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Geschichte: Auf den Spuren der Jugend

Die Karlsruher Jüdin Soni Mulheron zu Besuch in ihrer Heimatstadt

(rof) Die seit Jahrzehnten in Neuseeland lebende Soni Mulheron gehört zu den Karlsruher Juden, die den Holocaust überlebten. Sie wurde als Sonja Fuchs 1927 in der Fächerstadt geboren und wanderte noch vor der Reichspogromnacht des Jahres 1938 mit ihrer Familie über England nach Neuseeland aus. Ihr Vater war der Architekt und Komponist Dr. Richard Fuchs, der mit seinen in Karlsruhe geschriebenen Werken in Neuseeland bekannt wurde, in Deutschland jedoch in Vergessenheit geraten ist.

Dies sollte sich jetzt ändern: Am Dienstagabend erlebten Kompositionen von Richard Fuchs bei einem Konzert in der Staatlichen Hochschule für Musik im Schloss Gottesaue ihre Uraufführung in der Bundesrepublik. Bereits im Vorfeld des Konzerts war Soni Mulheron nach fast 70 Jahren für einige Tage in die Stadt ihrer frühen Kindheit gekommen. Mit dabei waren ihr Sohn Danny Mulheron und dessen Frau Sara Stretton, die sie überzeugen konnten, anlässlich der Uraufführung von Werken ihres Vaters ihrer alten Heimat Karlsruhe einen Besuch abzustatten. Sohn und Schwiegertochter sind als Regisseur und Produzentin beim neuseeländischen Fernsehen tätig und drehten bei dieser Gelegenheit einen Film über Soni Mulheron.

Oberbürgermeister Heinz Fenrich empfing die lebhafte und freundliche alte Dame mit Sohn und Schwiegertochter sowie Freunden Mitte vergangener Woche im Turmzimmer des Rathauses und hieß sie herzlich willkommen in Karlsruhe, der Stadt, in der sie geboren wurde. Es sei für sie sicherlich ein einschneidendes Ereignis gewesen, im Alter von zehn Jahren mit den Eltern und der Schwester wegen des barbarischen Nazi-Regimes die Heimat verlassen zu müssen. Ihr Vater, der als Freiwilliger im Ersten Weltkrieg gedient hatte, war zuvor einige Wochen im KZ Dachau interniert, war dann aber durch die Intervention eines Karlsruher SS-Man-nes wieder freigekommen, nachdem ein Visum für Neuseeland eingetroffen war. OB Heinz Fenrich sah in der Uraufführung der Werke von Dr. Richard Fuchs wenigstens eine späte Rehabilitierung des Architekten und Komponisten. Er erinnerte auch an den Onkel von Soni Fuchs, den Fußballnationalspieler Gottfried Fuchs vom Karlsruher Fußballverein. Der legendäre Goalgetter hatte beim denkwürdigen 16:0-Sieg über Russland 1912 allein zehn Tore erzielt. Soni Mulheron dankte OB Heinz Fenrich bewegten Herzens für die freundliche Aufnahme. Sie sei froh, diese Reise in ihre frühe Kindheit nach Karlsruhe unternommen zu haben.




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