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Geschichte: Franz Gurk war hoch geachtet

Ehrenbürger starb vor 25 Jahren / Einsatz für Stadt und Land

(cal) Unermüdlich und hartnäckig kämpfte er dafür, dass Baden nach dem Zweiten Weltkrieg für den Verlust seiner Selbstständigkeit Ausgleich erhielt: Der Karlsruher Ehrenbürger Dr. Franz Gurk. Gegen den Kölner Konrad Adenauer, den späteren Bundeskanzler, setzte er durch, dass die Fächerstadt sich mit Ansiedlung des Bundesverfassungsgerichts und des Bundesgerichtshofs zur Residenz des Rechts wandeln konnte. Auch die Ansiedlung der VBL, der Zusatzversorgungskasse von Bund und Ländern sowie der Wiederaufbau des Rheinhafens sind sein Werk. 1898 in der Fächerstadt geboren, war Gurk wegen des frühen Todes seines Vaters kein Gymnasialbesuch möglich. So schlug er ab 1913 die städtische Inspektorenlaufbahn ein. In der Verwaltung stieg er rasch auf.

Als gläubiger Katholik in der kirchlichen Jugendbewegung engagiert, saß der 28-jährige zudem bereits 1926 bis 1933 als Abgeordneter des Zentrums in der Stadtverordnetenversammlung. Fraktionsvorsitzender seiner Partei im Rat des Großkreises Karlsruhe-Bruchsal wurde er 1932. Das Mitglied der zentrumsnahen Badenwacht bezog außerdem in vielen Versammlungen Position gegen die Nationalsozialisten. Nach der Machtergreifung musste er dafür büßen, politische und berufliche Karriere waren zunächst beendet. Er machte aus der Situation das Beste, holte das Begabtenabitur nach und setzte sein bereits früher begonnenes Selbststudium der Wirtswissenschaften fort. Mitten im Krieg - 1943 - wurde der Vater von drei Kindern in Volkswirtschaft promoviert. Nach der Rückkehr aus französischer Kriegsgefangenschaft nahm er als Mitglied der CDU sein politisches Engagement wieder auf. Die berufliche Karriere setzte Dr. Gurk 1947 als Stadtkämmerer fort. Nachdem er 1952 bei der Wahl zum Oberbürgermeister dem noch populäreren Sozialdemokraten Günther Klotz unterlegen war, weitete er neben der Kommunal- seinen Aktionsradius auch auf die Landespolitik aus.

In Karlsruhe wirkte er von 1953 bis 1963 als Bürgermeister für Stadtwerke mit Rheinhäfen, Gewerbe- und Wirtschaftsförderung, Kliniken, Märkte und Messen und Statistik. In Stuttgart gehörte der CDU-Abgeordnete dem Landtag von 1952 bis 1972 an, davon 1960 bis 1968 als Landtagspräsident. Sein Nachfolger aus der SPD, Camill Wurz, würdigte ihn als "Vorbild für alle", das durch seine Toleranz und menschliche Anständigkeit in seiner Arbeit und Haltung beispielgebend gewirkt habe. Am 12. Juli 1984 ist der mit vielen Auszeichnungen bedachte Politiker gestorben. Begraben liegt er auf dem Hauptfriedhof, wo an seinem Todestag mit einer stillen Kranzniederlegung an ihn erinnert wird.         




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