Im Zoo: Lebensraum Wasser fertig gestelltAttraktion für Mensch und Tier/Küstenlandschaft für Robben und Pinguine/4,4 Millionen investiert
(rie) So viel Publikum! Aber warum macht der Tierpfleger nicht endlich das Gatter auf, sieht er denn nicht, dass ich vor lauter Aufregung von einer Flosse auf die andere watschle? Seelöwenbulle Stevie musste sich in Geduld üben, denn ehe er kraftvoll seinen ersten Tauchgang im neuen Außenbecken machte durfte, musste der Abschluss der Bauarbeiten offiziell bekundet werden. "Mit der Fertigstellung des Lebensraums Wasser ist uns ein Glanzstück gelungen. Hier ist uns für Tier und Mensch eine echte Erlebnislandschaft, eine Attraktion für unsere Zoogäste gelungen", betonte Oberbürgermeister Heinz Fenrich in der vergangenen Woche vor geladenen Gästen und Zoobesuchern. Dann war es soweit: Stevie durfte nach draußen, konnte die neue Robbenanlage erstmals erkunden. Die Küstenlandschaft für die Seelöwen-Gruppe und die beiden Seehunde ist fast 900 Quadratmeter groß, die Tiere können sich hier sowohl an Land als auch im Wasser tummeln. Mit natürlichen Steinblöcken und Kunstfelsen entstand in eineinhalbjähriger Bauzeit eine steil abfallende Felsenküste. Besucherinnen und Besuchern bieten sich auf unterschiedlichen Ebenen immer wieder neue Erlebnisse mit den Robben im Wechsel von Über- und Unterwassereinblicken. "Ein besonderes Highlight ist sicher das Picknickareal auf dem Dach des Gebäudes, das mitten im Lebensraum Wasser zwischen Eisbären und Robben zum Verweilen einlädt", freute sich OB Fenrich.
Und wo waren Seelöwin Nixe und ihr Jungtier, während Stevie sein neues Revier zu Land und zu Wasser erkundet? Sie machten es spannend für das Publikum, ließen sich Zeit - schließlich ist der kleine Pool im Inneren des Geheges auch nicht zu verachten. Der Nachbar, Seehund Alf, ist wiederum ganz in seinem nassen Element und hat sein Revier ohne Wenn und Aber schnell in Beschlag genommen. Bei den Pinguinen musste erst der Mutigste ausgeguckt werden, als sich der Schieber öffnete. Wobei ein Teil der Gruppe vom Ufer aus ihren durchs Wasser fetzenden Artgenossen hinterher schauen musste - diese etwas "zerzausten" Tiere sind gerade in der Mauser und können nicht schwimmen, bis das neue Federkleid komplett ist. Die felsige Zuchtanlage der Humboldtpinguine habe sich bewährt und sei daher auch nur erneuert worden, so Zoochefin Dr. Gisela von Hegel. Die Magellanpinguine graben sich dagegen gerne eine eigene Bruthöhle. Wenn sie voraussichtlich im Februar erstmals in ihrem neuen Heim zur Brut schreiten, können sie sich nun in mit Sand gefüllten Röhren reinbuddeln. Weitgehend im Inneren der riesigen Felsenlandschaft untergebracht wurde von den Planern, das Büro Assem Architekten, die vom Ingenieurbüro PfK Ansbach eingebaute Anlagentechnik. Sie sorgt letztlich dafür, dass die Besucherinnen und Besucher durch die großen Unterwassereinsichtscheiben einen ungetrübten Blick auf "fliegende" Pinguine und "tänzelnde" Robben haben. Mit 4,4 Millionen Euro wurde der Kostenrahmen für die Bauabschnitte Robben und Pinguine eingehalten. Zusammen mit dem ersten Bauabschnitt, der bereits 2000 fertig gestellten Eisbärenanlage, wurden in den Lebensraum Wasser rund 9,5 Millionen Euro investiert. "Ein Meilenstein hin zur kompletten Umgestaltung unseres Zoos bis zum Stadtjubiläum", so Fenrich. Weitere Wegmarken werden der Umbau des Tullabads in ein Exotenhaus und die neue Elefantenanlage sein. Neben zahlreichen Grundmaßnahmen, die in den nächsten zwei bis drei Jahren realisiert werden, soll der Zoo, so Fenrich, unter Beachtung der denkmalgeschützten Qualität und Erhalt des Erlebnisraums "Parklandschaft" modernisiert werden.
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