichte" ist im Info-Verlag zum Preis von 24,80 Euro erschienen und im Handel sowie Stadtarchiv, Markgrafenstraße 29, zu haben.
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