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Kultur: 20 Jahre ZKM

Arche Noah für neueste Medienkunst

(Lä) An der "vordersten Front der Vermittlungstechnologie" sieht Peter Weibel das Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM), das vor 20 Jahren in Form einer Stiftung gegründet wurde. Als eine "Arche Noah" des audiovisuellen Zeitalters feierte der ZKM-Chef sein Domizil im Hallenbau an der Lorenzstraße, das er als Forschungs- und Aktionslabor an den Schnittstellen von Kunst, Medientechnik und Wissen beschrieb: ZKM - das bedeute "Zukunft der Künste und Medien in der Kühnheit der Demokratie".

Peter Weibel hatte das Erbe von Gründungsdirektor Heinrich Klotz angetreten. Der Kunsthistoriker, Publizist und Regisseur des multimedialen Riesenreichs hatte das ZKM seit 1987 aufgebaut und war am 1. Juni vor zehn Jahren gestorben. Wie Klotz setzt sich heute auch Weibel dafür ein, "dem eingerissenen Misstrauen gegenüber den neuen Technologien den Abschied zu geben" (Klotz) und sprudelte bei der Jahrespressekonferenz nur so von Projektideen.

Rund 20 Ausstellungen, Symposien, Aufführungen und Vorführungen werde es in diesem Jahr geben. Das Jubiläumsjahr solle Anlass sein, um in einem kritischen Rückblick eine Leistungsbilanz zu ziehen und in einem Ausblick die Zukunft aller ZKM-Institute zu profilieren.

Die Überblicksschau "produced@zkm.media art revisited" ab 16. Oktober soll zum Beispiel die besten künstlerischen Produktionen der vergangenen Jahre Revue passieren lassen. Weibel: "Die Ausstellung hat das Ziel, die internationale Entwicklung der Medienkunst anhand der besten Produktionen aus dem ZKM nachzuvollziehen."


Im Dezember 1999 wurde das Museum für Neue Kunst mit einer Auswahl der Sammlungen Burda, Fröhlich, Grässlin, Rentschler und Weishaupt eröffnet. In der Schau "collected@" gibt das ZKM ab 4. Dezember Einblicke in die Neuerwerbungen der Gründungssammler Grässlin, Rentschler, Weishaupt und der später hinzugekommenen Sammlung Boros.

Vom Institut für Musik und Akustik kündigte Ludger Brümmer den "Fink-Preis für Tanz und elektronische Musik" an, der 2009 erstmals zusammen mit dem Giga-Hertz-Preis verliehen wird. Außerdem bereitet Michael Mangold vom Institut für Medien, Bildung und Wirtschaft derzeit eine neue Ausstellung zum Thema Demokratie in der Nancyhalle vor.

Über eine "Konsolidierung der Besucherzahlen auf einem sehr hohen Niveau" freute sich Peter Weibel angesichts von 218 .000 ZKM-Besuchern 2008. Dies gelte vor allem dann, wenn man die Zahlen mit denen kultureller Institutionen in größeren Städten wie Karlsruhe vergleiche. Den Erfolg der Ausstellungen belege auch die Übernahme von drei Ausstellungen an internationalen Standorten wie Madrid, Istanbul und Sligo/Irland.

Für den Oktober stellte Weibel außerdem eine Ausstellung mit Werken jener Künstler in Aussicht, die Mitte der 1980er Jahre die großen kalten und nassen Lichthöfe der ehemalige Industriebrache einer alten Munitionsfabrik besetzt und als Ateliers für großformatige Kunstwerke genutzt hatten. Die Ausstellung soll den Fabrikcharakter unterstreichen und an die institutionelle Vorgeschichte erinnern. Ohne jene Künstler würde es das ZKM möglicherweise heute gar nicht geben, meinte Peter Weibel.




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Stadt Karlsruhe 2009 - Inhalt: Presse- und Informationsamt - Web: Medienbüro