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Geschichte: Robert Curjel war am Puls der Zeit

Der Architekt Robert Curjel wurde vor 150 Jahren geboren

(cal) Er war der konstruktive, technische und wirtschaftliche Kopf eines der berühmtesten Karlsruher Architektenbüros: Robert Curjel. Vor 150 Jahren, am 17. Dezember 1859, kam er im schweizerischen St. Gallen zur Welt. Mit seinem Freund Karl Moser, den Curjel wahrscheinlich 1885 oder 1886 im Büro Friedrich Langs in Wiesbaden kennen gelernt hatte, führte er von 1888 bis 1915 das Architekturatelier "Curjel & Moser". Stets am Puls der Zeit, oft sogar eine Nasenlänge voraus, experimentierten die beiden, unterstützt von zahlreichen Mitarbeitern, darunter viele künstlerische wie Karl Albiker und Max Laeuger, mit den Stilen des Historismus und Eklektizismus, dem Jugendstil sowie schließlich der Moderne.

Die beiden gebürtigen Schweizer fuhren namhafte Aufträge in ganz Deutschland und der Schweiz ein. Dafür eröffneten sie eine weitere Niederlassung in St. Gallen und unterhielten an Projektorten Baubüros. Zu ihren Bauten gehören in Karlsruhe die noch der Neugotik verhaftete Christuskirche (1901) mit ihrem bauplastischen Jugendstilornamenten oder die am abstrakten Wiener Jugendstil orientierte Lutherkirche (1907/08) sowie in Mannheim die am englischen Funktionalismus ausgerichtete Johanniskirche, die Frankfurter Nikolaikirche, die monumentale

Marinekirche in Wick bei Kiel und einige Gotteshäuser und Schulen in der Schweiz. Curjel & Moser gewannen nach insgesamt 55 Wettbewerbsteilnahmen unter anderem die Konkurrenzen für das Züricher Kunsthaus, den Badischen Bahnhof in Basel (1913) und die Universität Zürich (beide 1914). Auch Siedlungen in Singen und Neuhausen, in der Fächerstadt die AOK in der Gartenstraße 14 bis 16, das Konzerthaus sowie zahlreiche Privatbauten gehen auf ihr Konto. Zu finden sind einige noch in der Innenstadt West und im Musikerviertel. Dazu gehören in der Riefstahlstraße 4 und 6 ihr eigenes Doppelwohnhaus und als herausragendes Juwel die Villa Junker in der Ludwig-Marum-Straße 10.

Unter der Bauleitung von Robert Curjel standen vor allem innovative, am praktischen Geschäftsbetrieb ausgerichtete Bankbauten, mehrere für die Reichsbank in Süddeutschland und für Veit L. Homburger in der Karlstraße 9 bis 11. Robert Curjel hatte in Karlsruhe und München studiert, danach in Wiesbaden und Berlin gearbeitet, bevor er sich mit Moser in der Fächerstadt niederließ. Aus seiner 1890 mit Marie Herrmann geschlossenen Ehe gingen die Tochter Gertrud und der Sohn Hans Richard hervor. Nach der Berufung Mosers an die ETH Zürich wurde das Büro aufgelöst. Bis zu seinem Tod am 18. August 1925 in Schönegg am Vierwaldstättersee wirkte Curjel als Aufsichtsratsvorsitzender der "Badischen Baubund GmbH" sowie als Gründungsmitglied des Mieter- und Bauvereins und in der Baukommission. 1907 hatte er das Ritterkreuz erster Klasse des Ordens vom Zähringer Löwen erhalten.




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