Magistrale: Bahn-Enthusiasmus in Bratislava und WienHauptversammlung der Initiative fordert Investitionen in noch nicht leistungsfähige Abschnitte
(fis) Investitionen in noch nicht leistungsfähige Abschnitte der europäischen Bahnverbindung Paris - Strasbourg - Karlsruhe - Stuttgart - Ulm - München - Salzburg - Wien - Bratislava/Budapest bieten sich nach Ansicht der Initiative "Magistrale für Europa" an, um kurzfristig konjunkturelle Impulse zu setzen und damit mittelfristig einen aktiven Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen zu leisten. Erstmals trafen sich in der letzten Woche die Vertreter der aus 33 Städten, Verbänden und Kammern bestehenden Initiative zu einer zweitägigen, grenzüberschreitenden Hauptversammlung in Bratislava und Wien, die auch in Verkehrsfragen im Rahmen der "Twin-City-Initiative" eng zusammenarbeiten. In einer Abschlusserklärung bekräftigten die Teilnehmer ihren Willen, den Ausbau der Bahnachse "Paris-Bratislava/Budapest" weiter voranzutreiben sowie die Bahnhöfe und ihr Umfeld aufzuwerten, um die Anschlüsse des Regional- an den Fernverkehr zu optimieren. "Wir müssen dazu beitragen, dass unsere Städte funktionierende Verkehrsdrehscheiben sowohl für den Personen- und den Güterverkehr sind", lobte der Vorsitzende der Initiative und Karlsruher Oberbürgermeister Heinz Fenrich die "vielfältigen Aktivitäten entlang der Magistrale zur Schaffung leistungsfähiger Verkehrsknoten durch eine Aufwertung der Bahnhöfe". Besonderen Dank richtete die Versammlung an den EU-Koordinator Péter Balázs für dessen Engagement sowie an die EU für die Bereitstellung von 438 Millionen Euro aus dem Mehrjahresprogramm 2007 bis 2013 für den Ausbau grenzüberschreitender Abschnitte und Engpässe der Magistrale. Allein 129 Millionen davon fließen in den Bereich Wien-Bratislava, was sicherlich auch die bislang eher zurückhaltenden Slowaken ermutigt, auf den fahrenden Magistrale-Zug aufzuspringen. "Die Unterstützung der EU zeigt, wie wichtig hochwertige Verbindungen zwischen alten und neuen EU-Ländern sind", wertete der Oberbürgermeister von Bratislava, Andrej ?urkovsky, den "neuen Enthusiasmus für die Bahn "als sehr positiv". Die slowakischen Gastgeber präsentierten ihre umfangreichen Planungen für die Anbindung des städtischen Schiennahverkehrs an den Schienenfernverkehr. Eine Fahrt mit dem Sonderzug "Blauer Blitz" brachte die Versammlungsteilnehmer nach Wien, wo die Vertreter der ÖBB, des Verkehrsministeriums und der Stadt Wien die österreichischen Bahn-Aktivitäten "als konkrete Planungen und nicht nur Willenserklärungen" vorstellten. "Das Wiener Großprojekt Hauptbahnhof und die ,Magistrale für Europa' profitieren im Besonderen voneinander, was insbesondere in wirtschaftlich schwierigen Zeiten von großer Bedeutung ist", stellte der Wiener Planungsstadtrat Rudolf Schicker das 850 Millionen Euro teure Projekt vor. Der Durchgangsbahnhof, mit dem Bau wird noch im Dezember begonnen, soll 2016 ebenso fertig gestellt sein, wie der daneben für 2,5 Milliarden Euro entstehende neue Stadtteil. In der unterzeichneten "Twin-City-Erklärung" werden "die verantwortlichen Nationalstaaten und Bahngesellschaften auf die noch zu schließenden Lücken" für eine leistungsfähige Magistrale hingewiesen. Auf deutscher Seite gehört dabei neben der Strecke München-Freilassing und der Strecke Stuttgart-Ulm-Augsburg auch die Verbindung Kehl-Appenweier-Karlsruhe dazu. Ausdrücklich wird hierbei an die Planfeststellung und Finanzierung der Appenweier Kurve sowie die Finanzierung des bereits 1996 planfestgestellten Abschnitts Rastatt-Karlsruhe (mit dem Rastatter Tunnel) erinnert.
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