Umwelt: Feuchtgebiete-Oskar für OberrheinRappenwört ist Nordportal für Ramsar-Gebiet / Ausstellung im Naturschutzzentrum
(fis) "Wir sind stolz darauf, in einem Atemzug mit den Everglades oder der Camarque genannt zu werden", sah Harald Dannenmayer, der Leiter des Naturschutzzentrums Rappenwört, die Aufnahme des Oberrheingebiets in den Kreis der Ramsar-Gebiete im Jahr 2008 als besondere Auszeichnung für die geleistete Arbeit. "Das ist so was wie der Oskar für Feuchtgebiete", ergänzte Regierungsvizepräsident Dr. Klaus Michael Rückert, der am Dienstag, 2. Februar, im Naturschutzzentrum zusammen mit Bürgermeister Klaus Stapf eine neue zweisprachige Wanderausstellung vorstellte, die das "ausgezeichnete" Gebiet mit seinen geschützten Lebensräumen und den darin lebenden Tier- und Pflanzenarten vorstellt. Passenderweise wurde die Vorstellung auf den 2. Februar gelegt, der alljährlich als der "Internationale Tag der Feuchtgebiete" gefeiert wird. An diesem Tag im Jahr 1971 wurde im iranischen Ramsar die so genannte Ramsar-Konvention geschlossen, ein Übereinkommen über Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung. Insgesamt sind heute weltweit rund 185 Milliarden Hektar Feuchtflächen als Ramsar-Gebiete ausgewiesen. Das Gebiet "Rhin supérieur - Oberrhein" erstreckt sich zwischen Basel im Süden über rund 190 Kilometer auf beiden Seiten des Rheins bis nach Karlsruhe im Norden und umfasst etwa 22.400 Hektar auf französischer sowie 25.100 Hektar Fläche auf deutscher Seite. Dazu gehören 17 FFH-Lebensraumtypen, es ist Brutgebiet für 32 Vogelarten und bietet Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten wie Gelbbauchunke, Wimperfledermaus oder Frauenschuh. Die gemeinsame Benennung als "Transboundary Ramsar Site" ist etwas Besonderes: Bisher gibt es weltweit nur neun Gebiete, die offiziell grenzüberschreitend benannt wurden und ein gemeinsames Feuchtgebietsmanagement erhalten. "Es gibt keine bessere Wahl", kommentierte Bürgermeister Stapf den Auftrag des Landes an das Naturschutzzentrum als Nordportal des Gebiets eine Informations- und Dokumentationsstätte einzurichten und das Ramsar-Thema in die regionale Schul- und Umweltbildung mit einzubringen. Die Wanderausstellung ist bis 18. April im Naturschutzzentrum zu sehen.
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