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Wohnen im Alter: ZAG feierte Jubiläum

(rie) ZAG steht für "Zukunft alternativ gestalten" und für das Wohnprojekt im Hofgarten an der Kaiserallee. ZAG könnte aber auch ein bisschen dafür stehen, dass die Gründungsmitglieder des Vereins "auf Zack" sind. Denn ohne deren Elan und Mut wäre die Idee des gemeinschaftlichen Lebens im Alter wohl irgendwann versandet. Daran zweifelte letzte Woche keiner der ZAG-Mitglieder und Projektunterstützer bei ihrem Rückblick anlässlich des zehnjährigen Gründungsjubiläums.

Mit Unterstützung der BauWohnberatung Karlsruhe (BWK), die mit den sieben ZAG-Frauen plante, der Stadt, die unter anderem das Grundstück zur Verfügung stellte, und der Bayerl Baukonzept GmbH als Bauträger nahm das Wohnprojekt nach der im Herbst 1999 erfolgten Vereinsgründung Formen an. Es entstanden 16 individuell gestaltete Eigentumswohnungen, barrierefrei über Aufzug und Laubengang zugänglich. Die Hälfte hat der Verein gemietet. 2004 war Einzug der ersten ZAG-Bewohnerinnen. Momentan leben neun ZAG-Frauen unter einem Dach - gemeinsam, aber eigenständig - und sind höchst zufrieden mit ihrem Zusammenleben und "ihrem" Haus.

Die Wohnprojekt-Gruppe ist aus einem Seminar an der Volkshochschule zum Thema Wohnen im Alter entstanden. "Das machen wir auch", habe man sich damals gesagt, so die heutige ZAG-Vorsitzende Herma Schendel. Problem: Woher ein Grundstück nehmen? Begeisterung kam zunächst nicht auf, als die Stadt das Areal des ehemaligen Bauhofs vorschlug, welches mit einen Hütten-Sammelsurium aufwartete.

"Es war sicher nicht ganz einfach mit uns", bekannte Schendel. Von Anfang an mit dabei war Alexander Grünenwald von der BWK. Er habe, so Schendel, ihnen immer wieder die Vorzüge Platzes erläutert, "mitten in der Stadt, die Apotheke gleich um die Ecke.". Auch die damaligen Baubürgermeisterin Heinke Salisch wurde durch ihn zur überzeugten Verfechterin der Idee: "Sie sind beim 'würdevollen Wohnen im Alter' eine Speerspitze gewesen." Weil die besondere "Damen-WG" nicht kaufen, sondern mieten wollte, musste dann Stefan Bayerl zunächst einige Überzeugungsrunden drehen, bis er Käufer für die ZAG-Wohnungen fand.

Viel Frauenpower sei hier am Werk gewesen, lobte Kerstin Safian vom Seniorenbüro der Stadt: "Selbstverwaltung und Miteinander ist auch für uns ein wesentlicher Eckpunkt in der Sozialplanung bei der älteren Generation." Die Bebauung des ehemaligen Bauhof-Areals setzte mehrere für das Sanierungsgebiet Weststadt gewünschte Veränderungen in Gang, so ein weiterer Projekt-Begleiter, Herbert Wolz vom Stadtplanungsamt: Neben dem innovativen Wohnprojekt wurden öffentliche Stellplätze geschaffen, was dem Spielplatz an der Mondstraße Raum für Erweiterung brachte und letztlich auch die Umnutzung einer Kneipe zum Jugendtreff Weststadt beförderte.




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Stadt Karlsruhe 2009 - Inhalt: Presse- und Informationsamt - Web: Medienbüro