Zur Kulturhauptstadt "Ruhr 2010": Neuer Europäischer StadtbriefFederführung in Karlsruhe / Alle Bewerberstädte sind mit dabei
(erg) Unter Federführung der Stadt Karlsruhe und ihres Kulturamtes entsteht zur Europäischen Kulturhauptstadt "Ruhr 2010" ein Europäischer Stadtbrief. Alle zwölf deutschen Städte, die 2010 Europäische Kulturhauptstadt werden wollten, machen mit. In einer Stafette reist das am 30. November der Öffentlichkeit vorgestellte Prunkbuch in zwölf Monaten durch die Städte. Jede bereitet Artikel des Stadtbriefs vor und fügt sie in Form von Urkunden dem Buch bei. Den Anfang machen im Januar die Stadt Essen und das Ruhrgebiet als Kulturhauptstadt-Ausrichter-Region. Im Juni, zum Stadtgeburtstag, kommt das Buch von Halle nach Karlsruhe. Nach weiteren Stationen wird es im Januar 2011 wieder nach Karlsruhe zurückkommen. In einer zweiten Phase bis 2015 entwickelt Karlsruhe den Stadtbrief dann nochmals weiter. Bei der Pressekonferenz zur Europäischen Kulturhauptstadt Ruhr 2010 wurde das Projekt am 3. Dezember nach der regionalen Präsentation am 30. November im Karlsruher Rathaus auch den nationalen Medien vorgestellt. Der Startschuss für die Rundreise durch Deutschland erfolgt am 9. Januar in Essen bei der offiziellen Eröffnung des Kulturhauptstadt-Jahres. Der übergreifende Titel des Projekts lautet "Was leisten Kunst und Kultur für die Zukunft der Städte?" Unterstützung findet es bei den "National Hereos", dem Netzwerk aller Bewerberstädte. OB Heinz Fenrich erinnerte bei der Präsentation in Karlsruhe daran, dass der Europäische Stadtbrief wichtiger Bestandteil der Karlsruher Bewerbung um den Titel "Kulturhauptstadt" gewesen sei, einer Bewerbung, die nur knapp an Essen und dem Ruhrgebiet scheiterte. Die Idee des Stadtbriefs lehnt sich an den Privilegienbrief von Stadtgründer Markgraf Karl-Wilhelm von Baden-Durlach an. Der absolutistische Fürst hatte 1715 Menschen aus aller Herren Länder mit verschiedenen Privilegien den Zuzug in die neu zu gründende und aufzubauende Stadt schmackhaft gemacht. Unter anderem gewährte er ihnen Religions-, Gewerbe- und für 20 Jahre Steuerfreiheit. Die Stadt Karlsruhe hat sich zwei Themenkomplexe vorgenommen, wie Kulturamtsleiterin Dr. Susanne Asche erläuterte. Zum einen werden bei einem Workshop am 8. Mai 2010 unterschiedliche Institutionen von den Bürgervereinen über Studierenden- und Jugendvertretern bis hin zu ausländischen Kulturvereinen Gedanken zur Zukunft des Stadtmuseums entwickeln und formulieren. Einen Tag später kommen auf Einladung des Stadtplanungsamtes auswärtige Philosophen, Journalisten Stadtplaner und andere Denker nach Karlsruhe und entwerfen bei einem Rundgang Ideen, wie die Stadt in Zukunft gestaltet werden könnte. Die Ergebnisse beider Tage werden in Texten und Urkunden zusammengefasst. Die Dokumente fügt OB Fenrich am Tag des Stadtgeburtstag, am 17. Juni 2010, feierlich dem Prunkbuch hinzu und übergibt es anschließend an die Stadt Lübeck, bevor es schließlich am Ende der Rundreise von Bremen seinen Rückweg nach Karlsruhe nehmen wird. Endgültig fertig sein soll es zum 300. Stadtgeburtstag 2015. Asche wie Fenrich versicherten, dass sowohl die Gestaltung der Feierlichkeiten - auch mit in die Zukunft gerichteten Gedanken - wie die zweite Phase der Stadtbrief-Entstehung in enger Kooperation mit der Bevölkerung erfolgen soll. Aus den Stadtbrief-Texten fertigt das Kulturamt zudem ein umfassendes Buch.
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Stadt Karlsruhe 2009 - Inhalt: Presse- und Informationsamt - Web: Medienbüro