KIT: Erster Forschungsneubau in Ex-KaserneKonzepte für Fahrzeuge der Zukunft
(fis) Bereits vor zehn Jahren erwarb das Land 4,3 Hektar der ehemaligen Mackensen-Kaserne im Hardtwald als Erweiterungsfläche für die Universität Karlsruhe. Seit acht Jahren wird das Areal für die Forschungsaktivitäten im Maschinenbau genutzt. "Derzeit laufen die Verhandlungen für den Erwerb der restlichen sieben Hektar, um künftig alle Großversuche und lärmintensiven Bereiche des neu geschaffenen Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hier zu lokalisieren", erklärte der Leitende Baudirektor Günter Bachmann vom Landesbetrieb Vermögen und Bau Baden-Württemberg am Freitag, 13. November, bei der Vorstellung des neuen Forschungsneubaus "Interdisziplinäre Fahrzeugsystemtechnik" auf dem ehemaligen Kasernengelände. In fünfzehn Monaten soll das rund acht Millionen Euro teure Gebäude fertig gestellt sein, dessen Kosten sich Bund und KIT teilen. Dazu kommen noch sechs Millionen Euro für Großgeräte, davon 3,4 Millionen aus der Exzellenzinitiative. Aus funktionalen Gründen wird die Prüfhalle mit dem Allrad-Akustik-Rollenprüfstand unmittelbar an die bestehende Fahrzeugprüfstandhalle mit Motorenprüfständen angebaut. Für die übrigen Prüfungseinrichtungen wie Schwingungsprüffeld, Maschinenbetten, Gesamtfahrzeugprüfstand x-dynodrive und einen Werkstattbereich entsteht ein weiterer Neubau mit insgesamt 2.100 Quadratmetern Nutzfläche. "Exzellente Forschung braucht exzellente Ausstattung. Wir nehmen die Herausforderung auch im baulichen Bereich an", freute sich KIT-Vizepräsident Professor Detlef Löhe über die "erste Neubaumaßnahmen unter dem Dach des KIT". Gleichzeitig wies er auf die Bedeutung der Fahrzeugtechnik als wichtigen Baustein im KIT-Portefolio hin, bei dem ein besonders intensiver Austausch mit Unternehmen und Drittmittelgebern stattfinde. Dabei steht keineswegs nur das Auto der Zukunft im Mittelpunkt der Forschungsaktivitäten im neuen Gebäude. So ist etwa der geplante Allrad-Akustik-Rollenprüfstand für die Prüfung von Pkw über leichte und schwere Lkw bis zu Land- und Baumaschinen mit einem Gesamtgewicht bis zu 40 Tonnen ausgelegt, aber auch Bahnfahrzeuge lassen sich damit untersuchen. Bei dieser Prüfstandsbauart rollen die Räder des geprüften Fahrzeugs auf großen, einzeln regelbaren Trommeln ab, so dass sich die Fahrt auf einer Straße oder Schiene simulieren lässt. Der Prüfstand wird unter anderem für Energieflussbetrachtungen bei verschiedenen Fahr- und Arbeitszyklen sowie für akustische Untersuchungen eingesetzt. Dazu ist eine akustische Auskleidung des Prüfraums vorgesehen. So will man die Realität weitgehend ins Labor bringen, für kleinere Tests im Freien gibt es aber noch Freiflächen auf dem KIT-Forschungsgelände.
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