Gewalt an Frauen: Karlsruhe sagt "Nein"Bei Fahnenaktion von Terre des Femmes dabei
(or) "Vernetzung" lautete dieses Jahr das zentrale Thema in Karlsruhe zum internationalen Gedenktag "Nein zu Gewalt an Frauen". Vertreterinnen und Vertreter von Karlsruher Projekten für
Frauenrechte und gegen Gewalt an Frauen trafen sich dazu zu einem Werkstattgespräch im Internationalen Begegnungszentrum (IBZ).
"Vernetzung trägt wesentlich dazu bei, Betroffene schnell an die richtige Stelle zu verweisen", erklärte die Frauenbeauftragte der Stadt Karlsruhe, Annette Niesyto. Sie hat auch die Federführung beim städtischen Projekt "Häusliche Gewalt" inne. Erweitert hat sich der Kreis der Karlsruher Einrichtungen, die am Gedenktag Fahnen mit der Aufschrift "Frei leben ohne Gewalt - Nein zu Gewalt an Frauen" hissten. Insgesamt zwei Wochen hängen die Fahnen überall in der Stadt. Ein eindrucksvolles Bild bietet sich an der Kaiserallee: Dort flattern die blauen Fahnen am Rathaus West, am Bürgerbüro K8, an der Klinik für Psychiatrie sowie erstmals in mehreren Sprachen - Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Türkisch - an der Volkshochschule (VHS) und am IBZ. Weitere Fahnen hängen am Badischen Staatstheater, am Sozialen Dienst in der Kochstraße, beim DGB und bei allen Frauenberatungsstellen. Auch der Evangelische Oberkirchenrat beteiligt sich. Bei der Fahnenhängung handelt es sich um eine von der Menschenrechtsorganisation Terre des Femmes bundesweit organisierte Aktion. Karlsruhe nimmt zum sechsten Mal daran teil. Frauenbeauftragte Niesyto: "Es geht dabei sowohl um lokale Vernetzung als auch um internationale Ausrichtung unserer Arbeit." Nach wie vor ist Gewalt gegen Frauen weltweit die häufigste Menschenrechtsverletzung. Sie hat viele Gesichter - häusliche Gewalt, Zwangsverheiratung, Frauenhandel, Vergewaltigung, sexueller Missbrauch. "Gewalt kann auch aus Vorurteilen erwachsen", sagte VHS-Marketingleiterin Beatrice Winkler. Die VHS engagiert sich seit langem in der Integrationsarbeit, die zum besseren gegenseitigen Verständnis beiträgt. IBZ-Leiterin Marion Schuchardt begrüßte es, dass Themen wie sexuelle Gewalt und Genitalverstümmelung aus der Tabuzone herausrücken. Der Leiter des Sozialen Dienstes, Reinhard Niederbühl, forderte dazu auf, beim Engagement gegen Gewalt an Frauen zusammenzuarbeiten und nicht zu polarisieren. Der internationale Gedenktag "Nein zu Gewalt an Frauen" geht zurück auf die Ermordung der Schwestern Mirabal am 25. November 1960. Die drei Frauen hatten gegen die Diktatur in der Dominikanischen Republik aufbegehrt, wurden monatelang gefoltert und schließlich vom militärischen Geheimdienst umgebracht.
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Stadt Karlsruhe 2009 - Inhalt: Presse- und Informationsamt - Web: Medienbüro