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Forst: Zehn Jahre nach Lothar

Sichtbare Spuren des Orkans im Stadtwald

(red) Am zweiten Weihnachtsfeiertag 1999 fegte der Orkan "Lothar" über Deutschland hinweg. Ohne Vorwarnung verursachte der Sturm binnen weniger Minuten auch in Karlsruhe verheerende Schäden. Blockierte Straßen und Wege, umgestürzte Baukräne und Gerüste, zerstörte Dächer und Autos und völlig verwüstete Wälder bestimmten die Bilder. "Bei Förstern und Waldbesitzern sind die Bilder noch längst nicht vergessen", erläutert Ulrich Kienzler, Leiter der Forstabteilung im städtischen Liegenschaftsamt. "Die sich verändernden Klimabedingungen bringen ein höheres Risiko für solche Sturmereignisse mit sich und mit jeder Sturmwarnung wird die Erinnerung an Lothar wieder wach."

In den Wäldern des Landes lagen 30 Millionen Kubikmeter Sturmholz, und es entstanden 40 000 Hektar Kahlflächen. Im Karlsruher Stadtwald waren auf 61 Sturmflächen mit 72 Hektar Kahlfläche ungefähr 50 000 Kubikmeter Sturmholz angefallen, dreimal so viel, wie normalerweise im Jahr eingeschlagen wird. Im Wald wurde damals durch die Landesforstverwaltung ein gebietsübergreifendes Krisenmanagement organisiert, verfügbare Maschinen und gut ausgebildete Arbeitskräfte wurden zusätzlich zu den eigenen Arbeitskräften mobilisiert, um möglichst schnell das Sturmholz aufzuarbeiten und zu verkaufen oder in Nasslager einzulagern. Parallel zur Holzaufarbeitung wurde ein Konzept zur Wiederbewaldung erarbeitet. Im Stadtwald wurde die Hälfte der Sturmflächen durch Anpflanzungen aufgeforstet, der Rest der natürlichen Verjüngung überlassen.

Bei vielen Pflanzungen halfen Vereine, Feuerwehren und Gruppen, eine Informationstafel in Stupferich erinnert daran. In den zehn Jahren nach dem Sturm wurde im Stadtwald etwas weniger Holz genutzt, um die Nachhaltigkeit der Holznutzung nicht zu gefährden. Die letzte Waldinventur im Stadtwald hat gezeigt, dass bereits jetzt wieder so viel Holz genutzt werden kann wie vor dem großen Sturm. Die Folgen des Orkans werden das Wirtschaften aber noch lange negativ beeinflussen. Denn die jungen Waldflächen brauchen jetzt Pflege, damit auch ein Wald entsteht, der den nachfolgenden Generationen wertvolles Holz liefert. Wer sich den Orkan anschaulich in Erinnerung rufen will, der sollte den kurzen "Lotharpfad" am Walderlebnispfad im Bergwald oberhalb vom Geigersberg gehen. Hier blieb das Sturmholz liegen und junge Bäume überwachsen nun die umgestürzten Baumriesen.




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