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Kultur: Lesenswerten Band der "allmende" entdecken

Wege des Schreibens dargelegt

(cal) Sie schärft den Blick für vielfältige Arten des Schreibens, macht Lust darauf, neue Literatur zu entdecken und arrivierte wieder zu finden: "allmende, die von der Literarischen Gesellschaft herausgegebene, grenzüberschreitende Literaturzeitschrift für den Oberrhein, deren 82. Heft gerade erschienen ist.

In seinem Mittelpunkt steht das Schreiben an sich. Junge, bereits erfolgreiche Autorinnen und Autoren lassen hier zunächst Blicke auf ihre Arbeitsweise zu. Silke Scheuermann etwa träumt davon, nur noch durch Schreiben zu existieren, losgelöst von einem doch immer irgendwie mangelhaften Körper.

Markus Orths ist ständig auf der Suche nach Kriterien und Korrekturmöglichkeiten zur Verbesserung seiner Texte. Dafür solle der Autor in einem Lektor, Übersetzer, Literaturwissenschaftler und Musiker sein.

Lena Gorelik verdattelt viele Tage mit Alltagstätigkeiten. In ihrem Kopf braut sich dabei jedoch das Material für den als Glück empfunden Schreibrausch im Café zusammen. Joachim Zelter will bewusst in Geschichten, die "Unrealistisches, Veränderliches zulassen", denken und leben. Damit grenzt er sich von Kollegen ab, die "erzähl- und veränderungsunfähig" durch eine ständig Misserfolge hervorbringende Realität, nur noch "erstarrte Momentaufnahmen" von sich geben.

Und Susanne Fritz fühlt sich durch die zum Lebensunterhalt notwendigen Lesungen in schutzlosem Raum dem Publikum ausgeliefert. Botho Strauß wiederum setzt sich mit dem 81. Band der Gesamtausgabe des Philosophen Martin Heidegger "Gedachtes" auseinander. Er wirbt dafür, sich auf dessen zeitloses Denken einzulassen. So gelinge es, die eigene Intelligenz jenseits der alltäglich wechselnden Probleme zu "reinigen".

Darüber hinaus lädt der lesenswerte allmende-Band dazu ein, Gedichte, und Preisträger, etwa Martin Ruf mit seiner Geschichte "Has´ tot", in der er nach einem banalen Zu- und Unfall die Lebenstragödie zweier Menschen heraus schält, zu entdecken.

Ein Besuch im Tschechow-Salon in Badenweiler, neue Bücher und eine Begegnung mit dem langjährigen allmende-Herausgeber Manfred Bosch beschließen das im Karlsruher Info-Verlag erschienene Heft. Es hat 144 Seiten und kostet im Buschhandel zwölf Euro.




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