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Energieleitlinien: Künftig nachhaltig bauen

(erg) Wenn die Stadt Karlsruhe einen Neubau errichtet, soll er künftig im Standard "Passivhaus" entstehen. Dies bedeutet etwa, dass im Prinzip keine eigene Heizung mehr notwendig ist. Das Haus soll sogar möglichst mehr Energie erzeugen, als es verbraucht. Damit entspräche es dem "Plus-Energie-Standard". Dies ist ein wichtiger Bestandteil des Klimaschutzkonzeptes, das der Gemeinderat jüngst beschlossen hat. Wenig zuvor hat das Stadtparlament der Verwaltung den Auftrag erteilt, die Energieleitlinien zu entwickeln.

In diesen Leitlinien soll stehen, wie städtische Gebäude künftig energetisch aufgebaut sind. Das Stichwort lautet "nachhaltiges Bauen". Die Federführung liegt beim Amt "Hochbau und Gebäudewirtschaft (HGW)", unterstützt durch das Amt "Umwelt und Arbeitsschutz (UA)" und ein externes Fachbüro.

Die Stadt will weg gehen von dem Grundsatz, dass sich Gebäude und Einbauteile innerhalb weniger Jahre amortisiert haben müssen. Stattdessen gilt nun das Prinzip der Lebenszyklus-Betrachtung. Es sollen sowohl die Kosten als auch der Energieverbrauch über die gesamte Lebenszeit des Baus in Betracht genommen werden. Dies erfordert auch das neue Haushaltsrecht, dem zufolge auch Kommunen nach kaufmännischen Prinzipien wirtschaften müssen. So werde zugleich, sagt die Leiterin von HGW, Anne Sick, gewährleistet, dass es nicht wieder zu Investitionsstaus von zum Teil Jahren und Jahrzehnten kommen kann.

Auch bei Reparaturen spielen ökologische und Nachhaltigkeitsgesichtspunkte künftig eine weit bedeutendere Rolle als bisher. Jedoch will man hier - wie auch bei Neubauten - mit Augenmaß herangehen. "Wenn halt mal Fenster an einer Schule abgängig sind, müssen sie eben ersetzt werden", meint Sick. Wobei dann aber trotzdem nachgedacht wird, ob man etwa Doppelverglasung einsetzt oder etwas mehr Geld in die Hand nimmt und Dreifachglas nimmt. Aber dies muss sich wirtschaftlich in einem überschaubaren Zeitraum rechnen.

Erste Erfahrungen mit den neuen Energierichtlinien wollen HGW und UA mit der Erweiterung der Walter-Eucken-Schule im Beiertheimer Feld machen. Derzeit sind die Berechungen für diesen Bau im Gange. Sick ist aber zuversichtlich, dass die Kosten lediglich fünf bis zehn Prozent höher liegen werden als wenn man das Gebäude nach den derzeit gültigen Mindest-Bauvorschriften errichten würde. Auch die demnächst entstehende neue Hauptfeuerwache an der Wolfartsweierer Straße, das künftige Jugendhaus in der Südweststadt oder die Grötzinger Kindertagesstätte Obere Setz sollen bereits nach den neuesten Energieeinspar-Gesichtspunkten gebaut werden.

Nachdem die Leitlinie "nachhaltiges Bauen" entwickelt und erprobt ist, gehen die Beschäftigten von HGW um Energie-Fachmann Wolfram Schulze-Ehlers an die Entwicklung einer Leitlinie, wie Immobilien und Einrichtungen nachhaltig betrieben und bewirtschaftet werden können.




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