Stadtplanung: Knotenpunkt Mühlburger TorKonflikte minimieren / Planungsausschuss ist für Verkehrsversuch(rie) Die Verkehrsführung vor allem für Radfahrer am Mühlburger Tor sowie die Frage, ob und wie der Elsässer Platz in Knielingen aufgewertet werden soll, beschäftigte den gemeinderätlichen Planungsausschuss letzte Woche in nichtöffentlicher Sitzung unter Leitung von Bürgermeister Ullrich Eidenmüller. Am Mühlburger Tor geht es nun mit einem kurzen Verkehrsversuch weiter, in Knielingen ist der nächste Schritt die Schließung der Unterführung. Am Mühlburger Tor denken die Planer über eine verbessertes Radangebot sowie über die Frage nach, wie verhindert werden kann, dass in der Hauptverkehrszeit am Nachmittag der Rückstau in der Reinhold-Frank-Straße nicht regelmäßig die Kreuzung blockiert. Denn dies hat zur Folge, dass der Autoverkehr von Westen Richtung Innenstadt und teilweise sogar die Straßenbahnen blockiert sind. Um hier den Spielraum für künftige Planungen auszuloten, soll - noch vor den Sommerferien - versuchsweise jeweils maximal zwei Wochen lang je ein Fahrstreifen für den Autoverkehr gesperrt werden: Zum einen ein Fahrstreifen auf der Kaiserallee in West- Ost-Richtung Richtung Mühlburger Tor, zum anderen ein Fahrstreifen auf der Reinhold-Frank-Straße in Nord-Süd-Richtung, ebenfalls in Richtung Mühlburger Tor. Über den Verkehrsversuch hat Bürgermeister Ullrich Eidenmüller den Planungsausschuss gestern in nichtöffentlicher Sitzung informiert. Am Mühlburger Tor kreuzen sich mit der Reinhold-Frank-Straße und der Kaiserallee zwei bedeutende Radachsen. Allerdings wird der Radverkehr am Mühlburger Tor mit den Fußgängern auf gemeinsamen Wegen geführt, was vor allem auf der Südseite häufig zu Konflikten führt. Während die Autofahrer in einem Zug über die Kreuzung fahren, muss der Radfahrer zahlreiche Inseln überqueren. Die Einmündung der Stephanienstraße ist zudem eine unfallträchtige Stelle, auch, weil hier viele Radfahrer mangels eines guten Angebots für die "richtige Straßenseite" in Gegenrichtung fahren. Planungsziele sind, die Konflikte zwischen Fußgängern und Radfahrern zu minimieren, die Radfahrer gleichberechtigt mit dem KfZ-Verkehr über die Kreuzung zu leiten, die Zahl der "Geisterfahrer" durch ein besseres Angebot zu verringern und die Lessingstraße für den Radverkehr in Gegenrichtung zu öffnen. Zum nachmittäglichen Stau in der Reinhold-Frank-Straße: Der nördliche Abschnitt der Reinhold-Frank-Straße kann mehr Verkehr abwickeln als der südliche Abschnitt verkraften kann. Dies führt häufig zum Reststau, der in den Kreuzungsbereich hineinreicht. Würde der KfZ-Zufluss in der Reinhold-Frank-Straße Richtung Süden gedrosselt, ist zwar das problematische Verkehrsaufkommen an sich nicht beseitigt, der Rückstau dürfte sich aber, so die Überlegung, nach Norden hin verschieben, so dass die Kreuzung staufrei bleibt und so die anderen Verkehre nicht blockiert sind. Vom Verkehrsversuch erhofft sich die Verwaltung Erkenntnisse, ob es verträglich ist, die Fahrstreifen in Radfahrstreifen umzuwandeln. Wenig einladend wirkt derzeit der Elsässer Platz in Knielingen: Die angrenzenden Läden sorgen tagsüber für eine gewisse Belebung des Areals, auch der Supermarkt am Platz, der sich jedoch mit seinem "Beton-Charme" abweisend präsentiert, samstags stehen auf dem Elässser Platz ein paar Stände des Wochenmarktes, nachts ist der Platz nur noch trist und es findet kaum eine soziale Kontrolle statt. Weitere Veranstaltungen sind auf dem Platz derzeit nur schwer unterzubringen, vor allem die Lage und Größe der Treppen der Unterführung schränken hier die Nutzung ein. Einen ersten Schritt zu einer Aufwertung hat nun der Planungsausschuss beschlossen: Die Unterführung, die kaum angenommen und auch vom Bürgerverein für entbehrlich gehalten wird, soll alsbald geschlossen werden. Aktueller Anlass sind Arbeiten der Stadtwerke am Fernwärmenetz. Für die Verlegung der Leitung in der Rheinbrückenstraße kommt den Stadtwerken die Schließung der Unterführung sehr gelegen, ansonsten hätten sie die Leitung nämlich kostenintensiv um die öffentliche Unterführung herumlegen müssen. Zu einem späteren Zeitpunkt soll der Platz - dann ohne Unterführung - neu geordnet werden: So soll die Haltestelle der Verkehrsbetriebe - eventuell mit einem integrierten Kiosk - nach Westen wandern, neben einem einheitlichen Platzbelag, neuer Möblierung und Beleuchtung ist vorgesehen, in den angrenzenden Straßen die Parkplätze neu zu ordnen und Bäume zu pflanzen. Von der Bereitschaft des Eigentümers hängt es schließlich ab, ob sich auch der Supermarkt an der Aufwertung beteiligt.
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