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Geschichte: Vor 100 Jahren kam Daxlanden zu Karlsruhe

(vs) Als sich Daxlanden zum 1. Januar 1910 mit seinen über 4 000 Einwohnern Karlsruhe anschloss, war dies die vorerst letzte einer ganzen Reihe von Eingemeindungen, die 1907 begonnen hatte. Dadurch konnte Karlsruhe innerhalb von nur drei Jahren seine Gemarkung mehr als verdoppeln. Der Anstoß zur Eingemeindung ging von Daxlanden aus. Dort hatte man erkannt, dass der anstehende Ausbau der Wasser- und Energieversorgung der Gemeindekasse Probleme bereiten würde. Karlsruhe zeigte Interesse, überprüfte aber zuerst die wirtschaftlichen Verhältnisse der Gemeinde, die durchaus wohlhabend war. Natürlich gab es in beiden Orten Kritiker des Zusammenschlusses, so beispielsweise den Karlsruher Stadtverordneten Bergmann, der den Daxlandern vorwarf, sich ein bequemes Leben auf Kosten Karlsruhes machen zu wollen. Er bekam postwendend Antwort aus Daxlanden, die auch im "Volksfreund" publiziert wurde: "Sie alter Prügand. Wann sie noch oimal im Karlsruher Rhothaus uns Daxlenner Bärger schälde, nocher kumme sie nimme zu uns, sunscht grike sie ierren Buggel verschlagen." Solche Zänkereien änderten aber nichts daran, dass der Zusammenschluss für beide Seiten vorteilhaft war.

Karlsruhe konnte auf ein Ende der Prozesse hoffen, die Daxlanden im Rahmen der Zwangsenteignung von Gemeindegrundstücken anlässlich des Hafenbaus angestrengt hatte und die Stadt sicherte sich Gelände, das für einen weiteren Ausbau des Hafens notwendig war. Daxlanden hingegen konnte seine Volksschule ausbauen, außerdem wurde der Gemeinde im Eingemeindungsvertrag Anschluss an die städtische Gasversorgung und an das Straßenbahnnetz zugesichert. Die Gasversorgung wurde bis 1912 hergestellt, parallel mit dem Anschluss an das städtische Wassernetz. Dies ging sogar über den Vertrag hinaus. Probleme machte aber der Straßenbahnanschluss. Mit ihrem Recht, hier eine Lokalbahn zu betreiben, blockierte die private Süddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft die geplante städtische Straßenbahn. Außerdem verzögerte sich die Einrichtung der Lokalbahn über Jahre. Eine reguläre Straßenbahnlinie konnte erst 1928 eröffnet werden. Ein weiterer wichtiger Punkt waren Nutzungsrechte der Bürger an Gemeindegrundbesitz und Holz, der Bürgernutzen. Die Stadt konnte durchsetzen, dass sie das weiter bestehende Nutzungsrecht jederzeit in eine Geldrente umwandeln konnte, falls sie Grundstücke benötigte. Doch erst 1972 waren alle Nutzungsrechte in Geldrenten umgewandelt.




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Stadt Karlsruhe 2010 - Inhalt: Presse- und Informationsamt - Web: Medienbüro